Notfallsanitäter: „Pyramidenprozess“ weiterentwickeln


Hamm (BV-ÄLRD) – Der Bundesverband der Ärztlichen Leiter Rettungsdienst (BV-ÄLRD) hat bei seiner zweitätigen Frühjahrstagung vergangene Woche in Halle (Westfalen) beschlossen, den so genannten „Pyramidenprozess“ weiterzuentwickeln.

Zentraler Diskussionspunkt der Frühjahrstagung, an der über 100 Ärztliche Leiter aus ganz Deutschland teilnahmen, war die Umsetzung des Notfallsanitäter-Gesetzes (NotSanG). Hierzu hatte der BV-ÄLRD bereits Anfang 2014 einen „Pyramidenprozess“ initiiert (vgl. Rettungs-Magazin 3/2014). Dabei wurde unter Mitwirkung von über 100 institutionell angebundenen Experten ein Katalog von invasiven Maßnahmen entwickelt. Die beteiligten Personen gehören am Rettungsdienst beteiligten Organisationen, Verbänden, medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften und Selbstverwaltungskörperschaften an. Ihrer Auffassung nach ist der „Pyramidenprozess“ geeignet, angehenden Notfallsanitätern die invasiven Maßnahmen zu vermitteln.

Ziel war es, einen Maßnahmenkatalog zu entwickeln, der einen gleichmäßigen Anwendungsstandard in der rettungsdienstlichen Praxis ermöglicht. Dieser Katalog wurde den öffentlichen Rettungsdienstträgern (kommunalen Spitzenverbänden) und den für den Rettungsdienst verantwortlichen Landesministerien nach sieben Monaten Prozessdauer am 15. Februar 2014 zur Kenntnisnahme und Information zugeleitet.

Nach Abschluss des Pyramidenprozesses stellt sich jetzt die Frage, wie dieser Katalog in den regionalen und lokalen Arbeitsanweisungen („Standard Operation Procedures“; SOP) abgesichert werden kann.

Der Bundesverband der ÄLRD hat diese Frage während der Tagung in Halle ausführlich diskutiert und ist zu dem Ergebnis gekommen, Empfehlungen zu entwickeln, in die die medizinisch-wissenschaftlichen Informationen Eingang finden. Die Empfehlungen werden damit eine Orientierung liefern, was Stand der Technik für medizinische Maßnahmen im Rettungsdienst ist. Diese Empfehlungen sollen dabei mit den medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften entwickelt werden. Aufgrund der positiven Erfahrungen aus dem Pyramidenprozess werden sie auch die am Rettungsdienst beteiligten Experten mit institutioneller Anbindung einbeziehen.

Die Strukturierung dieser Empfehlungen erfolgt in Anlehnung an die Guidelines, die es bereits für den Rettungsdienst in anderen Ländern (zum Beispiel jrcalc in Großbritannien) gibt. Diese Entwicklung und Abstimmungsarbeit soll es als regelmäßige Konferenz mit Arbeitsgruppen und Abstimmungsversammlungen geben und wird als „Regelmäßige Konferenz für den Rettungsdienst“ (ReKoRD) bezeichnet. Der Beschluss dafür fiel in Halle einstimmig.

(12.05.2014)

2 Responses to “Notfallsanitäter: „Pyramidenprozess“ weiterentwickeln”

  1. Wouter on Mai 12th, 2014 14:21

    Wozu? Rettungsdienst ist und bleibt eine Transportleistung!

  2. Oliver Heinz on Mai 12th, 2014 16:31

    Naja… aber eien Unterschied zum Moebelpacker sollte es schon noch geben… SCNR ;-(

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