NRW: Hilfsorganisationen warnen vor Vergabechaos


Foto: Barmer GRKKöln/Düsseldorf (pm) – Die Hilfsorganisationen aus Nordrhein-Westfalen schlagen Alarm: Eine Kommerzialisierung würde sowohl Rettungsdienst als auch Bevölkerungsschutz gefährden. Außerdem triebe sie die Entlohnung der Mitarbeiter in eine Abwärtsspirale. Als aktuelles Beispiel führen ASB, DRK, Johanniter und Malteser in einer gemeinsamen Pressemitteilung die derzeitigen Probleme im Landkreis Spree-Neiße (Brandenburg) an.

Aufgrund rechtlicher Unsicherheiten zwischen EU, Bund und den Ländern werde der Rettungsdienst von Städten und Kreisen bei Ausschreibungen nicht selten nach dem Preiskriterium an den billigsten Bieter vergeben. Die Folgen seien dann oft negativ, nicht zuletzt für die Mitarbeiter. Exemplarisch wird der Landkreis Spree-Neiße genannt.

„Die gleichen Berichte erreichen uns nun leider auch aus NRW, wo Mitarbeiter ebenfalls schlechtere Angebote unterbreitet bekamen, als die Vergabe zu Gunsten einer GmbH erfolgte“, wird Hans-Gerd Achnitz, Bereichsleiter Notfallvorsorge der Malteser in NRW, zitiert.

Dabei gehören Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz nach Meinung der Hilfsorganisationen zusammen. Doch auch für Ehrenamt und Bevölkerungsschutz seien die Auswirkungen bei der jetzigen Vergabepraxis negativ. Beide Aufgabenfelder seien besonders in NRW eng verzahnt.

„Durch die häufigen Rettungsdienst-Ausschreibungen, dem daraus resultierenden Anbieterwechsel oder durch die Kommunalisierung von Rettungsdiensten mussten bereits Einsatzeinheiten der Hilfsorganisationen im Bevölkerungsschutz abgemeldet werden, weil die Helfer durch den Wegfall des Rettungsdienstes keine Möglichkeiten mehr für notwendige Übungen und Fortbildung in der Einsatzpraxis hatten“, nennt Magnus Memmeler, Referent Einsatzdienste der Johanniter in NRW, Beispiele. Konkret führt er den Kreis Heinsberg und die Stadt Oeynhausen an.

Kein Karneval? Kein Bundesliga-Fußball?

Werde der eingeschlagene Weg fortgesetzt, sehen zumindest einige Vertreter der Hilfsorganisationen in NRW den Karneval und Bundesliga-Fußball gefährdet: „Ohne die zahllosen Rettungs- und Sanitätsdienste der engagierten Ehrenamtlichen … gäbe es in NRW keinen Karneval, keine Bundesliga, keine Musikfestivals und viele weitere öffentliche Veranstaltungen“, zeigt sich der Landesgeschäftsführer des ASB in NRW, Dr. Stefan Sandbrink, überzeugt.

Das bewährte System von Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz, in Zusammenarbeit von Ehren- und Hauptamt zu erhalten, müsse daher eine der vordringlichsten Aufgaben der Politik sein. Die vier Hilfsorganisationen fordern aus diesen Gründen ein Ende der Kommerzialisierung im Rettungsdienst. Hierfür hätten die vier Hilfsorganisationen Vorschläge ausgearbeitet und stünden über ihre Landesvorstände im regen Austausch mit den Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung.

(Foto: Barmer GRK)

25 Responses to “NRW: Hilfsorganisationen warnen vor Vergabechaos”

  1. John Gage on Januar 10th, 2013 20:07

    Wenn ich so ein Gewäsch wieder höre…
    Die JUH bietet Sanitätsdienste durchs EA also kostenlos an? Oder nehmen die nur 2/3 Preis von dem DFB, den sie dann aber 100% selbst behalten?!

    Ist die Öffentliche Sicherheit gefährdet, weil die Polizei in kommunaler Hand ist?

    Der öffentliche Rettungsdienst ist doch nicht dazu da, das Ehrenamt zu cofinanzieren.

    Aber natürlich möchten die Herren DRK JUH MHD ihren Stand / Status und ihre Monopolstellung auch mit jedem noch so unsachlichen und unrichtigen Stammtischgewäsch und Angstmacherei (Katastrophenschutz ist in Gefahr) verteidigen.

