Stern: ADAC-Präsident nutzte Rettungshubschrauber für Reisen


Hamburg (ots) – Ein Präsidiumsmitglied des ADAC sollen nach Recherchen der Zeitschrift „Stern“ Hubschrauber der ADAC Luftrettung genutzt haben. Er solle mit den Maschinen zwischen verschiedenen Veranstaltungen hin und her gereist sein, teilte der Gruner und Jahr-Verlag am Freitag (24.01.2014) mit. In den vergangenen zehn Jahren sei das „weniger als 30 Mal“ vorgekommen, bestätigte der ADAC auf Anfrage laut Stern.

Der Zeitschrift liegen nach eigenen Angaben konkrete Aussagen vor, wonach ADAC-Präsident Peter Meyer am 27. Juni 2003 mit einem Rettungshubschrauber erst zum Hamburger Hafen (Tag der Verkehrssicherheit), dann nach Wolfsburg zu einer Tagung der Kfz-Sachverständigen und schließlich von dort weiter geflogen sei. Der Hubschrauber sei dabei jeweils abseits von Flughäfen gelandet. Auch dies soll der ADAC bestätigt haben. Der Flug sei vom Verein bezahlt worden.

Der ADAC verfügt für seine 51 Rettungshubschrauber über eine allgemeine Außenlandegenehmigung, jedoch nicht, um zum einfachen Personentransport außerhalb von Flugplätzen zu landen. Der ADAC habe nach Angaben des Stern mitgeteilt, es habe im konkreten Fall eine Genehmigung vorgelegen.

Auch die Abrechnung der Flüge soll Fragen aufwerfen: Die Hubschrauber der ADAC-Luftrettung werden aus Bundesmitteln, Krankenkassenbeiträgen, von den ADAC-Mitgliedern und durch Spenden finanziert. Der ADAC müsse jetzt aufklären, ob die Flugkosten für Präsidiumsmitglieder korrekt abgerechnet worden seien, fordert die Zeitschrift. Der Verband der Ersatzkassen (VdEK) hätte bisher nach eigenen Angaben keinen Hinweis auf Flüge des Präsidiums mit Rettungshubschraubern.

„Die Präsidiumsmitglieder sind als offizielle Organe dazu berechtigt, für dienstliche Anlässe bei Verfügbarkeit ausschließlich auf Reservemaschinen der Luftrettung zurückzugreifen“, zitiert der Stern eine Stellungnahme des ADAC. „Sofern wir Hubschrauber für andere Zwecke als den Rettungsdienst verwenden, tun wir dies im Rahmen unserer unternehmerischen Verantwortung zur Senkung unserer Fixkosten.“

Den Beitrag der Zeitschrift Stern finden Sie hier.

(Symbolfoto: PI Stade)

2 Responses to “Stern: ADAC-Präsident nutzte Rettungshubschrauber für Reisen”

  1. Ingo on Januar 24th, 2014 16:28

    Wieder ein Schlag in die Fresse, für die Kollegen des ADAC!
    Die Chefs leben in saus und braus!
    Die Piloten und angestellte müssen es ausbaden!
    Der ADAC Vorstand muß abgewählt werden!
    Was da im Moment abgeht ist schon kriminell!!
    Fast jeden Tag was Neues!
    Die Idee des ADAC ist und bleibt gut.

  2. Benny on Januar 29th, 2014 11:47

    mich wundert das nicht wirklich. Nur gut, dass es endlich mal ans Tageslicht kommt, was in diesen verfilzten Strukturen so abläuft. Kumpanei, Günstlingswirtschaft, Seilschaften wie in den korruptesten Ländern dieser Erde. Alle weg, die damit zu tun haben.

    Aber wer denkt, dass es nur beim ADAC so läuft, der irrt sich gewaltig. Wenn irgendwann mal jemand bei den HiOrgs rein leuchtet, werden sich die gleichen Probleme und Strukturen finden lassen. Je mehr man sich nach außen den Anschein gibt christlich und sozial zu sein, desto mehr gibt es intern solche Strukturen.

    Das Problem: Die Menschen glauben einfach per se, dass alles korrekt läuft. Leider ist es oft nicht so. Und dabei geht es meistens um öffentliche Gelder oder Spenden/Beiträge, die wegen einer besonderen Motivation und dem Glauben an Redlichkeit gezahlt werden. Wenn die wüssten, was intern so läuft.

    Zweifelsohne tun diese Orgs viel Gutes. Aber es geht auch ohne Beschiss, und ganz bestimmt noch besser und am Ende wirtschaftlicher. Deswegen sollten diese Dinge rauskommen und verändert werden.

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