NotSanG: Erste Reaktionen zum Gesetzentwurf


Bremen (rd.de) – Der Referentenentwurf zum Berufsbild “Notfallsanitäter” liegt vor. Noch aber wollen sich nur wenige Verbände öffentlich hierzu äußern. Doch jene, die sich für eine durchgreifende Veränderung des Berufsbildes stark gemacht haben, scheinen zufrieden mit der Arbeit der Referenten.

Beim Deutschen Berufsverband Rettungsdienst (DBRD) in Kiel ist man hocherfreut, dass sich einiges aus der Vorlage der DBRD-Arbeitsgruppe tatsächlich im Gesetzentwurf wiederfindet: „Das Bundesgesundheitsministerium bleibt mit dem Entwurf bei seiner Linie, dass die Erweiterung des Spektrums von Behandlungsmaßnahmen durch das nichtärztliche Rettungsdienstpersonal Dreh- und Angelpunkt der verlängerten Ausbildung ist“, erklärt der Vorsitzende Marco König. Er schätzt, dass es kaum möglich sein wird, diese Maßgabe jetzt noch zurückzudrängen.

Genau diesen Punkt hält Leander Strate, Referatsleiter Rettungsdienst bei der Johanniter Unfall-Hilfe, noch nicht für ausgemacht: „Ich sehe es kritisch, dass jetzt nochmals eine Runde für Einsprüche an die Fachverbände eröffnet wurde.“ Er befürchtet, dass die Ärzteschaft alle Kräfte zusammennehmen könnte, um gegen die eigenständigen invasiven Maßnahmen durch das Rettungsfachpersonal anzurennen.

Die erste Stellungnahme der Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte (BAND) nimmt zwar die Frage der invasiven Maßnahmen durch Notfallsanitäter ins Visier, aber nur um zu vermeiden, dass die künftigen Retter durch das Ausbildungscurriculum in eine Garantenstellung für Maßnahmen geraten, für die selbst Mediziner eine Sonderqualifikation benötigen. Maßnahmen wie Narkoseeinleitung, Thoraxdrainage und Koniotomie seien geeignet, den Zwiespalt der Notkompetenz neu aufleben zu lassen.

Ferner findet der BAND-Vorsitzende Dr. Michael Burgkhardt, dass eine Schule für Notfallsanitäter auch einen verantwortlichen Arzt erfordere, wie dies auch bei anderen Heilhilfsberufen üblich sei.

Ausbildung wird deutlich teurer

Die deutlich steigenden Ausbildungskosten könnten sich noch als problematisch erweisen. So wurde ursprünglich diskutiert, dass der Azubi nach Absolvierung der RS-Ausbildung auch eigenständig Krankentransport oder als Fahrer auf dem RTW einplanbar sein sollte. Nach jetzigem Stand ist er ausschließlich als dritter Mann auf dem RTW einsetzbar. „Das verteuert die Ausbildung nicht unerheblich“, gibt Leander Strate von den Johannitern zu bedenken, „ ist aber aus pädagogischen und qualitativen Aspekten eine gute Lösung.“

Die höheren Anforderungen an die Ausbildung werden auch an den Rettungsdienstschulen nicht spurlos vorbeigehen. Von ihnen erwartet das neue Gesetz einen hauptamtlich tätigen Schulleiter mit Hochschulabschluss und eine ausreichende Zahl pädagogisch qualifizierter Lehrkräfte mit entsprechender abgeschlossener Hochschulausbildung für den theoretischen und praktischen Unterricht.

Für die Arbeitsgemeinschaft Rettungsassistentenschulen Deutschland (AgRD) ist das nach Ansicht ihres Sprechers Ingo Kolmorgen kein Grund zur Beanstandung. Die Rettungsdienstschulen stellen allerdings fest, dass die Übernahme der Ausbildungskosten ebenso unklar ist wie die Frage, wer eigentlich als Träger der Ausbildung fungieren soll. „Nach unserem Verständnis sollen die Schulen Verantwortung übernehmen“, kommentiert Kolmorgen, „müssen hierzu aber in einer vertraglichen Verbindung mit allen Beteiligten stehen.“ Hier scheinen noch einige Fragen offen.

Notfallsanitäter: Mehrkosten gegen Mehrwert

Der Berufsverband für den Rettungsdienst (BVRD), die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und das DRK wollen erst in der kommenden Woche eine Einschätzung zum Gesetzentwurf abgeben. Offenbar möchte niemand das jetzige Entwurfsergebnis durch unbedachte Einlassungen in Gefahr bringen.

Die Notwendigkeit der verlängerten Ausbildung wird mit den neuen Handlungskompetenzen des Notfallsanitäters begründet. In den Erläuterungen zum Entwurf wird gleichwohl festgehalten: „Mit der vorgesehenen Regelung beabsichtigt der Gesetzgeber ausdrücklich keinen Einstieg in ein notarztfreies Rettungssystem.“ Der Anspruch des Patienten auf qualifizierte ärztliche Hilfe bleibe unberührt.

(Foto: Markus Brändli)

52 Responses to “NotSanG: Erste Reaktionen zum Gesetzentwurf”

  1. Bastian Wieneke via Facebook on Juni 7th, 2012 10:22

    Nach den aussagen des Berichts verliert der Rs also an bedeutung?..ob das so gut ist…..

  2. Harald Wagner via Facebook on Juni 7th, 2012 10:34

    Wo siehst du hierbei die problematik?