    Liebe Herren: Sie sind dazu eingeladen, aus Ihren Spendengeldern oder Erlösen aus dem letzten Kreuzzug doch einfach ein bisschen Katastrophenschutz aufzubauen. Vielleicht gibt der Bund noch was dazu?
    Kommt, soooo teuer kann doch ein EHRENAMT nicht sein 😉

  2. Peter Anders on Januar 11th, 2013 10:45

    Natürlich gäbe es weiter Karneval und Fußball denn es gibt genügend Hauptamtliche Kräfte welche für richtiges Geld auch diese Absicherungen übernehmen würden. Und die Vereine und Karnevalsverantslater können sich das auch leisten.

    @JohnGage: Komm doch mal wieder ins Forum 😉

  3. doggi on Januar 11th, 2013 11:15

    Moin,

    jerder der die einschlägigen Foren und die Presse der letzten Monate verfolgt hat kann den Artikel nicht zu Ende lesen, weil er sich vor Lachen auf dem Boden wälzt.

    Hallo HiOrg´s wachwerden !!

    It´s time to change.

  4. Uwe Hamb on Januar 11th, 2013 11:56

    Jeder verantwortungsvoll Handelnde wird dem Bericht Recht geben. Vielleicht fehlt Herrn Gage der Horizont um die Zusammenhänge zu erkennen. Nur soviel sei gesagt, alle genannten Hi-Org. engagieren sich über sämtliche Zuschüsse hinaus und sind in der Lage Ehrenamt zu motivieren. Das sollen die nicht genannten erstmal nachmachen.
    Schönes WE

  5. John Gage on Januar 11th, 2013 13:44

    @Peter Anders…

    Nein, sorry…

  6. Achim on Januar 11th, 2013 19:49

    Also ich habe ja schon viel Verständnis für die HiOrgs und vor allem für die Kollegen die eine Verschlechterung oder einen Wegfall ihres Arbeitsplatzes befürchten. Was mich allerdings komplett stört ist diese gebetsmühlenartige Litanei mit dem Ehrenamt im Rettungsdienst und dem Katastrophenschutz. Das kann ich langsam nicht mehr hören. So ein Quatsch!
    Denn wenn die HiOrgs. in der Lage sind Ehrenamt zu motivieren, dann können die das auch ohne Rettungsdienst. Bei und im RD Bereich gibt es nur einen RD Anbieter aber dennoch eine weitere etablierte HiOrg im Sanitätsdienst mit ordentlich ehrenamtlichen Zulauf auch ohne Rettungsdienst.! Rettungsdienst ist Profiarbeit! Und man kann auch professionelle SEG´en einrichten, das geht durchaus. Aber für die Politik ist es halt so wie es jetzt läuft billiger und bequemer. Weil sie sich dann so gut wie um nichts kümmern müssen. Liebe HiOrgs lasst dieses alberne Geplapper und überzeugt durch Qualität und Fantasie.

  7. Sascha on Januar 12th, 2013 11:19

    @ Uwe Hamb:

    Nun da muss ich Ihnen widersprechen und persönliche Angriffe, wie auch wenig valide Aussagen untermauern nun nicht Ihren Standpunkt.

    Fakt ist:
    – die HiOrgs haben durch genug Affären in eigenen Reihen gezeigt, das sie nicht mit der verantwortungsvollen Aufgabe des Bevölkerungsschutzes umgehen können (Bayern, MHD Überschussgenereation von mehreren Millionen als gGmbH, ASB usw.)
    – weiterhin ist eine Kombination aus Rettungsdienst und Ehrenamt nicht notwendig, um den Bevölkerungsschutz zu erhalten – die größten Rettungsdienstnationen bestizen kein Ehrenamt, dafür aber ein hauptamtliche sehr gut funktionierendes Bevölkerungsschutzsystem. (Das dieses funktionieren kann, sieht man z.B. sehr gut bei der RKiSH)
    – die Kommerzialisierung ist nur soweit ein Problem, wie man sie bediehnt: wenn die Führungskräfte der HiOrgs sich im Vorfeld zusammensetzen würden und eine einheitliche Politik in Bezug auf Kostennotwendigkeiten absprechen würden, käme es nicht zu dieser Unterbieterei.
    – das Hauptproblem liegt immer noch im Steuergesetzbuch V und darin, das die Krankenkassen die Leistung bezahlen und nicht der Staat, der die Aufgabe wahrnimmt, seinen Bürger auch medizinisch zu schützen.
    – die HiOrgs bis heute keine Qualitätsdarstellung Ihrer Leistung darlegen, in Form von Prozess- und Ergebnisqualität

