Patientin mit künstlicher Lunge transportiert


Nürnberg (DRF) – Die Besatzung von „Christoph Nürnberg“ hat eine junge Frau mit einer künstlichen Lunge von der Universitätsklinik Würzburg nach Rheinland-Pfalz transportiert. Das Besondere: Trotz künstlicher Lunge war die Patientin während des Fluges bei Bewusstsein (so genannte „Wach-ECMO“) und lediglich leicht sediert, um ihr die Angst vor dem Transport zu nehmen. Wie die DRF Luftrettung erst heute mitteilte, erfolgte der Einsatz bereits am 9. Juli 2013.

Die junge Frau aus den USA befand sich wegen einer schweren Lungeninfektion schon mehrere Wochen in einer deutschen Spezialklinik. Aufgrund eines Lungenversagens wurde sie zwei Wochen vor dem Transport durch das ECMO-Team der anästhesiologischen Klinik der Universitätsklinik Würzburg an eine künstliche Lunge (Extrakorpo-rale Membranoxygenierung, ECMO) angeschlossen und in die Universitätsklinik übernommen. Da die Patientin nach Möglichkeit zeitnah eine Lungentransplantation erhalten sollte, wurde beschlossen, sie in die USA zu repatriieren. Dort ist die Verfügbarkeit von Spenderorganen deutlich größer als in Deutschland.

Enge Zusammenarbeit

Aufgrund der engen Zusammenarbeit des ECMO-Teams der Universitätsklinik Würzburg mit dem am Nürnberger Flughafen stationierten Hubschrauber der HDM Luftrettung wurde dieser für den Spezialtransport am 9. Juli 2013 angefordert.

Die Nürnberger Hubschrauberbesatzung hatte an diesem Tag ein Kind nach Würzburg transportiert und konnte so schnell bei der ECMO-Patientin sein. Nach Klärung der medizinischen Details und Übernahme der jungen Frau mit Unterstützung der Ärzte vor Ort, startete „Christoph Nürnberg“ um 16:41 Uhr und nahm Kurs auf die rheinland-pfälzische Zielklinik. Der Flug an Bord des Hubschraubers wurde von einem Anästhesisten des Würzburger ECMO-Teams unter der Leitung von Dr. Ralf Michael Muellenbach begleitet.

„Gemeinsam mit dem Nürnberger Team der HDM Luftrettung führen wir schon seit einigen Jahren ECMO-Transporte durch – Tendenz steigend. Hierbei handelt es sich um eine sehr anspruchsvolle intensivmedizinische Technik, bei der das Blut des Patienten außerhalb des Körpers über eine künstliche Membran mit Sauerstoff angereichert und das Kohlendioxid eliminiert wird. Zum ersten Mal haben wir eine Patientin, die an eine künstliche Lunge angeschlossen ist, in ‚wachem‘ Zustand transportiert“, erläutert Dr. Ralf Michael Muellenbach.

Um 17:30 Uhr erfolgte die Landung an der Zielklinik, wo die Patientin in stabilem Zustand an die dortigen Ärzte übergeben wurde. Der Transport in ein spezielles ECMO-Zentrum in San Antonio (USA) erfolgte bereits wenige Stunden später mit dem Flugzeug.

(Foto: DRF Luftrettung)

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