  3. Thomas Leber via Facebook on Juni 7th, 2012 10:39

    oh je wenn man das liest kommt einen das grauen.der RS nur noch als 3 auf dem Retter, so ein blödsinn kann ja nur von Leuten kommen die nur hinter dem schreibtisch sitzen und von der Praxis keine ahnung haben.

  4. Bastian Wieneke via Facebook on Juni 7th, 2012 10:55

    Meiner Meinung nach sind Rs und notfsan auf dem rtw völlig ausreichend, und im kt weiterhin Rs rh, ging doch bis jetzt auch… Und nur weil der rettass in dem Sinne erweiterte.Kompetenzen bekommt müssen nicht die anderen drunter leiden

  5. Nubbelbrubbel on Juni 7th, 2012 11:13

    Und wer soll das alles bezahlen ? Solange man nicht bundesweit eine suffiziente Finanzierung für den Rettungsdienst durchsetzt, inkl. der Ausbildung des Personals, ist dieser gesamte Entwurf doch auch nur das Pferd vom Arsch her aufgezäumt.

    Was dem “Beruf” im Rettungsdienst fehlt sind doch nicht zwingend mehr Kompetenzen sondern berufliche Perspektiven und finanzielle Absicherung damit auch Familienväter diesem Job nachgehen und damit ihre Familie ernähren können. Damit würde auch die personelle Fluktuation sinken und die Qualität steigen. Vielleicht ein Ende mit dem RD als Durchlauferhitzer für Studenten während der Wartezeit auf einen Studienplatz.

  6. Crusty81 on Juni 7th, 2012 11:34

    @Thomas & Bastian: Habt ihr euch den gesamten Referentenentwurf samt Kommentaren mal durchgelesen? Wohl eher nicht! Die Position des 3.Mann’s die hier beschrieben ist, gilt für die Zeit der Ausbildung in der jemand gerne Notfallsanitäter werden möchte. Also nur in den 3 Jahren. Damit soll verhindert werden das die Arbeitgeber den Auszubildenden nach erfolgreicher RS Prüfung voll im Dienstbetrieb als “normale Arbeitskraft” einsetzten und somit der Pädagogische Ansatz der Ausbildung “mal wieder” auf der Strecke bleibt.
    Sicherlich ist es toll mit Blaulicht zu fahren, aber von den Maßnahmen die während der Fahrt ergriffen werden würde der Auszubilden, sofern er im RS Status den RTW fährt, ja wieder mal nichts mitbekommen.

    In wie weit sich im Nachgang regelt, was der jetzige RettAss ohne weitere Prüfung noch machen darf oder kann muß dann im RettG geregelt werden.

    Also ganz entspannt bleiben….. hier geht es “nur” um den Berufsstand des RettAss respektive der neuen Notfallsanitäter und u.a. deren Ausbildungsverlauf

  7. Glutarios on Juni 7th, 2012 11:45

    Der RS war kein Thema dieses Artikel und es ist bis jetzt nirgendwo die Rede von ihn.

    Hier geht es ausschließlich darum das in der zukünftigen Ausbildung der Angehende NotSan nicht mehr in Funktion fährt, wie bei der RA Ausbildung im Anerkennungsjahr. Sondern rein als dritter mit fährt. Was ich auch richtig finde.

  8. Gerhard Buchner via Facebook on Juni 7th, 2012 11:58

    ……Leute , hab ihr es nicht richtig verstanden ??? Der RA fällt weg, wer da keine neue Prüfung Macht, kann sich mit seiner RA -Urkunde den Arsch abwischen . Zu den Entwurf darf es niemals kommen !!!!!!!!

  9. Mathias Duschl via Facebook on Juni 7th, 2012 12:02

    @Bastian: Das was Du in den Bericht “hineinliest”, kann ich nicht finden. Es geht hier um die Annahme, dass ein Teil der NotSan-Ausbildung mit dem Prüfung zum RS abschliesst und der Azubi dann in dieser Funktion auch eingesetzt werden könnte. Im derzeitigen Gesetzentwurf ist dies aber nicht vorgesehen, was aus den von Herrn Strate angesprochenen Gründen, durchaus zu begrüssen ist. Die Rolle des RS, wie wir sie heute im RD kennen, bleibt davon unberührt.

  10. Michael Nierath via Facebook on Juni 7th, 2012 12:03

    ja genau und dann darf kein RA mehr rtw fahren?…und woher bitte schön soll denn das ganze personal kommen?.. das wird genauso laufen wie 1989..

  11. Gerhard Buchner via Facebook on Juni 7th, 2012 12:04

    Was für Flachpfeifen drücken hier nur Gefällt mir ???? Hattet ihr nur Singen & Klatschen in der Schule ???? Ihr solltet mal den kompl. 30 seitigen Gesetzentwurf lesen und nicht einfach ohne Sinn u. Verstand hier rumquaken u. Drücken . Es ist echt Traurig !!!!

  12. Marc Roiha via Facebook on Juni 7th, 2012 12:07

    Papier zum Arsch abwischen kann man immer gut gebrauchen… Warum stellt Ihr Euch immer so quer. Die Zeit ist gekommen. Wer in dem Job weiterhin qualifiziert tätig sein will, muss Leistung bringen und Engagement zeigen.