    Das von Ihnen angeführte Engagement geht leider in die falsche Richtung – nämlich nur in die eigene. Professionelles Engagement für das System und die Mitarbeiter ist nicht zu erkennen und leider auch durch die meist maroden personellen Strukturen nicht zu bewerkstelligen. Dazu benötigt man auch ein schlagkräftiges, innovatives und vor allem auch qualifiziertes Führungsteam, das nicht um jeden Preis an alten Systemen festhalten will, sondern sich engagiert für sein Personal aber auch für die Verbesserung des Systems einsetzt.

    Somit gibt es nichts nachzumachen, sondern in erster Linie Neues zu machen. Eine bundesweite Kommunalisierung, Finanzierung über den Bund und Steuergelder, wie auch die Schaffung von Qualitätskriterien die eingehalten, geschaffen und von neutralen Instituten überwacht werden müssen (jenseits einer lächerlichen ISO 9001), sind die Grundpfeiler für ein solches System.
    Das Ehrenamt hat und kostet den Rettungsdienst wichtige Stellen und manövriert es derzeit in eine Sackgasse.

  8. Poca on Januar 12th, 2013 16:14

    Es ist erstaunlich, wie viele RDler sich auf einschlägigen Seiten zu Wort melden und es im Grunde nur darauf absehen, die HiOrg zu diskreditieren. John Gage redet über Stammtischgewäsch und Angstmacherei durch die HiOrg. Ein paar Auszüge aus seinem Kommentar:
    – (offensichtlich) hohes Spendenaufkommen, Erlöse aus dem Kreuzzug
    – JUH kassiert auf Kosten ehrenamtlicher beim DFB ab
    – Monopolstellung (d. h., es gibt auf dem Markt gar keine weiteren Anbieter; kann deshalb auch sein, dass Herr Gage gar nichts mit dem Begriff „Monopol“ anfangen kann)

    In so wenigen Absätzen so viel Stammtischgewäsch selbst fabriziert, ich würde mich nicht so weit aus dem Fenster hängen. Denn überall ist es das Gleiche: Das Rumhacken auf den HiOrgs wird selten mit sachlicher fundierter Argumentation sondern meistens mit Polemik (womit man die Lacher auf die eigene Seite ziehen und somit gleich „Komplizen“ gewinnen möchte) sowie jede Menge … halt Stammtischgewäsch betrieben!

    Ich gehe einmal davon aus, dass insbesondere kommunale RDler die HiOrg als Bedrohung ansehen. Denn wer im kommunalen Schoß sitzt und dort mit Pracht und Wonne das Geld nur so aus dem Fenster schmeißt (und das ist weder Polemik noch unsachlich sondern sogar leicht an den Defiziten fast aller kommunal gesteuerten Rettungsdienste abzulesen) und das eigentliche wahre Monopol genießt (denn die halten sich die Konkurrenz per Gesetzt vom Leib), der möchte sich als Made aus diesem fetten Speck ungern entfernen lassen und sich auch noch der Konkurrenz stellen müssen.

  9. NRW-Retter on Januar 13th, 2013 12:48

    @Poca
    Sie schreiben:
    „Ich gehe einmal davon aus, dass insbesondere kommunale RDler die HiOrg als Bedrohung ansehen. Denn wer im kommunalen Schoß sitzt und dort mit Pracht und Wonne das Geld nur so aus dem Fenster schmeißt (und das ist weder Polemik noch unsachlich sondern sogar leicht an den Defiziten fast aller kommunal gesteuerten Rettungsdienste abzulesen) und das eigentliche wahre Monopol genießt (denn die halten sich die Konkurrenz per Gesetzt vom Leib), der möchte sich als Made aus diesem fetten Speck ungern entfernen lassen und sich auch noch der Konkurrenz stellen müssen.“

    Ihnen ist bekannt, dass der kommunale Rettungsdienst keine Gewinne einfahren darf?
    Somit kann es temporär zur leichten Unterdeckung führen. Dieses wird fast jährlich mit den Kassenverbänden bei den Gebührenbedarfsberechnungen verhandelt. Sofern es zu einem Gebührenüberschuss kommt, werden die Gebühren wieder gesenkt, auch wenn es hierbei zu einer Unterdeckung kommt, bis wieder ein schwarz-rote Null herauskommt. Eine Quersubventionierung mit anderen Bereichen ist nicht zulässig und wird auch nicht gemacht.
    Wie verhalten sich hier die HiOrgs?

