Stroke-Angel-Projekt mit Telemedizinpreis 2012 ausgezeichnet


Bad Neustadt/Saale (BRK) – Die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin (DGTelemed) hat den Karl-Storz-Telemedizinpreis für das Jahr 2012 unter anderem an das Stroke-Angel-Projekt verliehen. Es handelt sich um ein technisches System, mit dessen Hilfe die schnelle Versorgung von Schlaganfall-Patienten gesichert wird. Eine tragende Säule bildet hierbei der Rettungsdienst.

Ihre Wahl begründete die DGTelemed unter anderem damit, dass sich beim Stroke-Angel-Konzept einerseits zeige, „dass telemedizinische Anwendungen medizinische Prozesse unterstützen und optimieren können, andererseits mit einem intelligenten Modell medizinische Kompetenz dort verfügbar gemacht werden kann, wo sie nicht vorhanden ist“. Das Konzept lasse „einen nachhaltigen Nutzen für die Medizin sowie für den Patienten“ wissenschaftlich nachweisen.

„Der Preis ist ein Verdienst des gesamten Stroke-Angel-Teams, das zur Verbesserung der Schnittstelle zwischen Rettungsdienst und Klinik hervorragende Arbeit geleistet hat“, so Reinhold Dietsch vom BRK-Bezirksverband Unterfranken, der überregional für die beteiligten Rettungsdienste zuständig ist. Entscheidend sei eine enge Vernetzung aller an der Versorgung beteiligten Institutionen – vom Rettungsdienst über die Klinik bis hin zu den nachbetreuenden Einrichtungen und der häuslichen Pflege.

Das Stroke-Angel-Projekt umfasst ein technisches System, mit dessen Hilfe die schnelle und kompetente Versorgung von Schlaganfall-Patienten gesichert wird. Eine spezielle Software ermöglicht es dem Rettungsassistenten, bereits am Notfallort wichtige Informationen über den Patienten in einen tragbaren Computer einzugeben und die Daten per Funkverbindung an das Zielkrankenhaus zu übermitteln. So kann sich das Ärzteteam in der Klinik bereits vor Eintreffen des Rettungswagens optimal auf den Patienten vorbereiten. Auf diese Weise kann bei der Versorgung von Schlaganfall-Patienten Zeit gewonnen werden.

Ein permanenter Austausch der an der Patientenversorgung Beteiligten hilft im Rahmen eines Feedbacksystems, die Versorgung zu verbessern. „Dieses System unterstützt die Rettungsassistenten am Notfallort. Durch den im Tablet-PC hinterlegten Score wird eine einheitliche Anamnese erhoben und an die Aufnahmeklinik übertragen“, so Uwe Kippnich Projektleiter Stroke Angel des BRK-Kreisverbandes Rhön-Grabfeld.

Das Konzept ist inzwischen in sechs deutschen Regionen (Bad Neustadt a. d. Saale, Bad Kissingen, Dachau, Fulda, Uelzen, Kronach) eingeführt. Projektpartner sind neben dem BRK das Forschungszentrum Informatik Karlsruhe, das Karlsruher Institut für Technologie, die Neurologische Klinik in Bad Neustadt und die Firma medDV aus Gießen.

(Foto: Uwe Kippnich/BRK)

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