  13. Christian Leth-Nissen via Facebook on Juni 7th, 2012 12:30

    @Gerhart, der RA fehlt nicht weg und du wirst auch nicht Arbeitslos, er wird nur nach oben geschoben, der RS fällt anscheinend weg. In vielen Bundesländer wird man als RA nichts mehr. Auch wird hier endlich geregelt das es Bezahlt wird Azubi zu sein und nicht “Ehrenamtlich”, welches ja nur den Betreiben Geld einbringt oder möchtest du ne Ausbildung zum Maurer oder so Ehrenamtlich machen.

  14. Olaf Gehrke via Facebook on Juni 7th, 2012 12:46

    Ich versteh euch nicht!!!! Erst schreien alle nach Regelkompetenz und wenn sie dann kommt,will keiner etwas dafür tuen! Regelkompetenz beinhaltet halt eine fundierte Ausbildung!!! Abgesehen davon ist es jetzt nicht mehr möglich mit “Azubies” die Löhne zudrücken! Sollten alle mal drüber nachdenken!

  15. Mathias Duschl via Facebook on Juni 7th, 2012 12:59

    @Olaf: Es kommt KEINE Regelkompetenz. Und das ist auch gut so.

  16. Michael Schramm via Facebook on Juni 7th, 2012 13:06

    Soweit, ganz gut, was Löhne drücken betrifft. Es ist ja allseits bekannt, das es eine hohe Fluktuation im RD gibt. Schlecht bezahlter Job, Überstunden ohne Ende und als Kompott noch von Passanten oder Patienten beschimpfen und sonstiges einstecken. So sieht es aus. Aber mal anders herum gefragt, was machen die RA´s, die schon lange im Besitz der Urkunde sind, die biologische Uhr weiter tickt und somit zu alt sind für erneute Prüfungen? Die ganzen Jahre hat sich keiner darum bekümmert. Schön, das die Azubis nun auch eine Vergütung bekommen. Zu meiner Zeit war das ein “LUXUS” und man durfte das alles selber noch begleichen.

  17. Olaf Gehrke via Facebook on Juni 7th, 2012 13:50

    @Mathias: Sorry war etwas unpräzise geb ich zu selbsverständlich erweiterte Kompetenz im Rahmen des ärztliche Leiters! @ Michael es sind 3 monatige Kurse mit anschließender Prüfung geplant was ist daran nicht für ältere Kollegen nicht zu schaffen? Ich denke jeder muss sich jetzt seber fragen “Möchte Ich das?” Ich schon!

  18. Bernd Münkel via Facebook on Juni 7th, 2012 15:32

    Also gibt es den rettungssanitäter dann nicht mehr unnötig dann Geld und Zeit investiert dann muss man die ehrenamtliche auch abschaffen und damit mein ich sanhelfer ohne die auf dem Land die Notfall erstversorgung unmöglich ist

  19. Christian Warneke via Facebook on Juni 7th, 2012 18:12

    kann mir wer beantworten, wer den 3 monatigen kurs mit der prüfung bezahlt?

  20. Christian Krause on Juni 7th, 2012 18:17

    Und die Fragen mit der b
    Bezahlung ist ja auch noch nicht geklärt. Welcher Notfallsani will sich dann noch für ca.1400 Netto hin stellen und soll Medis spritzen oder etc.jeder Notarzt brauch für sowas eine gigantische Privathaftpflicht. Soll man das dann noh als Notfallsani von seinem geringen Lohn bezahlen.

    Also das ganze ist noch lange nicht ausgereift,. Also keine Sorgen

  21. Olf on Juni 7th, 2012 19:24

    @ Christian: Das wird vermutlich, wie bei der RettAssG § 8.2 Ausbildung, in den meisten Fällen der Lehrgangsteilnehmer sein… ;)

  22. Peter on Juni 7th, 2012 19:55

    Also ich lese das im Referentenentwurf wie folgt:

    Der Auzubi zum NotSan darf nur als 3ter Mann mitfahren um zu lernen, von daher gehe ich davon aus, das es zukünftig als mindest Qualifikation auf einem RTW einen Not San und einen RS gibt.
    Da die Festtsetzung Besatzung der Rettungsmittel eine Ländersache ist, wird man abwarten müssen was die Flüsterer den Politikern erzählen.

    Aus meiner Sicht ist es aber wichtig den Bereich KatS und San Dienst bei einer Besetzungabsprache der Rettungsmittel zu berücksichtigen.

    Als Mindestbesetzung
    RTW : NotSan und RS
    KTW : RS und RH

    Sonst fällt ein enormes Helferpotiental weg, oder aber genau das ist gewünscht. Man weiss es ja nicht.

  23. Mathias Duschl via Facebook on Juni 7th, 2012 21:08

    @Christian: Auf Seite 25 findest Du die Antwort.

  24. Nils Haag via Facebook on Juni 7th, 2012 21:38

    Das sind zwei völlig verschiedene Baustellen. Die Besatzung der Fzg wird in den RDG der einzelnen Bundesländer geregelt. Das ist jetzt auch so: In manchen Bundesländern wird für den RTW RS+RA gefordert, andere nur RA+geeignete Pers.
    Diese Differenzen wird es auch weiterhin geben.
    und solange diese Ländergesetze nicht geändert sind, können völlig problemlos auch RA als 1. Mann ihre RTW-Dienste fahren.
    Die Frage ist, wann die Länder dann diese RDG ändern und eben NotSan fordern. Ich persönlich gehe davon aus, dass dies noch einige Jahre (2-5) dauern wird. Insbesondere weil das jetztige Personal eben nachqualifiziert werden muss.