  10. Florian on Januar 13th, 2013 16:37

    Eine absolute Frechheit von Ihnen Poca.

    Aber wir können die Aufgaben ihrer lokalen Polizeidienststelle ja gerne den Hilfsorganisationen überlassen. Vielleicht mit ehrenamtlichen Polizisten?

    Natürlich kann kommunaler Rettungsdienst defizitär sein. Aber Leistung kostet. Wir verkaufen schließlich keine x-beliebige Dienstleistung.

  11. Benny on Januar 13th, 2013 20:32

    nochmal für Alle: Die kommunalen RD´s haben doch das Gesetz auf ihrer Seite als Träger des RD. Die hier höheren Gehälter lassen sich doch wunderbar durch entsprechende Gebührensatzungen bei den Kostenträgern durchsetzen. Da haben wir auf beiden Seiten öffentliche Hand und öffentlich-rechtliche Partner. Am Ende zahlen es doch – wenn es nicht über die Gebührensatzung geht – die Steuerzahler oder die Beitragszahler.

    Wer zahlt die Defizite bei den HiOrg´s? Vielleicht ein Stück weit das Fördermitglied oder Spender? Was ist daran verwerflich? Das sind freiwillig geleistete Beiträge und Spenden, die zumindest zweckgebunden verwendet werden. Das kann man von Steuern und Krankenkassenbeiträgen wahrlich nicht behaupten.

  12. Uwe Hamb on Januar 14th, 2013 09:55

    @ Sascha

    Ich lasse die Kritik gerne gelten. Kritischer Umgang schärft die Sinne. Nicht gelten lasse ich die pauschalen Aussagen, wie schlecht alles in den HiOrgs ist, davon abgeshen ist auch nicht alles gut. Wer kann das schon von sich behaupten. Die schwarzen Schafe gibt es überall.

    Die Probleme sind Sytembedingt, da gebe ich Ihnen recht. Leistung muss bezahlt werden und bezahlbar bleiben. Bedingt durch die Tatsache das im RD rund 65% der Kosten auf Personal entfallen wird jeder „Neue am Markt“ versuchen an dieser Schraube zu drehen bzw. Kosten einzusparen. Die Vergabesystematik trägt ihres dazu bei. Wie soll sich ein/e RD-Mitarbeiter/in eine Zukunft aufbauen, nicht wissend ob in 5 Jahren ihr Arbeitsplatz noch vorhanden bzw. ausreichend bezahlt wird oder ob bis dahin eine Auffanggesellschaft oder Personalgesellschaft gegründet wurde und sie/er heimlich herabgestuft wird.

    Ich persönlich halte in meinem Bereich gute Kontakte zu kommunalen, privaten und anderen HiOrg Anbietern und sehe viel positives aber auch negatives. Das Positive versuche ich zu übernehmen und das Negative zu vermeiden. Hier und da gibt es Sachzwänge die dies nicht immer zulassen aber wir arbeiten daran.

    Und persönlich habe ich nicht werden wollen, wenn dies den Anschein gemacht hat, dann biete ich meine Entschuldigung dafür an. Mit Horizont habe ich die weiterführenden Zusammenhänge und systembedingte Vorgaben gemeint.

  13. Stefan on Januar 14th, 2013 10:30

    Mal eine ganz bescheidene Frage an alle:
    Warum eigentlich soll man nicht den Rettungsdienst ganz oder teilweise durch Steuermittel finanzieren? Die Feuerwehr und die Polizei die Bundeswehr die Straßenmeisterei usw. werden doch auch aus Steuern und Abgaben der Bürger bezahlt. Warum nicht den Rettungsdienst? Bei uns in Ba.Wü. gab es früher eine Feuerwehrabgabe die jeder erwachsene berufstätige Mann zu entrichten hatte. Irgendwann wurde die mal gestrichen weil sie nicht verfassungsgemäß war. Dafür wurde dann die Grundsteuer entsprechend erhöht. Was spricht gegen eine Subventionierung des RD durch öffentliche Mittel wenn dann der RD in kommunaler Trägerschaft ist? Diese Vorbehalte erschließen sich mir nicht ganz. Ich als professioneller Rettungsdienstmitarbeiter möchte für meine Arbeit gutes Material und angemessene Bezahlung die sich am Feuerwehrbeamten des mittleren Dienstes als Minimum orientieren sollte. Das alles kann die Politik so beeinflussen.
    Woher und von wem mein Gehalt kommt interessiert mich als AN nicht. Und ob auf dem RTW irgendein Kreuz, Lilie oder Kreiswappen oder en stürzender Raubvogel klebt ist mir auch schnuppe wenn die anderen angeführten Bedingungen stimmen.
    So das musste ich mal los werden!

