Luftrettung: Flugzeiten ausweiten und Kostenerstattungen anpassen


Mainz (ADAC) – Das Luftrettungssystem in Deutschland gilt als wegweisend, effizient und erfolgreich. Dennoch scheinen weitreichende Veränderungen in der demographischen Entwicklung, in der Krankenhauslandschaft sowie neue verschärfte Regularien eine Anpassung der Rahmenbedingungen und Organisationsformen notwendig zu machen. Vor dem Hintergrund eines spürbar zunehmenden akutmedizinischen Mangels in ländlichen Regionen müsse eine Ausdehnung der Betriebszeiten nach Bedarf möglich sein, hieß es auf der 15. Fachtagung Luftrettung, die bis Donnerstag (31.10.2013) in Mainz stattfand.

„Es darf heute nicht mehr sein, dass Menschen in Not nachts zu spät oder gar nicht geholfen wird. Alle Voraussetzungen für Rettungsflüge nach Sonnenuntergang sind erfüllt“, erklärte Frédéric Bruder, Geschäftsführer der ADAC Luftrettung, am Rande der Tagung. Auch die im April 2013 in Kraft getretene EU-Vorschrift, nach der Piloten ab 60 Jahren nicht mehr alleine fliegen dürfen, gehöre auf den Prüfstand. „Derzeit gilt zwar noch eine Ausnahmeregelung für Deutschland. Wenn die aber ausläuft und nicht verlängert wird, ist eine flächendeckende Versorgung aufgrund personeller Engpässe gefährdet“, so Bruder.
 
Der zunehmende Kostendruck durch verschärfte Gesetze scheint den Luftrettungsbetreibern zu schaffen zu machen. „Luftrettung in Deutschland kann nicht kostendeckend geleistet werden. Die Lücke zwischen den finanziellen Erfordernissen durch neue Vorschriften zur Rückerstattung durch die gesetzlichen Krankenkassen wird immer größer“, erklärte Susanne Matzke-Ahl, Geschäftsführerin der ADAC Luftrettung. Allein die ADAC Luftrettung werde in den nächsten vier Jahren 135 Millionen Euro in den gesetzlich vorgeschriebenen Hubschrauberaustausch investieren.
 
(Foto: ADAC Luftrettung)

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