Notarzt-Hubschrauber „KUNO“ beendet Pilot-Projekt


Hartenholm (KBA) – Drei Monate nach dem Start der Projektphase ist mit einem „Fly-Out“ des Notarzt-Hubschraubers (NEH) „KUNO-SH 01“ vom Flugplatz Hartenholm die Pilot-Projekt-Phase planmäßig beendet worden. In den nächsten zwei Wochen werden alle Unterlagen, die für eine wissenschaftliche Auswertung notwendig sind, zusammengestellt und einem unabhängigen Gremium vorgelegt.

Bereits vor der Inbetriebnahme des ersten Notarzt-Hubschraubers in Schleswig- Holstein hatte KBA betont, dass es sich um ein auf drei Monate zeitlich begrenztes Pilot-Projekt handelte. KBA verfolgte mit diesem Projekt die Absicht, auf die schlechte notärztliche Versorgung insbesondere in ländlichen Raum hinzuweisen und eine wirtschaftliche Problemlösung zu testen.

„Zu wissen, dass ein Notarzt-Einsatz-Hubschrauber-System notwendig und zukunftsfähig ist, ist die eine Seite“, erläutert Michael Vollmer, 1. Vorsitzender des KBA. „Dieses unter realistischen Bedingungen zu testen und Erfahrungswerte zu sammeln, die wissenschaftlich ausgewertet werden können, die andere.“

KUNO wurde im Kreis Segeberg insgesamt 64 Mal alarmiert. „Für die wissenschaftliche Auswertung werden wir aber nicht nur die Daten zu den real durchgeführten Einsätzen zur Verfügung stellen“, betonte Vollmer. „Viel bedeutender sind die Daten, die wir während der Projektphase zu Einsätzen gesammelt haben, zu denen der Notarzt-Hubschrauber nicht gerufen wurde.“

Gerade am Ende der Projektphase hätten sich nach KBA-Angaben viele Bürger sowie Medienvertreter an KBA gewandt, um nachzufragen, warum der NEH bei speziellen Notfällen in Nachbarkreisen nicht im Einsatz gewesen sei. „Die Bewertung dieser Einsätze, bei denen taktisches oder politisches Kalkül über das Wohl der Bürgerinnen und Bürger gestellt wurde, dürften wesentlich entscheidender für die zukünftige Diskussion rund um das Thema Notarzt-Einsatz-Hubschrauber-System sein, als die real durchgeführten“, ist sich Michael Vollmer sicher.

Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Auswertung sollen Ende Januar 2012 vorliegen und dann der Öffentlichkeit präsentiert werden. Anfang Februar würden die Daten dann von Experten im Rahmen eines Forums „Notärztliche Versorgung“ bewertet und diskutiert, teilte KBA mit.

„Durch den Einsatz von KUNO sind nachweislich vier Menschen gerettet worden, die ohne seinen Einsatz verstorben wären. Alleine das ist für uns Grund genug, das Notarzt-Einsatz-Hubschrauber-System zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger weiter zu forcieren“, zeigt sich Michael Vollmer überzeugt, dass das Thema NEH nicht ad acta gelegt wird.

Foto: KBA

8 Responses to “Notarzt-Hubschrauber „KUNO“ beendet Pilot-Projekt”

  1. locco on Oktober 20th, 2011 15:32

    Heiß umstritten, schon wieder vorbei. Mal schauen was die Studie bringt.

  2. Daniel on Oktober 20th, 2011 18:09

    „Durch den Einsatz von KUNO sind nachweislich vier Menschen gerettet worden, die ohne seinen Einsatz verstorben wären.(…)“

    Die Nachweise möchte ich sehen! Bei dieser ganzen Diskussion kommt es mir vor als ob die Qualität eines Rettungsdienstes mit der Anwesenheit eines Notarztes steht und fällt.
    Wer macht sich eigentlich Gedanken über die immer höhere Auslastung von nicht arztbesezten Rettungsmitteln.
    Kann sein das in diesem ländlichen Gebiet eine reale Minderabdeckung besteht. Jedoch sollten sich vielleicht nicht diese populistischen Spinner der Problematik annehmen!

    Luftrettung immer und gerne aber dann von etablierten Anbietern…

    (Kleine unprofessionelle Anmerkung an Rande – Wer ist EIgentlich für das Design der BO 105 verantwortlich?! Diese bunte, fliegende Kasperbude ist nicht gerade eine Schönheit!)

