LÜKEX 2010: Deutschland probt den Ernstfall


Dekontaminationseinheit des Oberbergischen Kreis (Foto: OBK)Bonn (rd.de) – 16 Bundesländer, Bundesbehörden und Unternehmen üben am 27. und 28. Januar 2010 zum vierten Mal das gesamtstaatliche
strategische Krisenmanagement in außergewöhnlichen Gefahren- und Schadenslagen.

Die Übungsserie „LÜKEX“ („Länder Übergreifende Krisenmanagement-Übung/EXercise) trägt zur Weiterentwicklung der gesamtstaatlichen Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung bei.

Das diesjährige Übungsszenario beinhaltet mehrere terroristische Anschlagsdrohungen und Anschläge sowohl mit konventionellen Sprengstoffen als auch mit chemischen und radioaktiven Stoffen.

Es nehmen alle Bundesländer teil. Bayern, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein sind so genannte „Kernübungsländer“ und beüben ihre Krisenstäbe, zum Teil auch in Form von Katastrophenschutzübungen vor Ort. Die zentralen und groß angelegten Übungen werden in Nordrhein-Westfalen stattfinden.

Am 27. Januar werden in Köln, Dormagen, Gummersbach und Lemgo Katastrophenschutzübungen stattfinden, mit denen rund 2.500 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Hilfs- und Rettungsdiensten und Polizei realistisch ihre praktischen Fähigkeiten im Katastrophenschutz üben.

Während in Köln beispielsweise die Rettungsmaßnahmen nach einem Anschlag auf ein Flugzeug und der Detonation einer sogenannten „schmutzigen Bombe“ in einem Flughafenterminal geprobt werden, werden in den drei weiteren Orten Anschlagsszenarien mit konventionellen Sprengstoffen unter Beimischung chemischer Stoffe zugrunde gelegt. Gleichzeitig testen der Krisenstab der Landesregierung und die Krisenstäbe der beteiligten Bezirkregierungen, Kreise und Kommunen ihre Funktionsfähigkeit.

An der Übung in Gummersbach beteiligen sich neben der örtlichen Feuerwehr und den Rettungsdiensten der Krisenstab des Oberbergischen Kreises und der Stab für außergewöhnliche Ereignisse der Stadt Gummersbach. Die neue Ausrüstung zur Dekontamination von Einsatzkräften und Verletzten wird zum Einsatz kommen. Das Landesinnenministerium hatte im Oktober die Ausrüstung an den Oberbergischen Kreis übergeben. Erstmals zum Einsatz kam die Ausrüstung nach einem Unfall mit Schädlingsbekämpfungsgift am 10. Januar in Gummersbach. Für die Übung werden die Moltkestraße ab Ecke Wiedenhof und die Reininghauser Straße in den Abendstunden gesperrt.

Die Übungenthemen und Orte werden im Vorfeld bekannt gemacht, um Irritationen innerhalb der Bevölkerung zu verringern.

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