  14. NRW-Retter on Januar 14th, 2013 18:32

    @Benny
    „“nochmal für Alle: Die kommunalen RD´s haben doch das Gesetz auf ihrer Seite als Träger des RD. Die hier höheren Gehälter lassen sich doch wunderbar durch entsprechende Gebührensatzungen bei den Kostenträgern durchsetzen“
    Es ist auch gut so! So haben die Mitarbeiter wenigstens keinen Hungerlohn. Jedoch gibt es hier auch noch Ängerungsbedarf (Eingruppierung).Oder möchtest Du die hier diskutierten Gehälter einiger gGmbH´´s?

    @Stefan
    „Ich als professioneller Rettungsdienstmitarbeiter möchte für meine Arbeit gutes Material und angemessene Bezahlung…“
    Volle Zustimmung.

    „…die sich am Feuerwehrbeamten des mittleren Dienstes als Minimum orientieren sollte. Das alles kann die Politik so beeinflussen.“
    Beim Feuerwehrbeamten gibt es keine Tarif. Besoldung nach Haushaltslage, wenn nicht genug Gegenwind herrscht.
    Vergess bitte nicht, dass der Feuerwehrbeamte des mittleren feuerwehrtechnischen Dienstes in NRW eine Berufsausbildung hat. Anschließend durchläuft er die 1 1/2 jährige Laufbahnausbildung und macht im Anschluss auch noch den Rettungsassistenten. RA als Berufsausbildung wird nur von wenigen Feuerwehren in NRW als geeignete Ausbildung anerkannt. Z.B. Köln nur wenn das Jahr RAiP in Köln (BF bzw. HiOrg) absolviert wurde und eine sehr gute Berurteilung vorliegt.

  15. Benny on Januar 14th, 2013 21:06

    @ Sascha:
    Es ist schon sehr lustig, wenn man seine Meinung mit einem Gesetzbuch begründet und sich dabei in einer völlig falschen Welt bewegt. Das “Steuergesetzbuch” hat nun wirklich nicht das Geringste mit den Krankenkassen und den Transportleistungen zu tun.
    SGB V steht für “Sozialgesetzbuch V”.
    Weiterhin kann man, was Ehrenamt und Hauptamt betrifft, auch völlig anders argumentieren. Während ich Hauptamtliche kenne, die einfach nur noch genervt ihren Job machen, der sicher meist unterbezahlt ist, so sind es Ehrenamtliche, die mit Engagement, Fleiss und der gleichen Kompetenz die Fahrzeuge besetzen. Und zwar, weil sie es wollen, nicht weil sie es müssen!
    Wer etwas will, ist meistens besser motiviert als jemand, der etwas MUSS.
    Ich finde es einfach unterirdisch, ständig das Ehrenamt anzugreifen und zu diffamieren! Lasst das doch einfach mal sein.

    Wer glaubt denn ernsthaft, dass die gesamten Strukturen mit SEG etc. durch Hauptamtliche zu bezahlen wären. Hat irgendwer schon mal Entgeltverhandlungen mit Kostenträgern mitgemacht? Es ist doch eine IIllusion zu glauben, die würden einfach diese Strukturen auch bezahlen, wenn sie Hauptamtlich wären.

    Dieses unqualifizierte Geblubber hier geht mir echt auf den Zeiger, weil es nie die Gesamtsituation betrachtet.

    Und wer glaubt ernsthaft, dass Private solche Strukturen ohne Berechnung zur Verfügung stellen würden und könnten? Die müssten auch mehr Geld bekommen, was unwahrscheinlich ist oder eben bei den Kosten ansetzen. Und welcher Kostenblock ist der Größte und kann am schnellsten nach unten gedrückt werden?

    Und dann soll mir mal jemand erklären, warum jetzt die Privaten damit anfangen, eingetragene Vereine zu gründen, um Ehrenamtliche dort zu gewinnen.