  25. Daniel Grein via Facebook on Juni 8th, 2012 01:21

    Ich finde es inzwischen müßig, über den Entwurf zu diskutieren. Ganz offensichtlich sind Viele noch nicht einmal in der Lage, einen einfachen Text zu lesen und zu verstehen. Ein weiteres Indiz dafür, dass es längst überfällig war, die Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung zu erhöhen.

  26. der Münchner on Juni 8th, 2012 08:49

    ich denke, dass die Zwangsfortbildung womöglich nochmals überdacht wird, um die vorhandenen RAs, die als Nebenamtliche oder Ehrenamtliche tätig sind, überzuleiten (bei bestandener Prüfung). Bei den RAs hat sich der Sonderweg RS -> Aufbaukurs zum RA, ja auch vielerorts als Regelausbildung durchgesetzt.

  27. Stefan on Juni 8th, 2012 10:19

    @Daniel Grein
    [Ein weiteres Indiz dafür, dass es längst überfällig war, die Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung zu erhöhen.]

    Meine volle Zustimmung!!

  28. Andreas on Juni 8th, 2012 18:59

    @ Daniel Grein traurig aber wahr!

    Bedauerlich das Friendly Fire hier, auf FB und in den Foren von welche die 40 Seiten nicht gelesen oder verstanden haben

    Leute: Es geht um eine Systemverbesserung und Professionalisierung der Berufsgruppe die die Hauptlast im RD trägt, nicht um Berufsbezeichnungen oder Einzelinteressen einiger RettAss oder RH, RS, NA, etc.

    Danke an den DBRD

  29. Mathias Duschl via Facebook on Juni 9th, 2012 19:17

    @Gerhard Buchner: Da mir einige derjenigen persönlich bekannt sind, die hier auf “Gefällt mir” gedrückt haben, darf ich Ihnen versichern, dass es KEINE “Flachpfeifen” sind. Vor allem sind sie, im Gegensatz zu Ihnen, alle in der Lage sich adäquat auszudrücken und müssen sich nicht so respektlos gegenüber Kollegen verhalten, wie Sie es hier tun. Des Weiteren sind sie alle in der Lage den Entwurf richtig zu bewerten. Ihre Äusserungen hingegen zeugen in erster Linie davon, dass Sie die Kernaussagen des NotSanG NICHT verstanden haben. Und das Einzige was in diesem Kommentarthread traurig ist, ist Ihr Auftreten.

  30. Simone on Juni 10th, 2012 10:02

    Hallo zusammen!
    Es ist in einigen Komentaren eindeutig zu erkennen, wer keine Veränderung will bzw. Angst davor hat. Aber fakt ist, RA’s bleiben was sie jetzt sind. Es werden nur keine neuen RA’s mehr ausgebildet, sondern dann NotSan. So werden früher oder später – aus Mangel an RA’s – auch die LandesRettungsdienstGesetze geändert werden müssen. Wie in anderen Berufen auch läuft man Gefahr, überholt zu werden, wenn man sich nicht weiterbildet. Es wird dann sicherlich für einige Kollegen schwer aber nicht unmöglich. Ich denke in 5 Jahren Übergangszeit kann man mit den verschiedenen Möglichkeiten der Anpassungsfortbildung die Qualifikation schon schaffen! Über konkrete Ausbildungsinhalte oder gar Regelkompetenzen ist in diesem Gesetzentwurf nichts geschrieben, sondern lediglich von möglichst selbständigen Abarbeiten von Notfällen durch nichtärztliches Rettungsdienstpersonal, basierend auf Algorithmen, die den jeweils neuesten Erkenntnissen in der Notfallmedizin entsprechen. Dadurch und durch eine inhaltlich einheitliche Ausbildung und Prüfung, soll ein bundeseinheitliches Qualitätsniveau erreicht werden. Auch die im Gesetz betonte vermehrte Gewichtung der Praxis in der bislang meist rein theoretischen Ausbildung bis zum Anerkennungsjahr ist sicherlich positiv.
    MfG

  31. Nix falsches sagen | Der Rettungslehrling on Juni 10th, 2012 10:09

    [...] ablösen soll. Ob und wann das passiert und was das genau heißt, wird an anderer Stelle genug diskutiert. Wobei ich anmerken möchte, dass viele erboste, ablehnende und dümmliche Kommentare wohl darauf [...]

  32. BRC_MEDIC on Juni 10th, 2012 22:03

    Was regt Ihr Euch so auf? So etwas in der Art gibt es bei uns in UK schon lange. Es gibt den Paramedic (etwa RA), dann den Advanced Paramedic und Paramedic Consultant. Letztere sind meist auf Rapid-Repsonse alleine unterwegs. RTW werden besetzt mit Technicians der Level I + II, wobei der Tech II in etwa dem RS entspricht der Tech I eher dem San C.

    Ich habe bisher nur die Zusammenfassung gesehen, aber das scheint mir dahin zu gehen.

  33. Sven Schulte via Facebook on Juni 12th, 2012 01:31

    Leute… Fahrt doch mal ein Gang zurück!!!
    Es geht doch nicht darum wer was ist und vor allem wer Was sein möchte oder nicht!!!
    1. Es ist und bleibt ein ENTWURF!!!
    2. Ist die Idee vom Notarztsystem weg zu kommen!!!
    Und
    3. Geht es nicht darum irgendwelche Qualifikationen zu unterschlagen!!!

