Marineflieger im Dauereinsatz


Glücksburg/Kiel (ots) – Die Luftretter der Deutschen Marine aus Kiel-Holtenau flogen von Montag auf Dienstag drei Rettungseinsätze. Ein Hubschrauber vom Typ „Sea King“ war bis in die frühen Morgenstunden im Einsatz. Eine Person wurde von Pellworm nach Husum, eine andere von Westerland nach Flensburg ins Krankenhaus gebracht. Dabei handelte es sich um eilige Krankentransporte. 

Während der Flüge fand eine ärztliche Erstversorgung an Bord des Hubschraubers statt.

Gegen 22.15 Uhr ging ein Notruf von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in der SAR-Leitstelle des Marinehauptquartiers in Glücksburg ein. Ein niederländischer Fischer sei etwa 148 Kilometer nordwestlich von Helgoland über Bord und laut Aussage von Zeugen sofort auf Grund gegangen. Auch weil er nur Ölzeug und keine Schwimmweste getragen haben soll, blieb die Suche bis in die Morgenstunden erfolglos.

„Unser Rettungshubschrauber war heute Nacht sechs Stunden und 51 Minuten im Einsatz. Aber bei nur fünf Grad Wassertemperatur sinkt die Überlebenschance eines Menschen auf weniger als drei Stunden“, sagt Kapitänleutnant Gerd Bodenhausen (48), Einsatzoffizier der Marine in Glücksburg.

In den frühen Mittagsstunden des heutigen Dienstag bewahrheitete sich die Befürchtung, den Vermissten nur noch tot zu bergen. Er wurde in einem Fischernetz gefunden und geborgen.

Das Marinefliegergeschwader 5, zu dem die Rettungshubschrauber der Marine gehören, ist seit 1958 in Kiel-Holtenau beheimatet. Mit dem so genannten Sea-King-Einsatzkonzept aus dem Jahr 1997 veränderte sich die Aufgabe des Waffensystems grundlegend. Neben der Beibehaltung der SAR-Aufgabe gewann die militärtaktische und einsatzbezogene Fliegerei deutlich an Gewicht.

Zu den Aufgaben des Waffensystems „Sea King“ gehören unter anderem die Überwasserkriegsführung, die Unterstützung von Spezialkräften, der Personal- und Materialtransport, der Such- und Rettungsdienst (SAR) sowie die Not- und Katastrophenhilfe.

Die Marine unterstützt die DGzRS bei Bedarf nach ihren Möglichkeiten. Die DGzRS ist in Deutschland für die Seenotrettung zuständig – kann aber andere Stellen um Unterstützung bitten. Die Marine hält für ihre Aufgaben ständig einen SAR-Hubschrauber in Kiel-Holtenau einsatzbereit.

One Response to “Marineflieger im Dauereinsatz”

  1. Nordfriese on Februar 5th, 2009 15:53

    An diesen Beispiel kann man sehen, wie wichtig der SAR Dienst der Bundeswehr ist und trotzdem wurden von ehemals 3 einsatzbereiten
    Maschinen, 2 gestrichen. Man kann nur hoffen das zumindest die 1 Sea King uns erhalten bleibt.

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