Neue Grippe: erste Infektionswelle ebbt ab


Bonn (rd.de) – In Nordrhein-Westfalen haben nun doch rund 1000 Schüler „Grippe frei“, der Rettungsdienst fährt nicht jeden Grippekranken routinemäßig ins Krankenhaus, und das Pharmaunternehmen Novartis konnte zeigen, dass der Impfstoff gegen den Virus wirkt.

Von der Neuen Grippe ist vor allem Nordrhein-Westfalen stark betroffen. Über 5000 der insgesamt 16.500 Infektionsfälle wurden im bevölkerungsreichsten Bundesland registriert. Inzwischen haben rund 1000 Schüler „Grippe frei“, weil ihre Schulen sicherheitshalber geschlossen wurden. Eine Haupt- und Realschule in Bergkamen, eine Grundschule in Witten und eine Schulklasse an einem Gymnasium in Meschede wurden in den infektionsbedingten Sonderurlaub geschickt.

Verantwortlich für solche Maßnahmen ist nicht das Gesundheitsamt in Nordrhein-Westfalen. Solche Entscheidungen werden in lokaler Absprache zwischen den Schulen und den Gesundheitsämtern vor Ort getroffen. Das ist auch keine neue Maßnahme für den aktuellen Pandemie-Auslöser, sondern eine gängige Praxis. Ähnliche Maßnahmen werden auch bei Windpocken und Masernausbrüchen getroffen, um die Infektionskette zu unterbrechen.

Auf der Landesebene rollt eine Informationkampagne zu hygienischen Alltagsmaßnahmen. Plakate und Flyer können beim Gesundheitsministerium des Landes bestellt werden.

Für Diskussionsstoff sorgte hingegen ein Fall bei Mannheim (Baden-Württemberg). Ein Mitarbeiter des Roche-Werkes klagte abends über Schwindel, Fieber und Unwohlsein. Der Werkschutz alarmierte einen Rettungswagen, doch der nahm den Patienten mit Grippeverdacht nicht mit. Wie das „Morgenweb“, die Onlineausgabe der Zeitung „Mannheimer Morgen“, berichtete, sei dieses Vorgehen mit der Leitstelle und dem Krankenhaus so abgesprochen. Demnach solle die Verdachtsdiagnose erst von einem Hausarzt in der Wohnung des Patienten gestellt werden, bevor ein Transport erfolge.

Insgesamt stehen die Zeichen bei der Neuen Grippe aber auf Entspannung. Der Anstieg der Neuinfektionen zeigt keinen so steilen Verlauf mehr. Derzeit registriert das Robert-Koch-Institut rund 300 neue Infektionen pro Tag; Tendenz sinkend. Die erste Infektionswelle ebbt also ab. In der Konsequenz hat die Uniklinik Eppendorf (UKE Hamburg) seine eigens in einem Pavillion aufgebaute Grippeambulanz wieder geschlossen.

In der Zwischenzeit hat der Pharmahersteller Novartis die Wirksamkeit seines Impfstoffes Celtura in einer Studie in Großbritannien bewiesen. Der Test an 100 Freiwilligen führte schon nach der ersten Impfdosis bei 80 Prozent der Probanden zu einer starken Immunisierung.

One Response to “Neue Grippe: erste Infektionswelle ebbt ab”

  1. Bayern CS on November 27th, 2013 18:19

    „Grippe-Frei“
    Das hätte ich mir ja als Schüler damals auch gewünscht 😀
    Das einzige was es bei uns gab, war Hitzefrei und ein einzuges mal auch Sturmfrei!

    Was ist denn eigentlich die „Neue Grippe“. Davon hab ich noch gar nicht gehört.

    LG,
    Bene von Werkschutz München

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