Seenotretter kamen 1130 Menschen zu Hilfe


DGzRS-Botschafter Uwe Friedrichsen & Crew (Foto: DGzRS)Bremen (DGzRS) – 1130 Menschen haben die Besatzungen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) im Verlauf des Jahres 2010 aus Seenot gerettet und aus Gefahrensituationen befreit. Die 61 Seenotkreuzer und Seenotrettungsboote in Nord- und Ostsee fuhren insgesamt 2044 Einsätze.

Als „Bootschafter“ folgt auf TV-Starkoch Tim Mälzer der Schauspieler Uwe Friedrichsen.
Schon lange Jahre steht der in Altona (Hamburg) geborene Friedrichsen mit den Seenotrettern in enger Verbindung und kennt deren Arbeit gut. „Ich finde, wenn Menschen sich bereitfinden, ehrenamtlich diese Arbeit zu machen und nicht nur zu arbeiten, sondern auch ihr Leben zu riskieren in manchen Fällen, dann kann man das gar nicht hoch genug bewerten. Ich ziehe den Hut vor den Leistungen dieser Männer“, sagte er zur Übernahme des Ehrenamtes.

In Nord- und Ostsee wurden zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2010 110 Menschen aus Seenot gerettet, 1020 Personen aus drohenden Gefahrensituationen befreit, 476 erkrankte oder verletzte Menschen von Seeschiffen, Inseln oder Halligen zum Festland transportiert, 82 Schiffe und Boote vor dem Totalverlust bewahrt, 941 Hilfeleistungen für Wasserfahrzeuge aller Art erbracht, 447 Einsatzanläufe und Sicherungsfahrten absolviert sowie 3054 Kontrollfahrten durchgeführt.

Darüber hinaus war die Seenotleitung Bremen in 248 Seenotfällen international im Interesse der deutschen Schifffahrt unterstützend oder initiativ tätig . Einschließlich aller Such- und Rettungsaktionen sowie Kontrollfahrten haben allein die 20 Seenotkreuzer im vergangenen Jahr 72.600  Seemeilen (ca. 134.450 Kilometer) in Nord- und Ostsee zurückgelegt.

Umfangreichster Rettungseinsatz 2010

Nicht in die Statistik der Geretteten eingegangen sind die 236 Menschen, die am 9. Oktober sechs Seemeilen (ca. elf Kilometer) nordwestlich von Fehmarn von der brennenden 200 Meter langen litauischen Fähre „Lisco Gloria“ gerettet wurden. Die Seenotleitung Bremen hatte nach dem „Mayday“ der Fähre kurz nach Mitternacht die Rettungsmaßnahmen eingeleitet, und die 236 Passagiere konnten von der im Unfallrevier laufenden „Neustrelitz“ der Bundespolizei aufgenommen werden.

Eingebunden in die Feuerlöschmaßnahmen wurden die Seenotkreuzer der Stationen Großenbrode, Grömitz, Laboe, Maasholm und Warnemünde. In Zusammenarbeit mit dem Havariekommando des Bundes, mit Marine, Bundespolizei, zeitweise Fracht- und Fährschiffen sowie deutschen und dänischen Behördenschiffen bekämpften die Seenotretter das Feuer. Die Fähre wurde später nach Dänemark geschleppt.

Aus der Flotte

In der DGzRS-Flotte aus 61 Seenotrettungsbooten und Seenotkreuzern stehen 2011 sowohl in der Nord- als auch in der Ostsee Änderungen bevor.

Bereits im Frühjahr soll ein neuer 20-m-Seenotkreuzer getauft und auf der Station Büsum in Dienst gestellt werden. Die bisher dort stationierte 23 Meter lange Hans Hackmack kommt in Zukunft auf der Station Grömitz zum Einsatz, der Seenotkreuzer Bremen (derzeit Grömitz) ersetzt in Großenbrode den 1975 gebauten, 44 Meter langen Seenotkreuzer John T. Essberger. Nach über 36 Jahren im harten Seenotrettungsdienst erhält die John T. Essberger ihren letzten Liegeplatz im Technik-Museum in Speyer.

Auf Kiel gelegt wurde zum Jahresende 2010 ebenfalls ein neuer 36-m-Seenotkreuzer, der von der Werft Fr. Fassmer in Berne-Motzen gebaut wird und Mitte 2012 in der Ostsee in Dienst gestellt werden soll.

Die Neubauten werden wie die gesamte Arbeit der DGzRS ausschließlich durch Spenden finanziert.

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