    Der Rettungsassistent wird in sofern Rettungsassistent bleiben. Er wird dem Anschein nach, nur neue Kompetenzen bekommen (müssen), dass die Umsetzung auf ein reines “Rettungsdienstsystem” ohne Notärzte stattfinden könnte.
    Nur da wird es viele Probleme geben, wie ihr teilweise gelesen oder gehört habt.
    Dass ganze wird sich in sofern nicht realisieren lassen wie unsere lieben Halbgötter in Weiss ihr Ärztlichen Maßnahmen abtretten!
    Sprich unsere Ärztlichlichen Leiter uns die Maßnahmen anvertrauen die unsere Notärzte machen. Allerdings sehe ich da gleich das nächste Problem. Nämlich das wir dann adäquat geschult werden bzw. ein kleines Studium ablegen müssen um diese Tätigkeiten ausführen zu können!
    Hier spielt gleich ein weiteres Problem eine große Rolle: Finanzen!!!
    Wer bezahlt das?
    Privat kann und werde ich persönlich nicht finanzieren und da werde ich nicht alleine stehen.
    Und weil wir nicht schon genug Probleme haben, haben wir gleich noch Zwei…
    Zeit und Platz…
    Welcher Betrieb stellt uns für 1-2Jahre frei damit wir Studieren können?
    Welche Uni’s decken den Ansturm, bzw bieten das erstmal an?

    Freunde…..
    Dass kann und wird alles so nicht funktionieren!!!
    Ganz egal ob es Dipl. Rettungsassistent, Notfallsanitäter, oder sonst wie heißt…

  34. Sven Schulte via Facebook on Juni 12th, 2012 01:34

    Ich würde mal sagen, wenn wir nicht für jeden quersitzenden Pups den Dr. Hinzu rufen, bekommen wir das mit dem Notarztmangel auch in den griff!!!

  35. Andre on Juni 13th, 2012 20:52

    Das grundlegende Problem ist trotzdem das uns die Politik durch herabstufung zu einem “Transportunternehmen ” immer mehr unter Druck setzt und wir in ihren Augen paketfahrer sind !
    Aber besten wir machen noch ein Arztstudium und lassen uns als Rs bezahlen .. Bei vielen gibt es ja selbst das nicht mehr. Qualifikation muss sich auch finanziell lohnen … Nicht nur für den Chef ! Für mich steht die Ausbildung , die Verantwortung , und die Anerkennung in der Politik bzw die Bezahlung in keinem Verhältniss. Zb soll doch ein Doc medi’s geben oder ne kurznarkose machen .. Die werden dafür bezahlt !

  36. Mike Schielke on Juni 14th, 2012 08:14

    Es ist wirklich Zeit den Rettungsdienst zu reformieren.
    Hier geht es am Ende um Menschenleben oder Lebensqualität und nicht um die
    Freizeitbeschäftigung! Der Rettungsdienst gehört für mich schon lange
    Professionell besetzt. Ich kenne kaum einen Beruf – ausgenommen dem der
    Kellner- bei dem am Abend oder Wochenenden die Fachangestellten gehen
    und die Kinder mit einer Wochenendausbildung den Arbeitsplatz übernehmen!
    Keine Frage, daß es ein schönes Hobby sein kann- aber der Rettungsdienst gehört
    sicherlich in den Bereich der Berufe mit Gefahren und sollte in Zukunft wie auch im
    Handwerk nur durch Meister in ihrem Fach verantwortlich besetzt werden!
    Das würde für Eklektiker bedeuten:
    erst den Beruf lernen und abschließen und dann Meister werden!
    Heute haben viele nicht mal eine abgeschlossen Berufsausbildung geschafft …. Für die Rettung reicht es aber noch?

  37. Alfred Schmitt on Juni 15th, 2012 00:01

    Ich mache in den Tagen seit 30 Jahren Krankentransport und Rettungsdienst,
    abwarten und Tee trinken.

    Alfred Schmitt
    Diplom Rettungsdienstmanager & Lehrrettungsassistent

  38. D. aus Sachsen on Juni 15th, 2012 14:19

    Also mir ist nach lesen der Beiträge aufgefallen, das viele hier was falsch verstehen.

    1. Laut dem Entwurft ( wenn man ALLES richtig liesst ) bleibt der RA bestehen. Jeder RA der ÜBER 5 Jahres sein Beruf ausübt kann an ein Ergänzungsexam teilnehmen. ( OHNE SCHULUNG und erweiterte KOMPETENZEN ) Es ändert sich nur die Berufsbezeichnung und die zutändigkeits bzw. bindung an das NotSanG sprich rechte und pflichten.
    Wer UNTER 5 Jahren tätig ist muss je nach Tätigkeitsjahr 3-6 Monate zur Schulung und kann danach AUCH die Ergänzungsprüfung ablegen. Ab 3 Jahren sind es 3 Monate unter 3 Jahren 6 Monate

    Jedoch sind diese Schulungen KEINE Pflicht. Jeder kann innerhalb von 5 Jahren an die staatliche Abschlussprüfung teilnehmen. D,h. KEINE SCHULUNG, ABER die komplette Abschlussprüfung wie die der Azubis nach 3 Jahren.

