Neue Leitlinien zur Psychosozialen Akuthilfe


Hamburg (pm) – Auf dem diesjährigen Bundeskongress für Notfallseelsorge und Krisenintervention in Hamburg sind am Mittwoch (05.06.2013) die neuen Leitlinien und Qualitätsstandards der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) vorgestellt worden. Sie wurden im Anschluss an einen vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe initiierten Konsensusprozess von den Kirchen und Hilfsorganisationen erarbeitet.

„Durch die neue Vereinbarung soll die Zusammenarbeit der Institutionen und Organisationen weiter gestärkt werden und das Miteinander im Einsatzfall gelingen“, erläutert Michael Steil, Bundeskoordinator für Psychosoziale Notfallversorgung beim DRK. Vereinbart wurden unter anderem Maßnahmen zur Qualitätssicherung, Voraussetzungen für die Mitarbeit in der Notfallseelsorge und Krisenintervention, Qualifikationen für die fachliche Leitung sowie eine Aus- und Fortbildungsordnung.

Mit 400 Teilnehmern ist der Kongress in der Feuerwehrakademie Hamburg die bislang größte der 1998 ins Leben gerufenen Fachtagungen. Sie endet am morgigen Freitag (07.06.2013).

„Die Psychosoziale Akuthilfe ist in Deutschland inzwischen ein selbstverständlicher Bestandteil der Versorgungsstruktur nach Not- und Unglücksfällen sowie bei Katastrophen“, bestätigt Pfarrer Ralf Radix, Vorsitzender der Konferenz Evangelische Notfallseelsorge in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Sie wendet sich an Überlebende, Angehörige, Hinterbliebene, Zeugen und/oder Vermissende und ergänzt die medizinische sowie technische Hilfeleistung. Sie ist seelischer Beistand und soziale Unterstützung für Menschen in den ersten Stunden nach belastenden Notfällen, die häufig im Zusammenhang mit Tod und Sterben stehen.

Geleistet wird die Psychosoziale Akuthilfe durch die evangelische und katholische Kirche sowie anerkannte Hilfsorganisationen wie den ASB, das DRK, die Johanniter und Malteser.

„All diese Organisationen verfügen über langjährige Praxiserfahrungen und sichern ihre Qualität durch fundierte Aus- und Fortbildung sowie durch Supervision ab. Sie stellen die Leistungsfähigkeit dieses Angebotes durch eigene Mittel, Spenden oder Zuwendungen sicher, erbringen diese Leistungen freiwillig und für die betroffenen Menschen unentgeltlich“, erklärt Radix die Struktur des deutschen Akuthilfe-Systems.

Das Thema des diesjährigen Bundeskongresses lautet: „Mit Schuld leben.“ Die Perspektiven der Tagung reichen von Beiträgen zur „Neurobiologie der Schuld“ aus Sicht der Hirnforschung über psychotherapeutische Fragen bis hin zur Beschäftigung mit Ritual und Liturgie.

(Foto: Nordkirche)

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