Motorradfahrer besonders gefährdet


Bonn (dvr) – Motorradfahrer gehören zu den am stärksten gefährdeten Verkehrsteilnehmern. Im vergangenen Jahr sind 708 Biker auf den Straßen ums Leben gekommen (17,6 Prozent aller im Straßenverkehr Getöteten). 556 verloren ihr Leben auf Landstraßen und Autobahnen.

Insgesamt sind über 30.000 Motorradfahrer bei Unfällen verunglückt. Die häufigsten Unfallursachen sind nicht angepasste Geschwindigkeit, mangelnder Sicherheitsabstand und Fehler beim Überholen.

Aus Sicht des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) sind diese Zahlen nicht akzeptabel. „Es bedarf konkreter präventiver Maßnahmen, die Sicherheit der Motorradfahrer zu erhöhen“, erklärt DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf.
Motorräder und Leichtkrafträder sollten unbedingt mit ABS ausgerüstet sein.

Am Dienstag stimmte das Europäische Parlament für die serienmäßige Ausstattung von Motorrädern ab 125 Kubikzentimetern mit ABS ab 2017 für alle neuen Fahrzeuge und bereits ab 2016 für alle neuen Fahrzeugtypen. „Allerdings ist es aus Sicht der Verkehrssicherheit bedauerlich, dass Krafträder ab 50 Kubikzentimeter von der ABS-Pflicht ausgenommen sind“, sagt der DVR-Präsident.

Eine große Rolle spielen auch Licht und Sichtbarkeit. In diesem Zusammenhang sei zu begrüßen, dass Krafträdern die Verwendung von Tagfahrleuchten ermöglicht werden soll. Die Motorradfahrer sollten auf geeignete, passende Kleidung mit Protektoren achten und sich gut sichtbar machen, das gilt auch für den Helm.

Neben Mensch und Maschine kommt es aber auch auf sichere Straßen an. Bereits mit wenigen Mitteln kann viel erreicht werden. Zum Beispiel kann eine Unfallkurve mit einem Unterfahrschutz sehr wirkungsvoll entschärft werden. Quer zur Fahrbahn verlaufende Rüttelstreifen könnten die gefahrenen Geschwindigkeiten zu reduzieren.

Ein weiterer wichtiger Sicherheitsaspekt ist die Überwachung. „Eine intensivierte Geschwindigkeitsüberwachung kann die Verkehrssicherheit vor allem an unfallbelasteten Streckenabschnitten infolge hoher Überschreitungsquoten wesentlich erhöhen“, sagt Dr. Eichendorf. Dabei sei die mobile Überwachungsvariante mit Anhaltekontrollen durch die Polizei zu bevorzugen.

(Foto: Deutscher Verkehrssicherheitsrat e. V., Bonn)

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