Mangelnde Erste Hilfe und Schutz beim Motorradfahren


Würzburg (agbn) – Das schöne und warme Wetter führt zu einer höheren Mobilität nicht nur von jüngeren, sondern auch von älteren Bürgern. Hieraus resultieren größere Unfallgefahren, nicht nur in der Freizeit – z.B. Grillunfälle -, sondern auch im Straßenverkehr. Trotz Rückgang der Unfalltoten im Jahre 2007 auf den niedrigsten Wert seit 1953, steigen die Unfälle mit Motorradfahrern vor allem im Sommer.

Motorradfahren ist in Deutschland im Wesentlichen eine Freizeitaktivität. 2005  war fast jeder sechste getötete Verkehrsteilnehmer ein Motorradfahrer. 10% aller Straßenverkehrsunfälle mit Personenschaden sind Motorradunfälle. 843 Personen kamen 2006 ums Leben. Die Unfälle betreffen nicht nur die „jungen Wilden“, sondern auch die Altersgruppen zwischen 35 bis 55 Jahren. Die Folgen sind oft schwerwiegend, wobei jeder Zweite Mehrfachverletzungen erlitten hatte.

Notärzte werden gerade im Sommer deshalb mit Unfällen konfrontiert und stellen dabei immer wieder fest, dass am Unfallort eintreffende Verkehrsteilnehmer – trotz guter Vorsätze zu helfen – sich bei der Schwere der Schädigung überfordert fühlen.

Es beginnt bereits mit der Frage, ob bei einem bewusstlosen Zweiradfahrer der Schutzhelm abgenommen werden muss, stellt der Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der in Bayern tätigen Notärzte (agbn) Professor Dr. med. Peter Sefrin, Würzburg fest.

Das Problem der Ersten Hilfe ist neben dem Erkennen der Schäden die fehlende praktische Erfahrung in der Durchführung einer adäquaten Hilfe. Deshalb appellieren die Notärzte wiederholt, sich diese Praxis in einem Erste-Hilfe-Kurs anzueignen, die es inzwischen auch in verkürzter Fassung gibt.

Aber auch der Motorradfahrer selbst kann, zudem er nicht immer selbst am Unfall schuld ist, seinen Beitrag zu einer Verringerung der Unfallfolgen leistet, in dem er die richtige Schutzkleidung verwendet. In einer Untersuchung aus Berlin trugen zwar 84% der Motorradfahrer einen Helm, aber nur 46% eine Jacke und 42% Handschuhe. Nur 15% hatten einen Ganzkörperschutz.

Die Notärzte schlagen zur besseren Erkennbarkeit neben der Forderung nach einer kompletten Motorradkleidung mit Protektoren im Wirbelsäulenbereich vor, diese als farbige Schutzkleidung zu gestalten.

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