Katastrophenhilfe aus dem All


Bonn (THW / DLR) – Katastrophenschutz-Experten der Europäischen Union (EU) haben auf Zypern begonnen, ein satellitengestütztes System für die Erkundung von Katastrophengebieten zu erproben. Im Auftrag der Europäischen Kommission hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ein System entwickelt, mit dem Katastrophenhelfer im Einsatz mobil auf aktuelle Satellitenbilder zugreifen und Daten untereinander austauschen können.

Gemeinsam mit der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und dem zypriotischen Zivilschutz bildet das THW regelmäßig im Auftrag der EU auf Zypern europäische Erkundungs-Experten aus. Im Rahmen ihrer Weiterbildung erproben bis Mittwoch elf Erkunder aus elf Ländern das neue System des DLR unter einsatznahen Bedingungen.

Nach Katastrophen wie dem Erdbeben in China oder dem Zyklon von Myanmar müssen die Rettungskräfte schnellstmöglich herausfinden, welche Hilfe an welchem Ort am dringendsten gebraucht wird. Unterstützung bringt das neue System aus dem All: Mit den Satellitenbildern verschaffen sich die Retter zunächst einen ersten Überblick, zum Beispiel über blockierte Straßen oder zerstörte Gebäude. Mit Hilfe einer Software synchronisieren sie dann ihre am Boden gewonnen Erkundungsergebnisse mit den Satellitenbildern und speisen die Daten per Satellit in ein spezielles Netzwerk ein. Ziel ist es, die Erkundung von Katastrophengebieten zu beschleunigen, damit so bald wie möglich genau die Hilfe vor Ort ankommt, die dringend gebraucht wird.

Der einwöchige “Assessment-Mission-Course” (Erkundungseinsatz-Kurs) von THW und JUH ist Teil des sogenannten EU-Mechanismus, der seit dem Jahr 2002 die internationale Zusammenarbeit im Katastrophenschutz der Gemeinschaft fördert. Wichtiger Bestandteil des Mechanismus sind gemeinsame Übungen und Seminare für Einsatzkräfte aus ganz Europa. Zuletzt waren EU-Experten nach dem Erdbeben in China und dem Zyklon in Myanmar im Einsatz.

Heute werden sich Zyperns Innenminister, Neoklis Silikiotis, und der deutsche Botschafter, Rolf Kaiser, das satellitengestützte Erkundungssystem demonstrieren lassen.

(Foto: DLR)

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