Neue Erkenntnisse zur Hypothermie nach Reanimation


Berlin (DGIIN) – Im Jahre 2002 wurden im „New England Journal of Medicine“ zwei Studien zur therapeutischen Hypothermie nach Reanimation veröffentlicht. Die Untersuchungen ergaben, dass eine milde therapeutische Hypothermie das Outcome nach einer Wiederbelebung außerhalb des Krankenhauses verbessert. Daraufhin wurde die Maßnahme in die entsprechenden Leitlinien als Empfehlung aufgenommen. Eine aktuelle Studie liefert jetzt neue Erkenntnisse zu dieser Methode.

2013 publizierte dieselbe Zeitschrift die Ergebnisse einer multizentrischen Studie. Hierbei wurden 939 Patienten nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb des Krankenhauses auf 33 °C abgekühlt oder auf einer Temperatur von 36 °C gehalten. Hinsichtlich der Aspekte „Mortalität“ und „neurologische Defizite“ unterschieden sich die beiden Gruppen zum Ende des Beobachtungszeitraumes nicht signifikant. Nach 180 Tagen waren 54 Prozent der „33 °C-Gruppe“ und 52 Prozent der „36 °C-Gruppe“ verstorben oder wiesen massive neurologische Probleme auf.

Die Ergebnisse der Studie haben zu Diskussionen bezüglich des Stellenwertes der Hypothermietherapie bei reanimierten Patienten geführt. Die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) weist darauf hin, dass sich die untersuchten Gruppen in den Studien deutlich voneinander unterscheiden. So lag der Anteil von Patienten, bei denen bereits ein Laie mit Reanimationsmaßnahmen begonnen hatte, in der neueren Studie bei über 70 Prozent. Der Beginn der Wiederbelebung erfolgte im Durchschnitt nach einer Minute.
 
Die DGIIN empfiehlt nun, bewusstlose Erwachsene mit spontaner Zirkulation nach präklinischem Kammerflimmern weiterhin für 12 bis 24 Stunden auf 32 bis 34 °C zu kühlen. Diese Praxis sollte so lange beibehalten werden, bis weitere Studienergebnisse vorliegen. Zudem solle bei allen anderen bewusstlosen Patienten nach einem Herzkreislaufstillstand eine Zieltemperatur von 36 °C aktiv angestrebt werden. Erhöhte Temperaturen seien in jedem Fall zu vermeiden.

(14.03.2014; Symbolfoto: emcools.com)

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