    Nein, das ist ein schönes Stück Geldkuchen, von dem die was abhaben wollen. Und sucht mal das Engagement der Privaten in vielen sozialen anderen Bereichen. Dort aber sind die HiOrgs vertreten und erbringen wichtige soziale und menschliche Leistungen, die in unserer Gesellschaft dringend benötigt werden. Und das muss – weil dort Menschen arbeiten und ihren Lebensunterhalt verdienen – bezahlt werden.
    Sonst sollen doch alle diese Prediger hier in diesen Bereichen ehrenamtlich arbeiten, dann sähe es anders aus. Aber das macht Ihr ja nicht, stattdessen wird auf die Ehrenamtlichen draufgehauen. Hoffentlich braucht keiner von solchen Vertretern mal einen RTW am Wochenende, der ehrenamtlich besetzt ist. Aber keine Angst, wir helfen trotzdem.

  16. tangotango on Januar 15th, 2013 11:29

    „Während ich Hauptamtliche kenne, die einfach nur noch genervt ihren Job machen, der sicher meist unterbezahlt ist, so sind es Ehrenamtliche, die mit Engagement, Fleiss und der gleichen Kompetenz die Fahrzeuge besetzen“

    Und warum machen die Heißkisten dann den RD nicht hauptberuflich? Na? Zu wenig Asche am Ende des Monats? Oder ist es ein nettes Hobby zum Angeben?! Neben her ein bisschen „leben retten“ und „Blaulicht-Karren umher cruisen“?!
    Personen, die ihren Job nicht (mehr) so mögen gibt es überall. Trotzdem werden die woanders nicht durch Ehrenheimer ersetzt. Zum Glück.

    Und in meiner Bank bin ich auch noch nie von so ein Hobby-Vogel beraten… ansonsten wäre das auch der letzte Termin dort gewesen.

    Es ist nicht so einfach, höhere Löhne oder ein besseres Arbeitsklima zu schaffen, wenn es immer wieder ein paar Vögel gibt, die den Job auch für Lau machen oder sogar noch drauf zahlen, nur um mal „Retter“ zu sein.
    Alleine solche Typen vermiesen einem diesen Job ganz schön. Vielleicht kommt ja genau daher, durch solche Vögel, die Unzufriedenheit bei einigen.
    Es geht an die Substanz, wenn man sieht, wie der eigenen Job, die eigene Arbeitskraft, durch dieses Vorgehen dieser Un-Kollegen mit Füßen getreten wird.

    „Dort aber sind die HiOrgs vertreten und erbringen wichtige soziale und menschliche Leistungen, die in unserer Gesellschaft dringend benötigt werden.“

    Ach, wenn ich diese Sülze lese platzt mir wieder der Arsch. Diese unsägliche Propaganda.. „Im Zeichen der Menschlichkeit“, „Abenteuer Menschlichkeit“.

    Die eigenen Mitarbeiter bleiben derweil auf der Strecke. Diese abgefuckten Poster sind bei uns auf der Wache schnell wieder von der Wand gerissen worden. Es ist einfach zu krank, täglich auf so eine Scheiße zu gucken.

    „Hoffentlich braucht keiner von solchen Vertretern mal einen RTW am Wochenende, der ehrenamtlich besetzt ist. Aber keine Angst, wir helfen trotzdem.“
    Oh ja, dass ist ja _die_ Argumentation schlecht hin! Und die nächste Baufirma argumentiert vor dem Zoll demnächst auch so: „Wir haben für das Projekt einen Termin, können es mit den vorhandenen Arbeitern aber nicht packen. Nur deshalb arbeiten hier so viele Polen, ehrlich!“

    Vielleicht wäre BER ja schon längst fertig,..

  17. John Gage on Januar 15th, 2013 16:48

    @Benny
    Sorry, aber KEINER MUSS im Rettungsdienst arbeiten und wird mit vorgehaltener Waffe gezwungen. Sollen alle, die „kein Bock“ mehr im HA haben, doch einfach ihren Spint räumen – der nächste, motivierte Kollege steht am nächsten Dienst bereit!

    Ehrenamt rettet das Geld?! Warum gehen denn die EA’ler nicht dahin, wo extremster Mangel herrscht? Sollen sie doch ehrenamtlich im Pflegeheim ihre freie Zeit verbringen. DA werden sie wirklich gebraucht.
    Achso, ich vergaß: kein Heldentum, kein Blaulicht, keine Holster…

    Ich weise grundsätzlich ALLE Bewerber bei mir im Unternehmen ab, die unter „Hobbys“ mir mit „Ehrenamt beim KV …. 3x in der Woche“ kommen!

