Schon 51 Ertrinkungsopfer in Bayern seit Pfingsten


Foto: BRKMünchen (BRK) – Immer wieder unterschätzen Menschen die Lebensgefahr im Wasser. Das zeigt die vorläufige Statistik der Wasserwacht Bayern für das laufende Jahr. Demnach sind seit Pfingsten in Bayern 51 Menschen ertrunken, darunter auch einige bei Bootsunfällen.

Extreme Erhitzung, Leichtsinn und Alkohol sind nach der Beobachtung der Wasserwacht eine lebensgefährliche Kombination und oftmals die Ursache für viele Badeunfälle. Ulrike Scharf, Vorsitzende der Wasserwacht, spricht in dieser Badesaison von einer erschütternden Häufung. „Und in dieser Zeit gab es oft auch schlechtes Wetter. An jedem sonnigen und warmen Wochenende gibt es neue tragische Badeunfälle.“

Meist sind es Kreislaufprobleme, die schnell zu lebensgefährlichen Situationen führen. Man sollte einfache Regeln befolgen, die seit Großmutters Zeit eigentlich allen bekannt sind. Scharf weiter: „Wer zum Beispiel lange in der Sonne sitzt und dann ins Wasser geht, ohne sich abzukühlen, der ist leichtsinnig und riskiert einen Kollaps.“

Auch im Jahr 2009 sind in Bayern viele Menschen ertrunken, laut Statistik insgesamt 127 Menschen. Die Wasserwacht Bayern unterhält im Freistaat Bayern rund 2260 Rettungsstationen. In der Regel sind die ehrenamtlichen Wasserretter an den Wochenenden im Dienst. Trotzdem ist im Notfall die Hilfe von Laien gefragt. Scharf: „Wer beobachtet, dass ein Mensch Hilfe braucht, sollte sofort einen Notruf unter 112 absetzen.“ Auf keinen Fall sollte der Helfer unbedacht selbst ins Wasser hechten, denn dann kann es sein, dass die Lebensretter zwei Opfer retten müssen. Ulrike Scharf „Hier sind nur geübte und erfahrene Schwimmer gefragt.“

Um das Risiko zu mindern, soll der Retter nie ohne Rettungshilfsmittel in Wasser gehen. „Bei einem Notfall im See helfen alle Geräte, die schwimmen, also neben Rettungsringen zum Beispiel auch Luftmatratzen, Surfbrett, ein Ast oder ein Handtuch“, zählt Scharf auf. Daran solle sich der Ertrinkende klammern, um den Retter nicht zu gefährden.

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