    BZGL. RS es ist nichts darüber im NotSanG erwähnt. OB er bleibt oder geht. Wie die zukünftigen RS eingesetzt werden liegt an dem Landesrettungsdienst gesetzt d.h. Die Länder entscheiden was auf dem RTW und KTW eingesetzt werden muss als Qualifikation.

    Das der Azubi eine RS Qualifikation erhält ist ja wohl nichts neues, viele organisationen haben als Aufnahmevoraussetzung des RAiPs den Abschluss zum RS also hier KEINE änderung

    Bzgl. Kosten und Finanzierung
    Es ist leider nicht eindeutig beschrieben wer die Kosten übernimmt. Es heisst nur die Träger müssen es finanzieren. Jedoch bekommt der Träger das Geld von den Kassen etc. Deshalb ist hier kein Grund zu diskutieren wer was Zahlt. denn solange es nicht klar ist sollte nicht spekuliert und davon ausgegangen werden das es an den einzelnen hängen bleibt.denn das ist nicht fest.

    Das jedoch die Azubis von anfang an bezahlt werden sollen und das derren keine kosten entstehen sollen finde ich absolut richtig. Und finde sowas niht diskutiertwürdig. Schliesslich diskutiert und beschwert sich auch keiner öffentlich darüber das z.B. Auszubildende/Praktikanten der Bundeswehr teilweise mehr geld bekommen als Hauptamtliche Mitarbeiter im RD, oder das Ein Fluglotse in der Ausbildung 2300 im Ersten Jahr Brutto erhält interessiert auch keinem… Fakt ist den Azubis dürfen KEINE Kosten entstehen. PUNKT

    Und was ich absolut nicht verstehe ist, warum einige sich über die Bezeichnung beschweren. Das wichtigste ist das wir eine klare und sichere Rechtslage bzgl. unsere tägliche Arbeit haben. Sicher ist der name auch ein wichtiger Punkt aber nicht entscheiden es ist egal ob wir Notsan oder der Transport heissen.

    Was aber begründet ist das der Staat unsere Arbeit immer noch als Transportdienstleistung ansieht. Dieser Punkt sollte stets diskutiert werden, denn wenn von der Politik keine Annerkennung gibt wird das auch nicht von anderen kommen schon gar nicht von den Pat.

    ich hoffe ich habe alles gesagt ^^

    Leute schaut positiv in die Zukunft schlimmer als das was wir im mom haben kann es ja nicht werden…

  39. Maik on Juni 23rd, 2012 14:05

    Auch die Piratenpartei hat sich an einer Reaktion/Position zum NFSG versucht:

    https://lqfb.piratenpartei.de/pp/initiative/show/3385.html

  40. der Münchner on Juni 25th, 2012 11:15

    @ Maik,
    nicht die Piratenpartei hat sich versucht, sondern ein Mitglied hat einen Antrag gestellt, sich dieses Themas anzunehmen, was aber abgelehnt wurde (da es nicht genügend andere Piraten als Unterstützer fand).

  41. julia on Juli 4th, 2012 19:43

    Selbst von der Ver.di bin ich enttäuscht.Diejenigen von uns die bis dato vier Jahre Berufserfahrungen vorweisen können, sollen dann wieder über solange Zeit die Schulbank drücken? Die selben Ausbildungsinhalte lernen die sie bereits in der Rettassaussbildung gelernt haben? Die wenige Freizeit investieren? Wahrscheinlich die Kosten zum großen Teil selbst tragen?
    Diejenigen von uns die vom Rettsan zum Rettass geadelt wurden sind, bekommen ohne jemals diese Ausbildungsinhalte durchlaufen zu haben wieder alles geschenkt?
    Ich bin mächtig enttäuscht wenn ich an das verlorene Geld, die Mühen und die geopferten Überstunden denke, die ich für die berufsbegleitende Ausbildung investiert habe.
    Wahrscheinlich sollen die zukünftigen Notfallsanitäter im Rahmen der Rettungswachenpraktika noch Tipps und Kniffe von den Rettungsassistenten erlernen.Sobald sie dann ihre Urkunden in den Händen halten ist dann der Rettungsassistent ihnen untergeordnet.
    Ich finde das sehr bedenklich, da es wahrscheinlich zu subtilen Aggressionen wenn nicht sogar bis zum Mobbing führen könnte.
    Vielleicht sollte man erst mal grundlegende Strukturen erstellen bevor man ein Gesetzt mit aller Gewalt durchsetzen will. Z.B. das Curiculum oder abklären ob dann die Rettungssanitäter oder die Rettungsassistenten in der Zukunft arbeitslos werden.
    Über so Themen erfährt man nämlich mal gar nichts.
    Bei einem Hausbau fängt man doch aucht nicht beim Dach an.
    Sehr diskriminierend.
    Rettungsassistenten die zukünftigen Menschen zweiter Klasse.

