Optimales Training dank Patientensimulator


Foto: RKiSHHeide (RKiSH) – Mit einer computergestützten Simulation in einem Rettungswagen werden die Mitarbeiter der Rettungsdienst -Kooperation in Schleswig-Holstein gGmbH (RKiSH) gezielt auf ihre schwierigsten Einsätze vorbereitet. „Die konventionelle rettungsdienstliche Ausbildung kann auf die extreme Belastung, der die Rettungsassistenten ausgesetzt sind, nur bedingt vorbereiten“,  erläutert RKiSH-Geschäftsführer Michael Reis. Die Rettungsdienst -Kooperation ist für die Notfallrettung und für den qualifizierten Krankentransport in den schleswig-holsteinischen Kreisen Pinneberg, Steinburg, Rendsburg-Eckernförde und  Dithmarschen zuständig.

Im Rettungswagen kann das Leben eines Patienten vom richtigen Handeln der Rettungsdienstmitarbeiter abhängen. Oft geht alles sehr schnell. Jeder Handgriff muss perfekt sitzen, jede Absprache mit Kollegen optimal funktionieren, wenn der Kranke oder Verletzte optimal versorgt werden soll.

Um auf Notfallsituationen noch besser vorbereitet zu sein, wird bei der RKiSH in diesem Jahr realitätsnah an einem Hightech-Patientensimulator geübt. Dabei werden verschiedenste Notlagen berücksichtigt, um alltägliche Einsatzsituationen praxisnah unter realen Bedingungen nachzustellen. So kann der Patientensimulator krampfen, weinen, husten und bluten, seine Pupillen reagieren auf Lichteinfall und er kann selbst eine schwerwiegende Atemnot simulieren. Sekrete werden abgesondert, eine Zyanose und Thoraxbewegungen dargestellt.

Alle Aktivitäten der Rettungsdienstmitarbeiter werden dabei per Video aufgezeichnet und im Anschluss besprochen. Reis: „Dies wird fester Bestand-teil der Rettungsdienst-Akademie in Heide sein und zudem integrativ in der Aus- und Fortbildung eingesetzt.“ Die Trainer wurden dafür im Tübinger Zentrum für Patientensicherheit (TüPass) vorbereitet und intern in der RKiSH geschult.

Grund für diese Maßnahme sind Zahlen der Zentralstelle der deutschen Ärzteschaft zur Qualitätssicherung in der Medizin. „Sie geht davon aus, dass analog der Studien in anderen Ländern durch behandlungsbedingte Gesundheitsstörungen zwischen 30.000 und 50.000 Patienten geschädigt werden“, erklärt der RKiSH-Geschäftsführer. Die Behandlungsfehler seien meist auf menschliche Defizite zurückzuführen – häufig sind es Kommunikationsschwierigkeiten.

Um die Notfallsituation so realitätsnah wie möglich darzustellen, wird in einem Trainings-Rettungswagen (T-RTW) geübt. Der ausrangierte Rettungswagen ist dafür mit dem neuesten technischen Equipment ausgestattet worden. Der Patientenbehandlungsraum verfügt über drei bewegliche Kameras, Lautsprecher und Mikrofone sowie entsprechende EDV-Technik. „Der T-RTW kann künftig die Schulungen bei den Wachen vor Ort mit technisch bisher nicht darstellbaren Möglichkeiten anbieten“, erklärt Reis die Vorteile.

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