Pilawa-Show legt Seenotleitung lahm


(Foto: ZDF/Frank Hempel)Bremen (DGzRS/rd.de) – Während Jörg Pilawa in seiner neuen ZDF-Show die Million rettet, war die Rettung aus Seenot am Mittwoch in ernster Gefahr. Pilawa fragte nach der Bedeutung einer Mobilfunk-Kurzwahl. Sechs Millionen Zuschauer rätselten, doch zu viele probierten es einfach aus.

„Rette die Million“ – die neue ZDF-Quiz-Show mit Jörg Pilawa hat am Mittwochabend rund sechs Millionen TV-Zuschauer begeistert. Weniger begeistert waren die Wachleiter der Seenotleitung Bremen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Bremen: Während der Sendung fiel die Alarmierungs-Telefonanlage der Seenotretter nahezu aus.

Der Grund war die Quizfrage nach der Bedeutung einer Mobilfunk-Kurzwahl, die schnurstracks in die Bremer Seenotleitung führt. Die richtige Antwort „Seenotrettung“ bescherte den Kandidaten zwar vorübergehend 200.000 Euro Gewinn, hielt aber Hunderte neugierige und ratewütige Fernsehzuschauer in Norddeutschland nicht davon ab, die Seenotleitung durch Testanrufe zu blockieren. Jörg Pilawas eindringliche Mahnung an die Zuschauer im Land, die Telefonnummer nicht anzurufen, verfehlte offenbar ihre Wirkung.

Damit war eine reibungslose Abwicklung der Notfall-Kommunikation des deutschen Seenotrettungsdienstes auf diesem Weg nicht mehr gewährleistet. Nicht auszudenken wäre es, wenn diese Störung während eines Seenotfalls eingetreten wäre.

Die Mobiltelefon-Kurzwahl ist von allen Mobilfunknetzbetreibern in Absprache mit der DGzRS eingerichtet worden und als Seenot-Alarmruf bekannt. Die Nummer kann dabei ausschließlich im unmittelbaren Küstenbereich von Nord- und Ostsee angewählt werden.

Ungeachtet dieses alternativen Alarmierungsweges weist die DGzRS darauf hin, dass eine UKW-Seefunkanlage immer noch das verlässlichste Mittel ist. UKW-Notrufe auf Kanal 16 können von Bord der Seenotrettungseinheiten gepeilt werden, um einen Standort zu ermitteln und schnellstmöglich Hilfe auf den Weg zu bringen.

Doch selbst die Freizeitskipper verhalten sich nicht immer diszipliniert auf dieser Funkfrequenz. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger wies auf Nachfrage nochmals darauf hin, dass der Kanal 16 als Notruffrequenz jederzeit freizuhalten ist.

(Foto: ZDF/Frank Hempel)

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