  42. thomaswagner on Juli 5th, 2012 16:25

    @Julia:

    In dem Entwurf steht eindeutig, dass zum einen jeder, der die neue Berufsbezeichnung führen und damit auch seinen Handlungsrahmen erweitern will, sich einer Zusatzprüfung zu unterziehen hat. Ergo brauche ich diese Prüfung nicht abzulegen, wenn ich mich weiter RettAss nennen will (siehe §28 NotSanG-E). Es gibt also keine “Adelung” mehr, offensichtlich hat man aus der Vergangenheit etwas gelernt… Zum anderen geht es nicht um eine Wiederholung des bereits erlernten Wissens, sondern um eine Vertiefung!
    Weiterhin wird ebenfalls in dem Entwurf unter §10 eindeutig die Kostenfreiheit der Ausbildung für den Auszubildenden und eine Ausbildungsvergütung proklamiert.
    Das einzige, das von jedem Schulungswilligen tatsächlich zu investieren ist, ist Zeit. Und nachdem es sich bei Neueinsteigern um eine Ausbildung mit Ausbildungsvertrag handelt, werden auch etablierte RettAss im Sinne des Gleichbehandlungsgrundsatzes diese Nachschulung als Fortbildungszeit angerechnet bekommen müssen und somit auch keine finanziellen Einbußen erleiden.

    Die “grundlegenden Strukturen” sind seit Jahrzehnten bereits existent, es geht mit diesem Gesetzentwurf um eine Weiterentwicklung des Status quo! Dass irgend jemand wegen dieses Gesetzes, so es denn überhaupt so kommt wie entworfen, arbeitslos wird, ist Unsinn und nirgends belegbar. Sonst dürfte es heute schon keine hauptamtlichen RS mehr geben…

  43. Julia on Juli 7th, 2012 20:55

    @thomaswagner
    Ich hatte den Referentenentwurf gelesen. Es gibt aber noch andere Institutionen die dazu Stellung bezogen haben. Ver.di fordert nun mal das Rettungsassistenten die nach inkrafttreten des Gesetzes 5 Jahre Berufserfahrung innerhalb der letzten 10 Jahre und eine regelmäige Fortbildung nachweisen können, die Berufsbezeichnung “Notfallsanitäter” führe dürfen.
    Den Grundgedanke von der Ver.di finde ich auch gut allerdings würde dies letzendlich zu der Ausgrenzung der “jungen” Rettungsassistenten führen.

    Ich verstehe beim besten Willen nicht welche Ausbildungsinhalte ein ausgebildeter Rettass noch über ein halbes Jahr vertiefen soll. Zumal die Ausbildung bereits sehr ins Detail geht.

    Ferner glaube ich auch nicht das das Gesetz nicht zu Arbeitslosigkeit führen könnte.
    Die Retthelfer werden doch schon aus dem RD entfernt.

  44. Thorsten Below on Juli 12th, 2012 11:18

    Bitte die Verdi Stellungnahme erstmal lesen, bevor man sie kritisiert.
    Verdi fordert für alle Rettungsassistenten eine Überleitung ohne Prüfung, selbst wenn sie zum Zeitpunkt des Inkrafttreten des Gesetzes gerade erst mit der Ausbildung begonnen haben. Lediglich bei den Rettungsassistenten mit einer Tätigkeit von weniger als fünf Jahren soll laut Verdi mit der Überleitung gewartet werden, bis die fünf Jahre erreicht sind.
    Einfach mal die Verdi Stellungnahme lesen.

  45. Jan Weserberg on Juli 12th, 2012 11:26

    Danke für die Klarstellung Thorsten…..aber warum zitiert das Rettungsdienstmagazin hier alle möglichen Stellungnahmen….nur die von Verdi nicht? ….die ist meiner Meinung nach mit Abstand die Beste!
    ….und das sag ich, obwohl ich kein Mitglied dort bin.

  46. Norman Kalteyer on Juli 12th, 2012 22:07

    Falls jemand die Stellungnahme von ver.di lesen möchte:
    http://gesundheit-soziales.verdi.de/branchenpolitik/rettungsdienste
    Uns war wichtig, dass RettAss, die seit Jahren im Beruf stehen, nicht eine erneute Prüfung ablegen müssen. Allerdings wollten wir auch keine Überleitung von RettAss, die aus dem Beruf raus sind und deshalb nicht zwangsläufig die in den letzten Jahren gestiegenen Anforderungen erfüllen können. Das ist uns m.E. mit der Forderung, dass RettAss, die in den letzten zehn Jahren mindestens fünf Jahre Berufserfahrung nachweisen können, die neue Berufsbezeichnung führen dürfen, gut gelungen. Hoffentlich wird dieser Forderung im weiteren Gesetzgebungsprozess gefolgt.
    Was mich wundert:
    Bisher hat sich hier niemand über die Idee im Gesetzentwurf aufgeregt, dass die örtlichen ärztlichen Leiter in die Ausbildung reinreden sollen. Das macht doch keinen Sinn!
    An den Schulen werden weiterhin Auszubildende aus verschiedenen Betrieben aus verschiedenen Rettungsdienstbereichen sein. Welcher ärztlicher Leiter soll denn zuständig sein, welche Inhalte die Auszubildenden lernen?
    Es kann doch nur so sein, dass es ein bundeseinheitliches Curriculum gibt, nachdem ausgebildet wird.
    Die ärztlichen Leiter vor Ort können nach der Ausbildung im Rahmen der jährlichen Fortbildung ihre speziellen Inhalte vermitteln – so wie sie das jetzt schon tun.
    Alles andere führt nur zu noch mehr Problemen, wenn man mal den Betrieb wechseln möchte, als es jetzt schon durch den rettungsdienstlichen Flickenteppich in Deutschland gibt.