  18. Benny on Januar 15th, 2013 22:53

    @ tangotango: Geht es auch ohne Kraftausdrücke und Fäkalsprache seine Meinung zu äußern? Grausam! Wenn es so schlimm ist, würde ich mir langsam einen anderen Job suchen.

    @ John Gage: Warum gehen die RD´ler nicht in die Pflege, da verdienen sie mehr und müssten nicht mehr jammern und die Ehrenamtlichen füllen die Lücken im RD

  19. tangotango on Januar 16th, 2013 12:30

    Nein, wenn man ständig so einen Müll lesen muss geht es langsam nicht mehr anders.

    Was soll man da argumentativ denn auch noch vorbringen? Es sollte eigentlich jedem klar denkenden Menschen irgendwo einleuchten, dass es dem Arbeitsklima absolut nicht zuträglich sein kann, wenn da solche Clowns ankommen und für lau/“Aufwandsentschädigung“ die gleiche Arbeit machen.

    Egal was man sagt kriegt man dann solche lustigen Sprüche die Ohren geknallt ala „ehrenamtliche ziehen die Karre aus dem Dreck“. Nein – Nein, das tut ihr nicht. Ihr seid erst der Grund für diese blödsinnige Abart.

    Wie kann bitte schön ein RTW nicht besetzt sein?! Hat sich da eine Org wieder übernommen und nicht genug Personal, um den Auftrag wahrzunehmen?!
    Woanders werden Aushilfen, welche die „Karre aus dem Dreck ziehen“, deutlich besser bezahlt.. im RD kommen wiederum Typen an und meinen, wenn sie die hauptamtlichen unterbieten wären sie die Heilsbringer. Nein, das seid ihr nicht. Ihr gebt den Bemühungen um bessere Arbeitsbedingungen und Löhne immer die volle Breitseite.

    Zum Glück wird diesen Machenschaften langsam aber sicher ein Riegel vorgeschoben!

    Warum die „RD’ler nicht in die Pflege gehen“? Paha, es war ja so klar, dass ein derartiger Satz kommen wird.

    P. S.
    Lass mich raten.. große HiOrg Plakette im Auto und das Kennzeichen endet mit 112.

  20. John Gage on Januar 16th, 2013 13:10

    @Benny
    Noch bessere Idee: Wir gehen alle ehrenamtlich Arbeiten, ausnahmslos ALLE. Und man kann sich sogar jeden Tag neu aussuchen, was man grad machen möchte! Und das Bildungs-, Werte,- und Finanzsystem schaffen wir gleich mit ab – halten eh die meisten nichts von und hat uns erst diese Misere eingebrockt!

    Sozialismus und Berufsausübung von Gottes Gnadentum! Geil!

  21. tangotango on Januar 16th, 2013 15:02

    John Gage
    @Benny Noch bessere Idee: Wir gehen alle ehrenamtlich Arbeiten, ausnahmslos ALLE.

    tztz.. wie wäre es, wenn sich jeder seine Arbeit(skraft) vernünftig vergüten lassen würde? Am besten mit Gehalt, dass für die Versorgung (s)einer Familie reicht.

  22. Benny on Januar 16th, 2013 23:27

    @ tangotango: Was soll das mit dem Kennzeichen? Wollen Sie noch vorbeikommen und die Prügelstrafe vollziehen, weil man anderer Meinung ist?

    Wenn man etwas nicht mehr lesen kann, sollte man einfach fernbleiben.

    Und wenn jemand hier Müll schreibt, dann sind Sie sicher mit dabei. Es geht nur mit Beleidigungen, Diffamierungen, Angriffen und einer Tonart, die eine sachliche Auseinandersetzung unmöglich macht.

    Glauben Sie wirklich, wenn die Ea durch Ha ersetzt würden, könnten dadurch die Löhne steigen? So naiv kann man doch nicht sein!

    Ehrenamtliche auf den Scheiterhaufen! Die Hetzjagd ist eröffnet.

    Wie wäre es denn, einen anderen“Beruf“ zu lernen und besser zu verdienen? Oder hat es dafür nicht gereicht?

