Schnellere Diagnoseverfahren


(rd.de) – Schnelle Diagnostik, ermöglicht den Notaufnahmen eine bessere Weiterbehandlung.

Die diagnostischen Möglichkeiten im Rettungsdienst erweitern sich quasi jährlich. Pulsoxymetrie, 12-Kanal-EKG, Ultraschall und doch bleibt es dort, wo es an Möglichkeiten einer differenzierenden Diagnostik mangelt, bei der Einschätzung der Wahrscheinlichkeit.

Damit aus der Wahrscheinlichkeit im Krankenhaus schnell Gewissheit wird, sind die Notaufnahmen gefordert. Herzinsuffizienz oder „nur“ eine Lungenentzündung? Biomarker Testverfahren können Diagnose und Behandlung in der Notaufnahme verbessern. Ergebnisse einer internationalen Studie mit über 1.600 Patienten belegen den Nutzen der innovativen Biomarker, meldet die Firma B.R.A.H.M.S. AG.

An mehr als 1.600 Patienten in 15 Studienzentren konnte dabei der Nachweis für den klinischen Nutzen von zwei neuen Biomarker-Tests erbracht werden. Bei Patienten, die mit Atemnot (Dyspnoe) in der Notaufnahme erscheinen, können die neuen Verfahren besser als die gängigen Tests Informationen für Diagnose und Prognose von Herzinsuffizienz bereitstellen. So können Ärzte schneller und sicherer über den weiteren Behandlungsverlauf entscheiden.

Sichere Diagnose des Vorhofflimmerns

Mit einem anderen Diagnose-Thema befasst sich Dr. Nicole Kikillus vom Institut für Biomedizinische Technik des Karlsruher Institut für Technologie. Die Ingenieurin hat eine Untersuchungsmethode entwickelt, mit der sich Vorhofflimmer-Patienten zuverlässig erkennen lassen. Und zwar auch dann, wenn während der Untersuchung kein Vorhofflimmern auftritt.

Dazu analysiert die von Kikillus entwickelte „evidensa“-Software am PC ein etwa 45-minütiges Einkanal-EKG (Elektrokardiogramm). Grundlage ist ein neuartiger Algorithmus, der auf Parametern der Herzfrequenzvariabilität basiert.

Aus diesem Einkanal-EKG lassen sich insgesamt 25 Merkmale aus dem Zeit-, Frequenzbereich und nichtlinearen Zeitbereich bestimmen, die anschließend klassifiziert werden. Das Ergebnis lautet dann entweder „Vorhofflimmerpatient Ja“ oder „Vorhofflimmerpatient Nein“.

Diese Technik dürfte nicht nur im klinischen Bereich anklang finden, sondern auch in der Vorsorge bei kardiologischen Untersuchungen zur Anwendung kommen: Vorhofflimmern bedeutet für die Patienten ein bis zu siebenfach erhöhtes Schlaganfall-Risiko. Dieses Risiko kann medikamentös um bis zu 70 Prozent gesenkt werden, wenn die Vorhofflimmer-Diagnose rechtzeitig gestellt wird.

Allein in Deutschland leiden rund 800 000 Menschen an dieser Volkskrankheit. Durch die demografische Entwicklung rechnen Experten in den nächsten 30 Jahren mit einer Verdoppelung der Zahl der Patienten mit Vorhofflimmern.

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