Notfälle am Fließband für die First Responder


Geretsried (FF) – Gehörig ins Schwitzen kamen die Mitglieder der First-Responder-Einheiten der Feuerwehren im Landkreis Tölz-Wolfrathshausen. Kein Wunder, war ihre Hilfe doch gleich bei sieben Notfällen in Geretsried gefordert. Eine außergewöhnliche Trainingseinheit.

Die Übung hatte das Ausbilderteam des Kreisfeuerwehrverbandes für die Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Sachsenkam, Egling, Reichersbeuern und Bichl auf die Beine gestellt. Rund 35 Einsatzkräfte der First-Responder-Einheiten übten dabei gemeinsam in Geretsried.

Ein besonderes Merkmal der eintägigen Veranstaltung war dabei die realistische Atmosphäre. Das Übungsgelände der staatlichen Feuerwehrschule Geretsried bot dazu ein ideales Umfeld. Neben einem Verkehrsunfall mit einem verletzten Radfahrer und dem Unfall in einer Baugrube galt es, insgesamt sieben realistische Notfälle unter den Augen der Ausbilder zu bewältigen. Die „Opfer“ aus Reihen der Jugendfeuerwehren wurden dazu vom Schminkteam entsprechend präpariert, sodass die Teilnehmer schnell vergaßen, dass es sich um gestellte Notfälle handelte.

Lerneffekt mit Praxisbezug

Laut Stefan Kieskalt, Chef der Feuerwehr-Kreisausbilder, werden die ehrenamtlichen Helfer gezielt in Stress-Situationen gebracht, in denen sie die lebensrettenden Handgriffe unter der Aufsicht und Anleitung der Trainer anwenden und üben können.

„Ein Lerneffekt mit großem Praxisbezug ist dadurch garantiert“, so Kieskalt, der im Hauptberuf als Rettungsassistent bei der Berufsfeuerwehr München arbeitet. Er und sein achtköpfiges Ausbilderteam – allesamt Rettungssanitäter oder Rettungsassistenten mit langjähriger Berufserfahrung – beobachteten die First Responder bei jeder Übungsstation und gaben in der Nachbesprechung wertvolle Tipps und Verbesserungsvorschläge.

„Aus der Praxis für die Praxis“, war laut Ausbildungsleiter Stefan Kieskalt der Leitspruch für die Veranstaltung, die seit mehreren Jahren durchgeführt wird. Die positiven Rückmeldungen aus dem Teilnehmerkreis bestätigten diese Philosophie.

„Es waren durchwegs Einsatzsituationen, die uns im echten Einsatz begegnen können. So kann ich im Notfall vieles, was heute geübt wurde, anwenden“, bestätigte ein Teilnehmer aus Reichersbeuern.

„Unser Ziel ist es, die ehrenamtlichen Helfer fit für den Einsatz zu machen und die Qualität der Erstversorgung gerade in einem Flächenlandkreis wie dem unsrigen entscheidend zu verbessern“, so Stefan Kieskalt. Dass die First Responder einen wichtigen Beitrag zur Hilfe bei medizinischen Notfällen leisten, zeigt die beeindruckende Jahresstatistik: bei 422 Einsätzen im Jahr 2008 brachten die ehrenamtlichen Retter der sieben First-Responder-Gruppen schnelle und oft lebensrettende Hilfe.

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