  23. tangotango on Januar 17th, 2013 16:32

    Das mit dem Kennzeichen war so eine.. ganz grobe Vermutung. Allzu falsch kann ich damit ja nicht liegen 😀

    Würden die Löhne steigen, wenn es keine Personen mehr geben würde, die ihre Arbeitskraft dem Arbeitgeber schenken? Es wäre zumindest eine bessere Ausgangslage um für höhere Löhne zu kämpfen. Der Chef kann dann nicht mehr damit „argumentieren“, dass man ja genug verdiene. Andere würden die Arbeit ja auch umsonst machen!

    Überhaupt, auf was für einer Stelle sitzt denn der EA? Wie kann es überhaupt möglich sein, dass so eine Figur auf einem Rettungsmittel des Regelrettungsdienstes sitzt?!

    Es wäre ja der Unheil ein jeder Branche, wenn bezahlte Arbeiter plötzlich durch Hobby-Bauarbeiter,-Friseure,-Bäcker,-Tischler,-etc ersetzt werden.. bis auch die Hobbyköppe plötzlich merken, dass irgendwann ihr eigener bezahlter Job vor dem Aus steht,.. weil ein anderer Hobbykopp den für lau macht.

    Nur fürs Protokoll.. mich selbst betrifft dieser Schwachfug nicht. Hier finden sich keine solche unbezahlten Hobbytypen.. nichts desto trotz kann ich diesen Kram nicht so stehen lassen. Ansonsten fällt noch jemand auf diese Propaganda herein bzw. noch in seinem Handeln bestärkt.

    P.S.: Gibt es eigentlich aktuell noch Ausschreibungen, wo derartiges gestattet bzw. nicht ausgeschlossen wird?

  24. Michael on Januar 18th, 2013 18:23

    Ich verstehe ja, dass sich die Hauptamtlichen hier aufregen, da die Zahlmoral im Rettungsdienst zum Teil sehr unterirdisch ist. Und ich verstehe auch die Ehrenamtlichen (bin selber einer von Denen), die ihr Engagement nicht genug gewürdigt sehen.
    Kleiner Denkanstoß: Es gibt Ehrenamtliche, die ihre Qualifikation zum RA/RS etc. haben und vielleicht ein oder zwei Dienste ehrenamtlich auf einem RTW machen um fit zu bleiben und nicht um Stellen wegzunehmen?
    Dass jemand, der 5Tage die Woche „ehrenamtlich“ auf einem KTW mitfährt schon eher eine Stelle wegnimmt, sehe ich genauso.

    Versucht doch erst einmal wieder die Emotionen aus der Diskussion zu nehmen und euch nicht gegenseitig fertig zu machen. Das Problem liegt m.E. in den HiOrg’s, wo zum Teil soviel Schindluder mit den HA und EA angestellt wird. Da muss über das Ehrenamt und zu Lasten der Gehälter nunmal der große Wasserkopf der Verwaltung bezahlt werden. Und die Sekretärin Nummer 3 des Kreisgeschäftsführers und der Dienstwagen und, und, und.
    Dass die kleinen Fürsten der HiOrg’s jetzt die Muffe kriegen ist klar. Dänemark zeigt recht eindrucksvoll, dass es auch mit privaten Rettungsdiensten geht. Und ich glaube, dass private Unternehmen ganz anderes kontrolliert werden und allein aufgrund dessen schon etwas besser zahlen müssten. Denn: Mit leistungsgerechtem Gehalt steigt die Motivation und damit steigt in der Regel auch die Qualität der Arbeit…

  25. Matthias on Januar 23rd, 2013 13:24

    Ich war auch mal so doof und habe jahrelang ehrenamtlich für die JUH gearbeitet-was habe ich davon?
    Kein Geld, keine Krankenversicherung, keinen Rentenanspruch für die Zeit.

    Die Ausbildung habe ich selber finanziert, keine Ermäßigung, nichts-aus 900jähriger Tradition!“

    Leute, es geht um Arbeitsplätze. Nichts anderes.
    Wovon soll unsere Rente bezahlt werden, wenn wir nur alle ehrenamtlich arbeiten?
    Wie läuft das bei anderen Firmen-haben die auch Ehrenamtliche?
    Nee, die Zahlen noch Gewerbesteuer.

    Wenn ich mir überlege, wie viele Menschen dort ausgebeutet wurden und werden dann könnte ich heulen. Das hat nichts mit Nächstenliebe etc. zu tun.

    Und unsere dusseligen Politiker fallen auf das schwachsinnige Gesülze und die Horrorszenarien und Katastrophenmalereien auch noch rein.

    Uaaa, ohne uns gibt es keine Bundesliga mehr…

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?