Studie über Notfälle in der Höhenrettung


Initiieren Studie zu Notfallprofilen in der Höhenrettung...Gießen (malu) – „Mit welchen medizinischen Notfällen werden Höhenretter konfrontiert?“ Eine Studie aus Gießen versucht eine einzigartige Bestandsaufnahme der Notfallprofile in der Einsatz-Praxis der Höhenretter.

Wenn Höhenrettungsgruppen in Deutschland zum Einsatz kommen, benötigen Menschen an außergewöhnlichen Orten dringende Hilfe: Auf Baukränen und Sendeanlagen, in engen Schächten, der Kanalisation oder Silos – eben dort, wo nur Höhenretter eine adäquate Rettung durchführen können.

Die Gießener Doktorandin Sophie Ruhrmann, selbst Rettungssanitäterin und erfahrene Höhenretterin bei der öffentlich-rechtlich beauftragen Höhenrettungsgruppe der Johanniter in Gießen, will es nun ganz genau wissen: Mit welchen medizinischen Notfällen werden Höhenretter in Deutschland konfrontiert, wie gehen sie damit um? Dieser Frage geht die Doktorantin mit der Studie „Epidemiologische Untersuchung medizinischer Notfälle, die zum Einsatz von Einheiten der Speziellen Rettung führen“, – kurz EUmedSR nach.

In den kommenden Wochen werden alle deutschen Höhenrettungsgruppen angeschrieben und um Rücksendung der ausgefüllten Fragebögen gebeten. Auf die Idee, dieser Frage wissenschaftlich nachzugehen, hat Ruhrmann ihr Betreuer Dr. med. Rainer Röhrig – selbst engagierter Höhenretter in Gießen – gebracht. „Wichtig ist, dass die angeschriebenen Einheiten den Fragebogen zurücksenden. Da es kein einheitliches Register der Höhenrettungsgruppen in Deutschland gibt, kann es sein, dass wir einzelne Gruppen nicht angeschrieben haben. Diese Einheiten bitten wir, unter www.EUmedSR.de den Fragebogen anzufordern oder downzuloaden.“ erklärt Dr. Röhrig die nächsten Schritte. Er sei sich aber sehr sicher, dass die Rücklaufquote hoch sei, so Röhrig weiter, schließlich habe Frau Ruhrmann bei anderen Höhenrettern den Bonus der Kollegin.

Doch damit nicht genug: Das Studienvorhaben findet die Unterstützung der Brandschutz- und Katastrophenschutzschule Heyrothsberge (BKS) des Landes Sachsen-Anhalt. Maßgebliche Akteure der deutschen Höhenrettungslandschaft, darunter die Herausgeber des einschlägigen Standardwerkes, Frank Haverney und Peter Wölke, konnten für die Unterstützung der Studie gewonnen werden.

Die BKS gilt in Deutschland als führendes Zentrum der Höhenrettung, auch die Ausbilder und Führungskräfte der Johanniter-Höhenrettung in Gießen wurden in Heyrothsberge zu „Ausbildern Spezielle Rettung“ qualifiziert. Brandoberamtsrat Ing. Frank Haverney, Ausbildungsleiter für die Spezielle Rettung an der BKS Heyrothsberge verspricht sich von der Studie einiges: „Wir werden hier erstmalig einen Überblick darüber bekommen, was die Höhenretter in Deutschland medizinisch leisten. Das ist ein weltweit einmaliger Erfahrungsschatz, aus dem wir gemeinsam schöpfen können.“

www.EUmedSR.de

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