Tag des afrikanischen Kindes


Mercy-Ships)Köln/ Kaufbeuren (rd.de) – UNICEF ruft heute, anlässlich des Tags des afrikanischen Kindes, zum verstärkten Kampf gegen Kinderhandel auf. Dieser Tag wird zum Gedenken an die Kinder des Blutbades im Township Soweto begangen, die bei einer Schüler-Demonstration am 16. Juni 1976 getötet wurden.

„Jedes Jahr wird mit 1,2 Millionen Kinder gehandelt, innerhalb ihrer Heimatländer aber auch über internationale Grenzen hinweg“, sagte UNICEF-Direktorin Ann M. Veneman. „Diese Kinder werden als Prostituierte missbraucht, als Kindersoldaten, als billige oder unbezahlte Arbeitskräfte und als Hausangestellte oder Bettler.“

In West- und Zentralafrika werden jedes Jahr 300.000 Kinder zu Opfern von Menschenhändlern. Dahinter verbergen sich tragische Schicksale. Im Jahr 2003 wurden 250 Kinder aus Steinbrüchen in Nigeria befreit und wieder in ihre Heimat Benin zurückgebracht. 2004 kehrten 256 Kinderjockeys in ihr Heimatland Tschad zurück und 2005 wurden 21 Kinder, die in den Emiraten ebenfalls als Jockey arbeiteten, nach Mauretanien heimgebracht. Die nigerianische Organisation NAPTIP schätzt, dass über 50.000 Mädchen aus Nigeria in Italien als Prostituierte arbeiten, berichtet UNICEF.

Es gibt Organisationen, die sich den Problemen der afrikanischen Kinder gezielt annehmen. Die Geschichte des 10-jährigen Benidict Mekoah macht Hoffnung: Millionen afrikanischer Kinder leiden unter den Folgen extremer Armut und dem Fehlen von medizinischer Versorgung. Vergessen und benachteiligt gehen viele zu Grunde. Für diese Kinder setzt sich die christliche Hilfsorganisation „Mercy Ships“ seit 30 Jahren ein.

Der 10-jährige Benedict Menkoah aus Liberia (s. Bild oben) ist eines von ihnen gewesen. Irgendwie hatte er gelernt unter Schmerzen auf seinen beiden Klumpfüssen, die so verdreht waren, dass die Zehen sich fast gegenüber standen, zu laufen. Dennoch hat ihn sein Vater deswegen verstoßen und alle anderen haben ihn gehänselt und ausgelacht. Ein normales Leben ist unter den Umständen für ihn unmöglich gewesen.

Mercy-Ships)Gewendet hat sich sein Schicksal, als im Juli letzten Jahres sein rechter Fuß und dieses Jahr sein linker Fuß an Bord der MS Africa Mercy operiert wurde und die angeborene Fehlstellung behoben wurde. Jeder dieser Eingriffe hat 2 ½ Stunden gedauert und wäre für die Schwester des Jungen unbezahlbar gewesen, wenn in dem vom Bürgerkrieg zerstörten Land denn überhaupt die Möglichkeit dazu gegeben hätte.

Heute ist Benedict wie ausgewechselt. Nicht mehr schüchtern und in sich gekehrt blickt er zufrieden und optimistisch in die Zukunft und möchte später gerne Arzt werden.

Für Benedict war die Operation kostenlos. Der ihn operierende ehrenamtliche Chirurg Dr. Doug Anderson hingegen hat für seinen Aufenthalt knapp 400 Euro monatlich bezahlt. „Das strahlende Gesicht des Jungen hat sich mir eingeprägt und erinnert mich täglich daran, warum ich nach Liberia gekommen bin“ so Dr. Anderson.

Die internationale christliche Hilfsorganisation Mercy Ships hat seit ihrer Gründung 1978 mehr als 35.000 solcher Spezial-Operationen durchgeführt.

Mehr Information: www.mercyships.de

(Fotos: Mercy-Ships)

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