Latexallergien: Gefahr gebannt


Hamburg (bgw) – Latexallergien waren bis Ende der 90er Jahre ein großes Problem in Gesundheitsberufen. Gepuderte Schutzhandschuhe aus Naturkautschuk verursachten auch bei vielen Mitarbeitern des Rettungsdienstes Atemwegs- und Hautbeschwerden. Doch die Gefahr scheint jetzt gebannt, wie die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) mitteilt.

Laut BGW ist es in weniger als zehn Jahren gelungen, die Erkrankungsrate um fast 95 Prozent zu senken. Im Jahr 2007 wurden der BGW, der gesetzlichen Unfallversicherung der Gesundheitsberufe, 70 Fälle von Latexallergien gemeldet. „Das sind nur noch gut fünf Prozent der Meldungen von 1998, als 1.262 Fälle registriert wurden“, berichtet Dr. Frank Haamann von der BGW. „Dies ist umso erfreulicher, wenn man bedenkt, dass eine Latexallergie nicht heilbar ist und so schwere Formen annehmen kann, dass der Betroffene den Beruf aufgeben muss.“

Eine Latexallergie kann zu juckender und brennender Haut am ganzen Körper, Schwellungen, Fließschnupfen, Husten, Atemnot und Asthma führen. Allergiegefahr droht, wenn Latexhandschuhe gepudert sind, damit sie nicht aneinanderkleben. Der Puder wird beim An- und Ausziehen der Handschuhe aufgewirbelt und eingeatmet, und mit ihm gelangen daran haftende Latexproteine in die Atemwege.

Latexallergien hatten ab Mitte der 80er Jahre sprunghaft zugenommen, nachdem sich im Zuge der HIV-Prävention das regelmäßige Tragen von Einweg-Schutzhandschuhen im Gesundheitsbereich durchgesetzt hatte. Am häufigsten wurden Latexhandschuhe verwendet, da sie gute Trageeigenschaften haben und preisgünstig sind.

1998 erreichte die Zahl der gemeldeten Allergien ihren Höhepunkt. Durch Aufklärungskampagnen in Arztpraxen und Krankenhäusern sowie in Zusammenarbeit mit Herstellern bewirkte die BGW, dass zunehmend puderfreie Latexhandschuhe mit niedrigem Proteingehalt oder Modelle aus Ersatzmaterialien wie Nitrilkautschuk oder Polyethylen verwendet wurden. Innerhalb von neun Jahren sank die Meldequote daraufhin um fast 95 Prozent.

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