Neue Leitlinie zur Versorgung Schwerverletzter


Versorgung eines verunglückten Motorradfahrers. Foto: ADACBerlin (DGU) – Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) veröffentlicht mit zehn weiteren medizinischen Fachgesellschaften die neue S3-Leitlinie „Polytrauma/Schwerverletzten-Behandlung“. Erstmalig werden auf höchstem wissenschaftlichem Niveau Qualitätsstandards unter anderem für die präklinische Akutversorgung Schwerverletzter beschrieben. Die Leitlinie sei eine wichtige Entscheidungshilfe für alle an der Unfallversorgung beteiligten Berufsgruppen, teilt die DGU mit.

Jährlich verunglücken in Deutschland bei Unfällen durchschnittlich acht Millionen Menschen. Für Unfallchirurgen stellt insbesondere die Versorgung von Patienten mit Mehrfachverletzungen mit den unterschiedlichsten und unvorhersehbaren Verletzungsarten eine Herausforderung. Sie macht eine fachübergreifende Versorgung und Zusammenarbeit notwendig.

Aus diesem Grund haben alle für die Notfallversorgung relevanten medizinischen Fachdisziplinen mit nahezu 100 Experten den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse strukturiert zusammengetragen. Die Leitlinie auf S3-Niveau bietet eine rationale und transparente Basis für die optimale Therapie in der Akutphase. Die Empfehlungen sollen zur Verbesserung der Struktur- und Prozessqualität in den Kliniken sowie in der präklinischen Versorgung beitragen und durch deren Umsetzung die Ergebnisqualität, gemessen an der Sterblichkeit oder Lebensqualität, verbessern helfen.

Die Leitlinie ist Teil der „Initiative Qualität und Sicherheit in Orthopädie und Unfallchirurgie“ und bildet mit dem TraumaNetzwerk DGU das Zentrum der qualitätsgesicherten Versorgung von Schwerverletzten in Deutschland. Die Leitlinien sollen in Kürze auf der Webseite www.awmf.org veröffentlicht werden.

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