Online Funkübungen


Ob Jugendfeuerwehr, Katastrophenhelfer oder zu selten alarmierte ehrenamtliche Kräfte im Rettungsdienst: Zum ungewohnten Einsatzstress, kommt die Scheu vor dem Funkgerät. Im Internet findet man Abhilfe. Online-Funkübungen liegen voll im Trend und machen offenbar auch noch eine Menge Spaß.

Sonntag Abend. Die Leitstelle erhält einen Notruf, wonach ein Fahrzeug von der Bundesstraße abgekommen und unterhalb einer Böschung in einem kleinen Weiher zu versinken droht. Die alarmierten Kräfte, darunter Feuerwehr, Wasserrettung, NEF und RTW sitzen noch gemütlich im Wohnzimmer, lesen Zeitung oder chatten mit anderen Wachbesatzungen, als der Alarmton ertönt. Auf dem PC-Bildschirm erscheint die Einsatzdepeche. Aus dem Lautsprecher vermelden die ersten Feuerwehrfahrzeuge ihre Mannschaftsstärke und den anzusteuernden Einsatzort. In der Leitstelle laufen die FMS-Statusmeldungen auf. Die Übung läuft.

Das Thema funken liegt nicht eben im Fokus der Aus- und Fortbildung und demnach haben Einsatzkräfte mit wenig praktischer Einsatzerfahrung so ihre liebe Not den Funkverkehr nach den Regeln der PDV / DV 810 über die Bühne zu bringen. Zudem kommen zusätzliche Einsatzkräfte, außerhalb von Übungen und Planspielen, erst dann nachalarmiert, wenn die Kapazitäten der regulären Einsatzkräfte an Grenzen zu stoßen drohen. Um so wichtiger im dichten Funkverkehr knapp aber unmissverständlich zu kommunizieren. Online Funkübungen ermöglichen in realistischen Einsatzszenarien zu erlernen, Funkmeldungen regelgerecht abzugeben und darin eine gewisse Routine zu erlangen.

Technisch gesehen betreibt die „Leitstelle“ einen Server, der ein Telefonkonferenz-System bereitstellt. Die Teilnehmer arbeiten mit Web-Clients. Ein PC mit Internetanschluss, Soundkarte und Headset gehören zur erforderlichen Grundausstattung. Je nach Plattform wird noch ein spezieller Voice-over-IP-Client, wie TeamSpeak benötigt, der kostenlos aus dem Internet heruntergeladen werden kann. Einige Funkübungsplattformen bieten darüber hinaus auch noch einen virtuellen Statusgeber mit an, damit auch die Benutzung des FMS mit eingeübt werden kann.

Nach der Übung gibt es ein Abschlussbriefing. Die Übungsleiter haben alle Fehler und Unsicherheiten mit geschrieben und geben den betroffenen Funkern Tipps und Verbesserungsvorschläge.

Die größten Online-Funkgemeinschaften zählen über 1.000 registrierte Benutzer. Aus den gemeinsamen virtuellen Funkkontakten, werden bisweilen „Offline-Treffen“, in denen man sich wunderbar über seine Arbeit bei Feuerwehr oder Rettungsdienst mit Gleichgesinnten austauschen kann. Nach einigen virtuellen Funkübungen verliert dann auch der Griff zum Funkhörer im echten Einsatzgeschehen seinen Schrecken.

Online-Funkübungen sind in aller Regel kostenlos, wenngleich der Server-Betrieb und die Softwareapplikationen Kosten verursachen und sich alle Betreiber deshalb sehr über Spenden freuen. Ein Anbieter versucht über den Verkauf von Fanartikeln oder einem „Very-Importent-User-Ticket“, das eine freie Fahrzeugwahl und einen werbungsfreien Bedienbildschirm beinhaltet, einen Kostendeckungsbeitrag einzuspielen.

Wer nun schnellstmöglich an der nächsten virtuellen Funkübung teilnehmen möchte, sollte eine der folgende Webseiten aufsuchen:

www.funkuebung.com
www.4meter.de
www.virtuell-funken.de

Hinweis: Es gibt vermutlich noch mehr virtuelle BOS-Funkübungen. Link-Tipps werden gerne entgegen genommen.

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