  3. NO Kuno on Oktober 20th, 2011 19:30

    Wieviel Nährwert die ganze Sache hat, erkennt man schon daran, dass die einzige Quelle der Betreiber selbst ist.

    Der Grund für die Stationierung, den Medienrummel und die Schuldzuweisungen an die Kassen durch den Betreiber, scheint mir doch offensichtlich nur der Versuch zu sein, ohne Bedarfsanalyse und ohne Ausschreibung einen neuen Standort zu eröffnen.

    Aber vielleicht irre ich mich ja auch und es geht in diesem Fall wirklich mal nicht um rein betriebswirtschaftliches Denken sondern nur um den Wunsch, allen Menschen etwas Gutes zu tun. Amen 😉

  4. Barny on Oktober 21st, 2011 22:40

    @ NO Kuno: ……. den Menschen etwas Gutes zu tun.

    Der war gut! Das kann ich mir bei privaten, rein gewinnorientierten Unternehmen ja so richtig gut vorstellen.

    Dann doch eher die HiOrg´s!

    Mit dem hier vewendeten Geld hätte man sicher andere, wesentlich sinnvollere Dinge tun können.

    Was hier mit diesem Hubi gemacht wird, grenzt an Nötigung. Wenn das am Ende durchgeht, kann man fast überall ein weiteres rettungsmittel „durchdrücken“. Wenn der Bedarf besteht, ok. Dann aber muss man ausschreiben und allen die Chance geben. So jedenfalls nicht!

  5. Roi on Oktober 24th, 2011 12:47

    „(Kleine unprofessionelle Anmerkung an Rande – Wer ist EIgentlich für das Design der BO 105 verantwortlich?! Diese bunte, fliegende Kasperbude ist nicht gerade eine Schönheit!)“

    Kommentar dazu:
    Also selbst wenn er grün mit pinken Punkten rum fliegen würde … hauptsache es sitzen qualifizierte Mitarbeiter drin, die pünktlich am Unfallort ankommen.

    Ich finde das ein super Projekt …. sollte auf jeden Fall weiter fort geführt werden, denn solch ein Bedarf besteht auf jeden Fall in ländlichen Gebieten.

  6. HH89 on Oktober 30th, 2011 18:55

    @ Daniel:

    für das Design ist die KBA selbst verantwortlich, unter dem gleichen Design fahren sie privaten Krankentransport in Hamburg.
    In Schleswig-Holstein sind sie allerdings schon seit über 20Jahren mit der Durchführung des öffentlichen Rettungsdienstes beauftragt und fahren dem entsprechend im S-H-Design.

    Und Nein ich bin nicht bei der KBA^^

  7. Retter MS on November 2nd, 2011 09:34

    @Barny:
    „Dann lieber die HiOrg“ … das ist auch ein guter Witz.

    Wer hat denn bitteschön seine ganzen Fahrdienste inkl. Rettungsdienst zu GmbH´s umgewandelt? Und was sind GmbH´s (auch wenn ein „g“ für „gemeinnützig“ davor steht): Profitorientierte Gesellschaften.

    Soviel ich weiss, ist der KBA ein Verein bzw. eine anerkannte, gemeinnützige Hilfsorganisation. Da bleibt dann die Frage: Wer ist profitorientiert? Ein Verein, der keine Gewinne machen darf, oder die GmbH´s der HiOrg?

  8. Michael Kraus on November 2nd, 2011 15:35

    @Retter MS
    Sorry, aber das ist ein Irrtum: gGmbH´s sind NICHT profitorientiert. Eine gGmbH ist ein Nonprofitunternehmen. Gewinne müssen komplett in die satzungsgemäßen Ziele wieder einfliessen, so wie beim Verein auch. Jede Organisation (egal ob Vereinsstruktur oder gGmbH) muss insofern „Gewinne“ machen, als dass Reinvestitionskapital erwirtschaftet werden muss. Ansonsten bekommen die Angestellten genau wie beim Verein ihre angemessenen, branchenüblichen Gehälter – ansonsten ist bei der nächsten Prüfung das kleine g ganz schnell wieder weg. gGmbH`s werden meist aus anderen Gründen installiert. In der Regel, weil die Vereinsstruktur die Führung eines professionellen Dienstleistungbereiches nicht immer unbedingt erleichtert.

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