Karneval: Hochbetrieb für Rettung und Polizei


Bonn (rd.de) – Wo viele Menschen ausgelassen feiern, sind Unfälle kaum zu vermeiden. Doch Kölns Polizeipräsident Klaus Steffenhagen zeigte sich besorgt über den Gewaltanstieg.

Menschenmengen, rollende Faschingswagen: Nicht überall sind die Festumzüge reibungslos verlaufen. In Höchberg (bei Würzburg) kippte ein Faschingswagen um, und begrub nach Angaben der Polizei sieben Mitglieder einer katholischen Jugendgruppe im Alter zwischen 17 und 23 Jahren unter sich. Die Meldung spricht von mittelschweren Verletzungen.

Im oberbayerischen Forsting überholte ein 20-jähriger Autofahrer einen Faschingszug, stoppte vor dem ersten Wagen und sprang auf die Straße, um den Zug anzuhalten. Der Traktorfahrer versuchte noch auszuweichen, überrollte den jungen Mann jedoch, der an den Folgen des Unfalls verstarb.

Bei der Rathausstürmung in Beckum stürzte der 50-jährige Stadtprinz und seine beiden 48 und 53 Jahre alten Hofmarschalle aus drei Meter Höhe.  Ein Korb, der am Frontlader eines Traktors befestigt war, kippte ab, als sich der Traktor in Bewegung setzen wollte. Die drei hochrangigen Karnevalisten erlitten schwere Kopfverletzungen.

Die Presseberichte aus Köln waren während der närrischen Tage eher widersprüchlich. Nun zog Polizeipräsident Steffenhagen nach fünf Tagen Straßenkarneval eine erste Bilanz: „Weniger Frohsinn insbesondere an Weiberfastnacht, stattdessen mehr Gewalt als in den Jahren zuvor – das ist eine bedenkliche Entwicklung. Auch in diesem Jahr sind wieder Polizisten zur Zielscheibe der überwiegend alkoholisierten Männer geworden“.

Zwar sei mit 837 Polizeieinsätzen am Rosenmontag in Köln und Leverkusen nur eine moderate Steigerung zum Vorjahr (788) zu verzeichnen gewesen, doch insgesamt habe man eine deutliche qualitative Steigerung der Gewalt erlebt, so der Einsatzleiter am Rosenmontag, Polizeidirektor Peter Römers.

Vor allem die Übergriffe auf Polizeikräfte untermauern die neue Qualität. Da werden Polizisten Bierflaschen an den Kopf geworfen, eine Polizeibeamtin wurde mit einem Faustschlag ins Gesicht attackiert und Tatverdächtige lassen sich immer öfter nur mit Gewalt in Gewahrsam nehmen.

(25.02.2009)

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