Niedersachsens Weg zum Notfallsanitäter


Osnabrück (JUH) – In Osnabrück wurden am Freitag (10.10.2014) die Ergebnisse des Projekts „Niedersächsische Umsetzung des Notfallsanitätergesetzes“ (NUN) vorgestellt. Es handelt sich um ein strukturiertes Regelwerk, das nicht nur den schulischen Part der Theorievermittlung bestimmt, sondern auch die Lernorte „Betrieb/Rettungswache“ sowie „Krankenhaus“ einschließt.

„Hier findet ein Paradigmenwechsel statt“, sagte Kersten Enke, NUN-Projektleiter und Leiter der Johanniter-Akademie Hannover. Das jeweilige Lehrinstitut übernehme die Gesamtverantwortung für die Ausbildung, die außerschulischen Lernorte würden visitiert. „So machen sich die verantwortlichen Lehrkörper, die Praxisbegleiter, ein Bild von ihren Schülern in der Praxis und erhalten einen ganzheitlichen Eindruck.“

Die vom niedersächsischen Kultusministerium Ende 2013 beauftragte Expertengruppe unter der Federführung der Johanniter-Akademie Bildungsinstitut Hannover hat sich in den letzten Monaten intensiv mit den Ausbildungsbereichen beschäftigt. Beteiligt waren neben einem Vertreter der Ärztlichen Leiter Rettungsdienst in Niedersachsen/Bremen mehrere niedersächsische Rettungsdienstschulen des DRK, der Johanniter und Malteser, der Feuerwehren sowie sonstiger Anbieter wie dem Städtischen Klinikum Braunschweig.

Das NUN-Projekt wurde von der Universität Osnabrück wissenschaftlich begleitet. Prof. Thomas Bals, Leiter des Instituts für Erziehungswissenschaft, beriet die Gruppe auch bezüglich der Einbindung der neuen Berufsausbildung in den deutschen sowie europäisch gültigen Qualifikationsrahmen. Die zusätzlich entwickelten NUN-Algorithmen zur notfallmedizinischen Versorgung würden landesweit für die Notfallsanitäter-Ausbildung verbindlich sein.

Stefan Böhne von der AOK Niedersachsen betonte im Zusammenhang mit der Finanzierungsfragt der Notfallsanitäter-Ausbildung die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten im Vorfeld und zur Einführung der Notfallsanitäter-Ausbildung. Böhne bestätigte, dass Niedersachsen hier strukturell und wegweisend ganz weit vorne sei. Er sei sich sicher, dass trotz teilweise verschiedener Positionen sich alle auf einer Linie bewegen würden und so ein Konsens realistisch sei – solange keinen überzogenen Forderungen gestellt würden.

Laut Kostenträgern werden die Kosten übernommen, wenn von den entsprechenden Betrieben ein Personalentwicklungskonzept vorliegt. Doch sind hier die letzten Worte noch nicht gesprochen und bei vielen Aspekten scheint noch ein erhöhter Klärungsbedarf zu bestehen.

Des Weiteren ist derzeit noch unklar, wann der Notfallsanitäter in das Niedersächsische Rettungsdienstgesetz aufgenommen wird. Dies ist jedoch wichtig, um zum Beispiel bei Rettungsdienst-Ausschreibungen die neue Berufsausbildung zu berücksichtigen.

(13.10.2014; Foto: Uwe Dillenberg/Johanniter)

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?