Rettungshundetest: Bijatas feine Spürnase


DRK)Säckingen (DRK) – Freitag abend, außerhalb von Tiengen: Das Mantrailer-Team, Irmgard Peruzzi mit der Barsoi Hündin Bijata, setzt am Parkplatz vor dem Schützenhaus zu einer Personensuche an. Vermißt wird eine junge Frau, ca. 25 Jahre alt, ca. 1,70 m gross. Zuletzt gesehen wurde sie drei Stunden zuvor, als sie das Schützenhaus verliess.

Sofort nimmt die Hündin die Spur auf. Sie führt auf einem kleinen Feldweg, parallel zur Berghausstrasse Richtung Südost. Zielstrebig überquert sie eine große Straßenkreuzung. Die Polizei sichert den Verkehr, um die Mantrailer-Hündin nicht in Gefahr zu bringen. Nach der Überquerung der Bahnlinie führt die Spur in die Fußgängerzone von Tiengen. Dabei muß sich das Mantrailer-Team durch die dichte Menschenmenge der Besucher der Tiengener Jazztage, vorbei an Würstchenständen und anderen Leckereien, durcharbeiten.

Heute ist es nur ein Test, gemeinsam mit der Polizei. „Da es in Deutschland derzeit keine Prüfungsordnung für Mantrailing-Teams gibt, lehnen wir uns an die Vorgaben der National Bloodhound Association of Switzerland (NBAS) an und die Polizei Dienstgruppe Waldshut ist die kompetenteste Dienststelle um einen solchen Test durchzuführen,“ erläutert Hans Bracher, Leiter der DRK Rettungshundestaffel Säckingen. „ Prüfungen dürfen von der Polizei nur für die polizeieigenen Hundeteams abgenommen werden. Deshalb nennen wir es nicht „Prüfung“ sondern „Test“, arbeiten aber unter Prüfungsbedingungen.

Mantrailing gibt es in der Suchhundearbeit noch nicht so lange. Im Gegensatz zur Fährtensuche, bei der der Hund exakt die Bodenverletzungen verfolgt, die durch den Fährtenleger verursacht wurden, verfolgt ein Mantrailer die Geruchsspur, die von den vielen Hautpartikeln verursacht wird, die jeder Mensch ständig verliert. Diese Spur kann in beinahe jeder Umgebung, noch nach mehreren Tagen verfolgt werden.

In den Vorgaben der NBAS ist u.a. die Länge der Suchstrecke vorgegeben, die Strecke muß sowohl durch bewachsene Flächen als auch durch städtisches Gebiet führen. Auch mehrere Richtungsänderungen sind eingebaut. Die Suche darf höchstens 90 Minuten dauern.

Irmgard Peruzzi ist stolz auf ihre Hündin Bijata: „Die Strecke war etwas länger als zwei Kilometer und Bijata ließ sich auch durch die Ereignisse in der Fußgängerzone, die gar nicht geplant waren, nicht aus dem Konzept bringen.“

Nach dem Verlassen der Fußgängerzone, arbeitet sich die MT-Hündin durch den Verkehr zum Gasthof Linde vor und eilt zielstrebig zu einer Frau, die inmitten von anderen Menschen, an einem Tisch sitzt. Die Hündin zeigt der Hundeführerin und der Polizei die gefundene Person dadurch an, daß sie sich zu ihr hinsetzt – 20 Minuten nach Beginn der Suche! Natürlich wird sie für ihre Leistung mit einem ganz besonderen Leckerbissen belohnt.

Hans Bracher und der Leiter der Diensthundegruppe der Polizei, Joachim Kühnl sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis des Abends. „Die Leistung des Mantrailer-Teams hat uns ein weiteres Mal überzeugt,“ freut sich Kühnl. „Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.“ Neben gemeinsamen Übungen werden diese Tests in regelmäßigen Abständen durchgeführt um den Ausbildungsstand des Teams sicherzustellen. „Nichts wäre für uns schlimmer, als mit einem nicht geeigneten Hund, einen Menschen nicht zu finden, den ein ausgebildeter Hund hätte finden können,“ so Bracher.

Mehr Informationen: www.kv-saeckingen.drk.de

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