Reanimationskenntnisse mangelhaft?


Orlando, USA (pm) – Im Rahmen der Jahrestagung der American Heart Association in Orlando, Florida, präsentierte die CPR Improvement Working Group Ergebnisse der ersten multinationalen Studie über die Selbsteinschätzung von medizinischen Fachkräften (Ärzten, Krankenpflegepersonal und Rettungsassistenten) bezüglich ihrer Kenntnisse und Fertigkeiten bei der kardiopulmonalen Reanimation.

„Die Ergebnisse tragen zu einem verbesserten Verständnis der Selbsteinschätzung von medizinischen Fachkräften zur Herz-Lungen-Wiederbelebung bei und zeigen, welche Auswirkungen diese Einschätzungen auf die Leistung der CPR haben“, erklärt Robert O’Connor, M.D. (University of Virginia Medical Center) und Mitglied des Expertenrates der CPR Working Group.

Die vom Marktforschungsunternehmen Ipsos durchgeführte quantitative Studie analysiert, wie Reanimationen in unterschiedlichen Ländern von medizinischen Fachkräften durchgeführt werden. Die Studie erfasste über 1.000 Teilnehmer, darunter 454 medizinische Fachkräfte aus den USA und 569 aus Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Die Studienergebnisse zeigen eine Diskrepanz zwischen Wahrnehmung und Realität in Bezug auf das Wissens- und Fertigkeitsniveau bei der kardiopulmonalen Reanimation auf.

Professionelle Selbstüberschätzung

Obwohl 75 % der medizinischen Fachkräfte ihr Fertigkeit und Sachkunde bezüglich der korrekten Durchführung von Herz-Lungen-Wiederbelebungsmaßnahmen als relativ hoch einschätzen, gaben nur 26 % eine wahrgenommene Kompressionsrate, -tiefe und -verhältnis gemäß den CPR-Richtlinien von AHA/ILCOR (2005) an.

Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass die CPR-Leistung medizinischer Fachkräfte als schwach eingestuft wird, doch zeigen die Ergebnisse der Studie, dass sich nur sehr wenige medizinische Fachkräfte dieser Tatsache bewusst sind. 55 % der befragten medizinischen Fachkräfte waren nämlich der Ansicht, dass diese Untersuchungen eine gute, sehr gute oder hervorragende CPR-Qualität bescheinigen würden.

Kaum Hilfsmittel, zu wenig Training

Zwar glauben immerhin 76 % der medizinischen Fachkräfte, dass technische Hilfsmittel die Effizienz der Herz-Lungen-Wiederbelebung positiv beeinflussen können, doch nur 36 % verwenden gegenwärtig irgendeine Art von CPR-Hilfsmittel. Bei Hilfsgeräten mit sofortiger Kontrollmöglichkeit sind es sogar nur 15 %.

Auch beim Reanimationstraining agieren die Fachkräfte eigentlich wider besseren Wissens: 93 % der medizinischen Fachkräfte halten Trainingsmaßnahmen für äußerst nützlich, aber weniger als die Hälfte berichten, dass ihr Unternehmen Schulungen über das gesetzlich vorgeschriebene Mindestmaß hinaus anbietet.

Angesichts der für Oktober 2010 geplanten Überarbeitung der CPR-Richtlinien durch die AHA, könnten die Studienergenisse einen Einfluss auf die künftigen Empfehlungen haben.

Weitere Einzelheiten zu den Studienergebnissen gibt es unter www.ImproveCPR.com.

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