Trauerbegleitung beginnt an der Einsatzstelle


Ravensburg (idw) – Eine qualifizierte Trauerbegleitung hilft Betroffenen, den Tod eines Angehörigen oder Freundes besser zu verarbeiten. Dies konnte erstmals in Deutschland im Rahmen einer umfassenden Fragebogenerhebung von der Hochschule Ravensburg-Weingarten empirisch nachgewiesen werden. Rettungsdienst und Feuerwehr spielen dabei eine besondere Rolle.

Im Rahmen des Forschungsprojekts „TrauErLeben“ führte die Hochschule Ravensburg-Weingarten eine schriftliche Befragung von 680 trauernden Menschen und 319 Trauerbegleitern durch. Grundsätzlich zeigte sich in der Studie, dass plötzliche Todesfälle durch Unfall, Suizid oder Herzversagen zu besonders hohen Belastungen bei den Angehörigen führen. Auch Todesfälle unter besonderen Umständen wie das Versterben eines Kindes im Mutterleib, eine Fehlgeburt, der Tod nach Gewalttaten oder einer Naturkatastrophe haben bei den unmittelbar Betroffenen oftmals einen erhöhten Bedarf an Trauerbegleitung zur Folge.

Die Teilnehmer der Befragung haben rückblickend ihre Belastungen zum Zeitpunkt direkt nach dem Todesfall eingeschätzt. In einem zweiten Teil des Fragebogens wurde erhoben, wie belastet sie sich aktuell fühlen. Dabei zeigte sich: Für die Nutzer von Trauerbegleitungsangeboten haben sich im Zeitraum seit dem unmittelbaren Trauerereignis die Belastungen deutlich stärker verringert als für diejenigen, die keine qualifizierte Hilfe von außen in Anspruch genommen haben.

Im Umfeld plötzlicher Todesfälle, zum Beispiel in Kliniken, Rettungsdiensten, bei Polizei und Feuerwehren, müsse auch aufgrund der Ergebnisse des TrauErLeben-Projektes weiter darüber nachgedacht werden, wie eine qualifizierte Trauerbegleitung institutionell verankert werden könne, hebt Monika Müller hervor. Sie hat über 20 Jahre lang die Ansprechstelle in Nordrhein-Westfalen für Palliativmedizin, Hospizarbeit und Angehörigenbegleitung (ALPHA Rheinland) geleitet.

(17.10.2013)

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