Notfalltraining auf 1200 m²


Hannover (rd.de) – Auf einer Hallenfläche von 1200 Quadratmetern bietet das neue Simulations- und Trainingszentrum (SiTZ) des DRK-Landesverbandes Niedersachsen ungeahnte Möglichkeiten, sich auf den Ernstfall vorzubereiten. Sie dürfte bundesweit die größte Rettungs- und Sanitätsarena dieser Art sein. Die Anlage wurde am Samstag in Hannover offiziell eröffnet.

Ab sofort können vor allem die ehrenamtlichen Kräfte des DRK im SiTZ ein praxisorientiertes Training unter möglichst realistischen Bedingungen durchführen. Aufgeteilt in neun Bereiche, lassen sich bis zu 100 verschiedene Übungsszenarien simulieren. Neben Straßenabschnitten, Lager und einer komplett möblier-ten Wohnung stehen den Helfern auch eine nachempfundene Baustelle samt Gerüst, Werkstatt, Baugrube sowie Lkw-Fahrerhaus und Garten für Ausbildungszwecke zur Verfügung.

Neben realistischen Kulissen verfügt die neue Anlage in Hannover-Misburg auch über ein ausgeklügeltes technisches System, das erst auf den zweiten Blick auffällt. So beobachten 16 stationäre und zwei Speed-Dome-Kameras jedes Übungsszenarium aus mindestens zwei Perspektiven. Die Bilder können parallel auf einem Monitor im benachbarten Seminarraum verfolgt und ausgewertet werden. Hinzu kommt eine um-fangreiche Licht- und Soundtechnik. So können zum Beispiel Baugeräusche genauso wie Straßenlärm oder der Sound eines startenden Hubschraubers eingespielt werden. Eine Nebelmaschine sorgt für künstlichen Rauch, so er denn gewünscht wird. Gesteuert wird die Technik von einem zentral und erhöht gelegenen Regieraum. Von hieraus hat man einen optimalen Blick über die gesamte Halle und kann alle Effekte ge-zielt einblenden.

„Besonders den ehrenamtlichen Angehörigen der DRK-Bereitschaften und unseren Kooperationspartnern möchten wir mit unserem SiTZ optimale Ausbildungsbedingungen bieten“, erläuterte am Samstag Bernd Anders, Landesgeschäftsführer des DRK LV Niedersachsen, gegenüber rettungsdienst.de. Dass man hier-für auf eine bestehende Halle zurückgreifen konnte, sei ein Glücksfall gewesen. Das Gebäude wurde zuvor als Hilfszugzentrum und Lager für die Landesvorhaltung genutzt. Nicht zuletzt aufgrund der enormen Technik, die in dem Simulations- und Trainingszentrum steckt, belaufen sich die Gesamtkosten für die Realisierung dieses Projekts auf fast eine Million Euro.

Fotos: Lars Schmitz-Eggen

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