Sanitäter rüsten zur Hitzeschlacht an den Fanmeilen


Sommer, Sonne, Einsatz: Sanitäter des DRK beim Fanfest. (Foto: DRK)Bonn (rd.de) – Während Deutschlands Elf am Samstag gegen die argentinische Auswahl sicher auch bei luftigen 20 Grad in Kapstadt ins Schwitzen kommen wird, rüsten sich die Sanitätsdienste an Deutschlands großen Fanmeilen zur Hitzeschlacht.

An der größten deutschen Fanmeile in Berlin sorgt das Deutsche Rote Kreuz für die medizinische Sicherheit der Besucher. Bei Spielen ohne deutsche Beteiligung ist das kein Problem, denn die Zuschauerzahlen bleiben überschaubar. Die bisherige Erfahrung zeigt, dass man mit zwei Rettungswagen und zwei Fahrradstreifen gut arbeiten kann.

Berlin: 35 Grad für 500.000 Besucher

Zur Begegnung Deutschland-Argentinien geht das Rote Kreuz allerdings davon aus, dass die beim Englandspiel erreichte Zahl von 350.000 Besuchern nochmals deutlich übertroffen wird. Von mehr als 500.000 Besuchern lässt sich wohl ausgehen. „Die Rekordzahlen der WM 2006 in Deutschland mit 1 Million Besucher erwarten wir aber nicht“, beruhigt Rüdiger Kunz, Pressesprecher des Deutschen Roten Kreuz in Berlin. Die Helferzahl wird man von 60 auf 80 Einsatzkräfte erhöhen. „2006 hatten wir für 1 Million Besucher 100 Helfer im Einsatz“, erläutert Kunz. Den Kräftebedarf könne man nicht mit einer Demonstration oder einem Marathon vergleichen. Auf der Fanmeile stehen die Besucher kompakt zusammen.

Bei erwarteten 35 Grad und Sonnenschein werden die Einsatzkräfte sicherlich gut zu tun bekommen. Der Veranstalter wird diesmal die Begrenzungszäune rechts und links der „Straße des 17. Juni“ weglassen. Auf diese Weise können die Besucher vor der Sonne seitlich im Tiergarten Schatten suchen. Offenbar werden vom Veranstalter auch Schlauchduschen vorgesehen. Mit den Schläuchen sollen die Besuchermassen bei Bedarf mit Wasser benetzt werden.

„Zudem raten wir stets zu festem Schuhwerk, Kopfbedeckungen und ausreichend Trinkwasser“, betont Rüdiger Kunz. „Werden diese Regeln beherzigt, bleiben uns viele Einsätze erspart.“

Hamburg: 35 Grad, mit Glück etwas bewölkt

In Hamburg verwandelt sich das Heiligengeistfeld zum Hexenkessel. Das Gelände fasst etwa 70.000 Besucher und das Rote Kreuz in Hamburg geht fest davon aus, dass diese 70.000 Besucher auch am Samstag mit unserer Nationalmannschaft mitfiebern werden. Mit 35 Grad sagt der Deutsche Wetterdienst auch für Hamburg eine richtige Bruthitze voraus und doch könnten die Hamburger noch Glück haben, weil die Möglichkeit besteht, dass es sich am Nachmittag bewölkt.

Nach den Erfahrungen beim Englandspiel gehen die für den Sanitätsdienst verantwortlichen Hilfsorganisationen DRK und Johanniter auf Nummer sicher: Die Zahl der Einsatzkräfte soll von 76 auf 100 erhöht werden. Zudem will der Veranstalter kostenlos Wasser verteilen. Die Feuerwehr der Hansestadt soll mobile Duschvorrichtungen bereithalten, um die Fans notfalls von oben herab zu kühlen.

Frankfurt/Main: 36 Grad an drei Veranstaltungsorten

In Frankfurt am Main werden am Samstag Temperaturen von 36 Grad erwartet. Für den Sanitätsdienst in Frankfurt am Main zeichnen alle vier großen Hilfsorganisationen verantwortlich. Das DRK hat die Einsatzleitung, betreibt die mit einem Arzt besetzten Unfallhilfsstellen und ein NEF. Die Rettungstransportfahrzeuge werden von ASB, Johannitern und Maltesern besetzt.

„Insgesamt haben wir drei Public-Viewing Schauplätze zu versorgen“, erklärt Marco Schmitz, stellvertretender Kreisbereitschaftsleiter beim DRK in Frankfurt am Main. Umsonst und draußen treffen sich die Frankfurter am Roßmarkt und auf dem Rathenauplatz. Die Einsatzorte liegen unmittelbar benachbart und fassen zusammen genommen etwa 16.000 Fans. Darüber hinaus ist das DRK alleine verantwortlich für die Betreuung der Fußballbegeisterten, die ins Frankfurter Fußballstadion strömen werden. Das Fußballevent in der Commerzbank-Arena zu verfolgen, kostet zwar Eintritt, dennoch erwartet das DRK auch dort volle Auslastung. Die Arena fasst etwa 20.000 Personen.

Auf Roßmarkt und Rathenauplatz werden die Hilfsorganisationen rund 50 Helfer im Einsatz haben. „Gegen England hatten wir an diesen Plätzen bereits 60 Einsätze“, gibt Marco Schmitz zu bedenken. Die Temperaturen könnten zudem ein Problem werden. „Die Menschen stehen dort in der Hitze dicht gedrängt.“ Die Wasserspender an den DRK-Unfallhilfsstellen sind da wohl nicht mehr als der Tropfen auf dem heißen Stein. Ob die Feuerwehr die Besucher von außen mit Wasser kühlen wird, ist noch nicht abschließend geklärt.

Insgesamt ist Marco Schmitz absolut zuversichtlich, dass am Samstag alles glatt laufen wird. Nicht nur am Roßmarkt in Frankfurt sondern auch in Kapstadt bei unserer Nationalmannschaft. „3:1 für Deutschland“, tippt Schmitz.

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