Mit dem RTW nach Afghanistan


Mit dem RTW nach HeratVallendar (WHU, OpenPR) – Kurz nach der Abgabe ihrer Diplomarbeiten hatten zehn Studenten der WHU Otto Beisheim School of Management nur ein Ziel: RTWs zum Krankenhaus für Frauen und Kinder nach Herat fahren. Ein Blog verfolgt den Konvoi mit täglichen Berichten.

Am 7. August machte sich ein Team des Vereins „WHU Studenten helfen e.V.“ in vier durch Spenden von Unternehmen und Privatpersonen finanzierten Rettungswagen von Vallendar auf den Weg nach Herat – der zweitgrößten Stadt Afghanistans. Das Projekt ist eine Fortführung ihres vor drei Jahren begonnenen Hilfsprojekts. „Weil wir großen Wert auf das Verantwortungsbewusstsein unserer Studenten legen, fördern wir studentische Initiativen wie diese nach Kräften“, sagt WHU-Rektor Professor Michael Frenkel.

Bereits 2005 hatten die Studenten drei Container mit gespendeten Krankenhausbetten, medizinischen Geräten und Medikamenten persönlich nach Afghanistan begleitet. Jetzt ist es um die medizinische Grundversorgung in Herat besser bestellt. Doch der Transport zum Krankenhaus ist nach wie vor schwierig – Anlass genug, mit einer zweiten Spendenaktion Geld für Krankenwagen zu sammeln.

Nach einem halben Jahr Vorbereitungszeit machen sich nun vier gebrauchte und auf Herz und Nieren geprüfte Fahrzeuge auf die 6.000 Kilometer weite Reise durch Österreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, die Türkei und den Iran. Das Projektteam fährt selbst: „Wir wollen sicher sein, dass unsere Spenden gut ankommen und dort landen, wo sie gebraucht werden. Die Krankenwagen können vor Ort einen wichtigen Beitrag leisten, beispielsweise schwangere Frauen sicher und schnell von ihren Heimatdörfern in das Krankenhaus zu bringen“, erläutert Christopher Wickert, Gründer und Vorsitzender der Initiative. Während der Fahrt wird das Team mit zahlreichen internationalen Organisationen sowie seinen afghanischen Partnern in Kontakt stehen, und auch das internationale Netzwerk der WHU hilft: Zwei WHU-Partneruniversitäten in der Türkei haben bereits Übernachtungsmöglichkeiten angeboten.

Auch wenn die vier Krankenwagen vom Typ Mercedes Benz 510 für deutsche Verhältnisse veraltet wirken: In der nordwestlichen afghanischen Provinz Herat bedeuten sie für viele Menschen eine Chance zu überleben. In der bergigen Region, in der die medizinische Versorgung vielerorts sehr dürftig ist, müssen Kranke und Verletzte zum Teil über weite Strecken zu Fuß oder mit dem Esel transportiert werden. Besonders für Frauen und Kinder sind die Strapazen eines solchen Weges oft zu groß. Mit der Bereitstellung der Krankenwagen für das örtliche Hospital wollten die WHU-Studenten vor allem die Situation der Schwächsten lindern und entgegen oft beschworener kultureller Grenzen zu den islamischen Ländern ein Zeichen der Versöhnung setzen.

Die Vorbereitung für den 6000 Kilometer langen Weg umfasste neben einer gründlichen Überholung und Überprüfung der Wagen auch eine detaillierte Planung der einzelnen Etappen sowie die Vorbereitung aller bürokratischen Formalitäten. So mussten beispielsweise die Blaulichter der Krankenwagen für die Fahrt abgeklebt werden, und die weiblichen Teammitglieder mussten sich für die Reise durch muslimische Gebiete mit Kopftüchern ausstatten. Für den beschwerlichen Weg durch halb Europa, die Türkei und den Iran konnten allerdings für alle Abschnitte ortskundige Partner gewonnen werden, die sowohl mit den jeweiligen Gegebenheiten in den Ländern als auch mit den Sprachen und gesetzlichen Bestimmungen vertraut sind.

Zu den zahlreichen Spendern zählte auch die Plusser Portal GmbH. Die Gründer des Lifestyleportals für Menschen ab 40, Jannis Choulidis und Christian Weiß, verabschiedeten die Studenten der Initiative „Krankenwagen für Afghanistan“ vor ihrer langen Reise ins Krisengebiet persönlich. „Es ist wirklich beeindruckend, mit welchem Mut und welcher Leidenschaft diese Leute in dem Projekt stecken“, erklärte Jannis Choulidis nach der Verabschiedung. „Wir wünschen dem Projektleiter Christopher Wickert und seinem Team eine gute und sichere Reise und vor allem, dass sie viele positive Eindrücke aus ihrem Engagement ziehen können.“

In Vallendar bleibt ein Hintergrundteam zurück, das zu allen Botschaften und Projektpartnern vor Ort den Kontakt hält. Die reiselustigen Studenten berichten regelmäßig über den Tourverlauf und ihre Eindrücke. Die Fahrt des RTW-Konvois kann unter: www.ktw-nach-herat.blogspot.com nachvollzogen werden.

(Fotos: Plusser und WHU)

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