Neuer Seenotkreuzer für Nordstrand


Bremerhaven (rd.de/DGzRS) – Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) hat am Freitag in Bremerhaven einen neuen Seenotkreuzer der Öffentlichkeit vorgestellt. Noch trägt das 19,90 Meter lange Spezialschiff die interne Bezeichnung SK 30. Welchen Namen der Seenotkreuzer später offiziell erhalten wird, soll erst während der Taufe Anfang 2009 bekanntgegeben werden. 

SK 30 ist das erste Schiff einer neuen Klasse und wird von der Station Nordstrand in Schleswig-Holstein aus eingesetzt. Das Schwesterschiff (SK 31) ist für die Station Greifswalder Oie in der Ostsee vorgesehen und soll ebenfalls im nächsten Jahr in Dienst gestellt werden. Beide Schiffe verfügen über eine 1660 PS starke Maschine. Die Spitzengeschwindigkeit beträgt 22 Knoten (ca. 40 km/h).

Mit der neuen 20-Meter-Klasse führt die DGzRS einige Veränderungen ein. So wird die dreiköpfige, aus hauptamtlichen Rettungsmännern bestehende Besatzung nicht mehr an Bord, sondern in einem Stationsgebäude an Land wohnen. Auch das klassische Tochterboot findet sich auf den Einheiten der 20-Meter-Klasse nicht mehr in gewohnter Form. Stattdessen wird ein so genanntes offenes Arbeitsboot (37 Knoten, ca. 68 km/h) in einer Heckwanne mitgeführt. Standardmäßig soll es mit ein bis zwei Mann besetzt werden. Zu seiner Ausstattung gehören unter anderem eine 30 m Schleppleine und ein umfangreicher Werkzeugsatz.

Der neue SK 30 wurde gezielt für Einsätze im küstennahen Bereich – also auch bei geringen Wassertiefen – entwickelt. Mit einem Tiefgang von lediglich 1,30 Meter kann SK 30 vor allem in Revieren eingesetzt werden, in denen größere Seenotkreuzer auf ihr Tochterboot angewiesen wären.

Weitere besondere Merkmale dieses in Netzspanten-Bauweise konstruierten Schiffstyps sind der ergonomisch gestaltete Arbeitsplatz sowie eine umfassende Ausrüstung für die medizinische Erstversorgung an Bord. Eine Feuerlöschpumpe mit einer Förderleistung von 2300 Liter/min kann bei Bränden auf See eingesetzt werden.

Bei der Wahl des Rumpfes der neuen Seenotkreuzer wurde auf eine im Prinzip bewährte Form zurückgegriffen, die man bereits vor 40 Jahren entwarf und kennzeichnend für vier der ehemaligen 19-m-Seenotkreuzer war. Durch Optimierung der Linien ist es nun gelungen, die gute Seetüchtigkeit trotz einer moderaten Erhöhung der maximal erreichbaren Geschwindigkeit beizubehalten. Bewusst wurde auf eine noch höhere Geschwindigkeit verzichtet, da sich diese zu Lasten der Seetüchtigkeit und damit der Sicherheit hätte auswirken können.

Gemeinsam mit der Fassmer-Werft wurde ein aufwendiger Kenterversuch durchgeführt, der die Berechnungen der Konstrukteure bestätigte: Innerhalb kürzester Zeit richtete sich der kieloben im Wasser liegende Rumpf von selbst wieder auf.

Fotos: Lars Schmitz-Eggen

Nähere Informationen zum Bau von SK 30 finden auch auf der Homepage der DGzRS im so genannten „Werfttagebuch„.

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