Rettungshunde gingen in die Luft


Foto: Sindern/DRVEmden (DRV) – Wenn es bei den Rettungshunden schnell gehen muss oder keine anderen Transportmöglichkeiten zur Verfügung stehen, werden die Hunde und ihre Führer an ihren Einsatzort geflogen. Doch Hubschrauberfliegen will gelernt sein, und Höhenangst dürfen die „Helden auf vier Pfoten“ auch nicht haben. Bevor es für einen Rettungshund per Hubschrauber in den Einsatz geht, müssen die empfindlichen Spürnasen an Lärm, Wind und Druckverhältnisse in der Umgebung eines Hubschraubers gewöhnt werden. 

Zu einer Gewöhnungsübung der besonderen Art starteten daher in der vergangenen Woche elf Mitglieder der DRV-Rettungshundestaffel Ems-Jade. Ziel: Die Firma Northern HeliCopter,  die am Flugplatz in Emden ansässig ist. Northern HeliCopter ist Mitglied bei der Arbeitsgemeinschaft Helialert, die Hubschrauber für die Hilfeleistung im Bevölkerungsschutz und in der Katastrophenhilfe sowie bei sonstigen Großlagen und Unglücksfällen im In- und Ausland bereitstellt.

In Emden angekommen begrüßte Thorsten Dott, 2. Vorsitzender der Rettungshundestaffel, weitere Teilnehmer der Übung. Rettungshundeteams der Staffeln Wesel, Nordelbe, Braunschweig, Wiehengebirge und Teamdogs aus Thüringen sowie vier Hundeführer der Rettungshundestaffel Drenthe aus den Niederlanden waren extra von weit her angereist, um an dieser außergewöhnlichen Übung teilzunehmen.

Zunächst bekamen die 24 Hundeführer eine theoretische Einführung. Kontaktaufnahme zum Piloten, das gebückte Annähern an die Maschine und besondere Gefahrenbereiche im Bereich des Hubschraubers zählten hier zu den wichtigen Themen. Die frisch erworbenen Kenntnisse wurden dann in praktischen Übungen am Hubschrauber umgesetzt.

In einer Art „Trockenübung“ wurden die Hunde zuerst an den Hubschrauber herangeführt, und in Gruppen von jeweils vier RH-Teams (Hund und Hundeführer) wurde der Ein- und Ausstieg geprobt. Im nächsten Ausbildungsschritt wurde die Schwierigkeit für die Hunde erhöht, und die Tiere an den mit laufendem Rotor stehenden Hubschrauber herangeführt. Während die meisten Vierbeiner wie alte Profis unter den Rotorblättern liefen und in den Hubschrauber einstiegen, als wenn es zu einem Einsatz ging, mussten gerade die jungen und unerfahrenen Hunde vorsichtig an die Situation herangeführt werden, um Vertrauen zu fassen. Mit viel Geduld der Hundeführer konnten letztendlich auch die letzten Unsicherheiten einiger Hunde aus der Welt geschaffen werden.

Jeweils vier Hunde und ihre Führer nahmen ihre Plätze in der engen Kabine ein und verharrten eine Weile im lauten Hubschrauber. Die besondere Schwierigkeit lag in diesem Übungsabschnitt bei der Gruppenzusammensetzung. Durch die Vielzahl der verschiedenen Staffel kannten sich die meisten Hunde untereinander nicht. Alle Hunde zeigten jedoch eine gute Sozialverträglichkeit, die für Rettungshunde besonders wichtig ist.

Foto: Sindern/DRVDie letzte Übung stellte dann für die Hunde und ihre Führer die größte Herausforderung dar: der eigentliche Hubschrauberflug. Jeweils vier Teams durften gemeinsam den beeindruckenden Flug über das sonnige Emden genießen. Auch bei dieser Abschlussübung zeigten alle Rettungshunde, dass man sich auf sie verlassen kann.  

„Rettungshunde müssen im Einsatz auch unter Extremsituationen gelassen bleiben. Das muss man in solchen Übungen vorbereiten. Deshalb sind wir der Firma Northern HeliCopter auch sehr dankbar für die Gelegenheit zu dieser Übung“, so Pressesprecherin Imke Sindern von der Rettungshundestaffel Ems-Jade. Gewöhnungsübungen dieser Art sind Bestandteil der zirka zwei Jahre dauernden Ausbildung, die zum Ziel hat, den Hund auf extreme Einsatzsituationen vorzubereiten.

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