  47. charlie-zulu on Juli 13th, 2012 11:25

    Aus welchem Grund sollten aktuelle RA denn keine “erneute” Prüfung machen?

  48. SH on Juli 13th, 2012 14:20

    Gerade die “RettAss, die seit Jahren im Beruf stehen” dürfen meiner Meinung nach ruhig eine Prüfung machen (ich zähle mich auch dazu). Da gibt es zu viele, die sich nur darauf berufen “lange genug dabei” zu sein, anstatt sich weiter zu entwickeln.
    Ich würde sogar einen Schritt weiter gehen und eine regelmäßige Re-zertifizierung befürworten (so wie in anderen Ländern üblich). Und das bitte bundeseinheitlich ohne den sonst üblichen Flickenteppich der Länder.

  49. der Münchner on Juli 13th, 2012 18:53

    @Norman Kalteyer
    wie sehen die 5 Jahre aus? 5 Jahre VZ? Oder reicht halbtags oder 1xwöchentlich? Warum sollte ein RA, der seit 5 Jahren raus aus dem Job ist, die Anerkennung bekommen und einer, der seit drei Jahren fährt und damit das aktuelle Wissen hat, nicht?

  50. Norman Kalteyer on Juli 15th, 2012 22:29

    @der Münchner
    Die 5 Jahre sind absichtlich nicht näher beschrieben, weil Teilzeitbeschäftigte oder Beschäftigte in Elternzeit gemäß den gesetzlichen Bestimmungen nicht benachteiligt werden dürfen.
    Wer seit 3 Jahren fährt, kann noch zwei weitere Jahre fahren und dann die Anerkennung bekommen, deshalb fordern wir ja eine unbefristete Umstiegslösung.
    @SH
    Ich bin in Hessen tätig, einem der Bundesländer, in dem eine jährliche Re-Zertifizierung in erweiterten Maßnahmen vorgeschrieben ist, um weiterhin als verantwortlicher Beifahrer im Rettungsdienst eingesetzt werden zu dürfen.
    Ich bin der Meinung, dass es nicht sein darf, dass jemand seinen Beruf nicht mehr ausüben darf, weil er in einer Prüfungssituation etwas nicht konnte, was er im richtigen Leben gar nicht darf – außer im Rahmen des rechtfertigenden Notstandes.
    Das führt bei den Kollegen zu Prüfungsangst, schließlich hängt die wirtschaftliche Existenz davon ab.
    Ich habe kein Problem mit der jährlichen Pflichtfortbildung auch in erweiterten Maßnahmen und einer Erfolgskontrolle. Aber ein Berufsverbot für den Fall des Durchfallens gibt es meines Wissens nirgendwo sonst, auch nicht bei Ärzten.
    Wer sich aber einer jährlichen Fortbildung mit Erfolgskontrolle unterzieht, braucht meiner Meinung nach keine Prüfung, um sich künftig Notfallsanitäter nennen zu dürfen.

  51. der Münchner on Juli 16th, 2012 10:38

    @ Norman Kalteyer
    Danke, hab ich dann wohl falsch verstanden. Nur wird es dann dazu führen, dass die Umstiegsregel zur Regel wird (wie beim RA Aufbaukurs für RS).

  52. SH on Juli 16th, 2012 11:34

    @Norman:
    Um einn Berufsverbot geht es mir ja gar nicht. Viel interessanter ist die Frage, ob jemand in einem Bereich eingesetzt werden kann, oder nicht. Im Zweifel fährt der Notfallsanitäter dann eben KTW.
    Das Problem hast Du ja selbst geschildert mit: “Ich bin in Hessen tätig”. Warum muss man sich in Hessen einer jährlichen Re-zertifizieung stellen, in Baden-Württemberg aber nicht (zumindest nicht einheitlich auf Landesebene)? Warum sollen hier unterschiedliche Maßstäbe angelegt werden? Das sehe ich als eines der großen Probleme im Rettungsdienst.

    Ein weiteres schwerwegendes Problem wird ebenfalls aus Deinen Ausführungen deutlich: “weil er in einer Prüfungssituation etwas nicht konnte, was er im richtigen Leben gar nicht darf”
    1. Wenn ich in einer Prüfungssituation etwas nicht hinbekomme, was ich aber können sollte, wie sieht es denn dan im echten Einsatz aus? Soll ich dann auch sagen:” In Ruhe könnte ich das, aber das ist mir jetzt zu stressig?” Eine gewisse Stressresistenz sollte man in dem Beruf schon erwarten können. Dieser Kuschelkurs ist ein typisches Phänomen in unserem Land jedoch meiner Meinung nach in einem Bereich, in dem es um die Gesundheit geht, völlig unangebracht.

    2. Wenn ein Patient eine Maßnahme braucht und ich diese beherrsche, dann stehe ich m.E. ganz klar in der Pflicht, diese auch durchzuführen. Das Problem ist leider, dass einen sagen: “Das darfst Du nicht” und die anderen es blind glauben.

    Ob ein Patient kompetent versorgt wird darf in meinen Augen nicht davon abhängen, ob er zufällig im richtigen Bundesland, im richtigen Landkreis oder bei der richtigen RTW-Besatzung gelandet ist.
    Dazu gehört eben eine einheitliche Ausbildung, ein klar definierter Mindeststandard bei der Patientenversorgung, der regelmäßig überprüft wird und vor allem die entsprechende Konsequenz bei Nichterreichung dieses Standards.

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