Peking ist medizinisch gerüstet


GNUBonn (rd.de) – Peking ist für den Besucheransturm und die Versorgung der Athleten während der Olympiade bestens gerüstet. Zwei deutsche Ärzte aus München, komplettieren gerade die Ausrüstung ihrer Krankenhausambulanz.

Während der Olympischen Spiele werden 3.000 freiwillige Helfer die medizinische Versorgung an den verschiedenen Sportstätten Pekings sicherstellen. Über 400 dieser freiwilligen ärztlichen Helfer stammen von der Medizinuniversität der Hauptstadt, wie Wang Yanping, die Sprecherin der Medizinuniversität der Hauptstadt, in einem Gespräch mit dem chinesischen Auslandsrundfunk mitteilte. Alle Helfer wurden demnach auf ihre Englisch- sowie Erster Hilfe-Kenntnisse getestet. Nur wer die Prüfung nach einem Vorbereitungskurs bestanden hat, wird als Helfer zugelassen.

Rund um die Pekinger Austragungsorte werden 219 komplett ausgestattete Sanitätsposten aufgebaut. In einem Notfall wird der Patient mit dem Krankenwagen direkt in ein vorbestimmtes Krankenhaus oder ins Allgemeine Klinikum des olympischen Dorfs gebracht, berichtet China Radio International weiter.

Das Olympische Dorf liegt im Norden Pekings, einer Stadt, so groß wie das gesamte Ruhrgebiet. Das „Dorf“ ist eher eine Stadt: Auf 66 Hektar Fläche stehen 42 sechs- bis neunstöckige Appartmenthäuser. Der Speisesaal, genannt „Main Dining“, fasst 5.000 Besucher und hält rund-um-die-Uhr internationale Speisen, mit minutiösen Auflistungen aller Inhaltsstoffe und Nährwertangaben bereit.

PD Dr. Arno Schmidt-TrucksässZum Olympischen Dorf gehört auch ein Krankenhaus. Privatdozent Dr. Arno Schmidt-Trucksäss und Dr. Bernd Wohlfahrt freuen sich schon auf die Olympischen Spiele in Peking. Die beiden Ärzte des Zentrums für Prävention und Sportmedizin der TU München werden bei dem Großereignis mit dabei sein. Dr. Schmidt-Trucksäss betreut die deutsche Schwimm-Nationalmannschaft als leitender Verbandsarzt, Dr. Wolfarth leitet gemeinsam mit zwei Kollegen die Medizinische Zentrale der deutschen Olympiateilnehmer. Beide Mediziner sind seit vielen Jahren im Leistungssport tätig, waren bei mehreren Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften im Einsatz.

„Ich werde mich hauptsächlich in der Medizinischen Zentrale der Deutschen Mannschaft aufhalten“, erklärt Dr. Bernd Wohlfahrt. „In Peking haben wir eine richtige Ambulanz, in der wir die Erstversorgung von medizinischen Problemen vornehmen können. In der Diagnostik verfügen wir über eine allgemeinmedizinische Ausstattung, können Geräte von Ultraschall über EGK bis zur Ermittlung der Lungenfunktion einsetzen. Zudem können wir jede klinisch-internistische Untersuchung und orthopädische Behandlung durchführen, Verletzungen also direkt im Olympischen Dorf versorgen.“

Dabei wird alles, was benötigt wird, direkt aus Deutschland eingeflogen und nichts dem Zufall überlassen. „Wir wollen gewährleisten, dass die medizinische Abteilung steht, wenn die Athleten kommen“, berichtet Dr. Wohlfahrt. „Daher arbeiten wir mit einem Vorlauf von vier bis fünf Tagen – für den Fall, dass zum Beispiel ein Ultraschallgerät plötzlich im Zoll hängen bleibt.“

Auch bei den Medikamenten für die Sportler gibt es keine Kompromisse; alles wird aus Deutschland mitgebracht, wie Privatdozent Dr. Arno Schmidt-Trucksäss beschreibt: „Wir müssen wissen, was in den Medikamenten enthalten ist, denn die Anti-Doping-Bestimmungen sind streng, was wir natürlich sehr begrüßen. Vor Ort werden nur im Notfall zusätzliche Medikamente beschafft, diese dann aber nur aus akkreditierten und zuverlässigen Quellen.“

(Foto mitte: PD Dr. Arno Schmidt-Trucksäss betreut die deutsche Schwimm-Nationalmannschaft.)

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?