Karl Prinz zu Löwenstein rückt an die Spitze des Malteser Hilfsdienstes


Karl Prinz zu Löwenstein (Foto: Malteser)Köln (ots) – Zum 1. Januar 2011 übernimmt der Wirtschaftsingenieur Karl Prinz zu Löwenstein den Vorstandsvorsitz des Malteser Hilfsdienstes e.V. in Deutschland. Er folgt damit Johannes Freiherr Heereman von Zuydtwyck, der dem Malteser Hilfsdienst 31 Jahre lang als Geschäftsführender Präsident vorstand.

Löwenstein betont zu seinem Amtsantritt die Bedeutung des Ehrenamtes für die Malteser: „Das Ehrenamt ist unser Kern. Ehrenamt geht vor Hauptamt, wo immer es möglich ist“, beschreibt er seine Strategie für die kommenden Jahre: Hauptamtliche Malteser unterstützen ehrenamtliches Handeln. Der 58-Jährige übernimmt damit jetzt auch die Verantwortung für die vom Ehrenamt geprägte katholische Hilfsorganisation, nachdem er bereits zehn Jahre die Geschicke der hauptamtlich geprägten Dienste und Einrichtungen mit bestimmt hatte. Im Jahr 2000 wurde der Vater von vier erwachsenen Kindern Mitglied der Geschäftsführung der Malteser Hilfsdienst gGmbH, in der sozialunternehmerische Dienste wie Rettungsdienst, Fahrdienste und die Erste-Hilfe-Ausbildung zusammengefasst sind. 2007 hatte Löwenstein zudem die Geschäftsführung der MTG, Malteser Träger Gesellschaft übernommen, die Krankenhäuser und Einrichtungen der Altenhilfe, Hospizarbeit und Palliativmedizin sowie der Ambulanten Pflege betreibt.

Löwenstein lobte seinen Vorgänger Heereman für die erfolgreiche Leitung des Malteser Hilfsdienstes e.V. Das finanzielle Fundament stehe auf soliden Füßen. Für einen großen karitativen Verein wie den Malteser Hilfsdienst sei eine ausreichende Finanzierung notwendig, um die sozialen Bedürfnisse der Gesellschaft aufgreifen und hilfsbedürftigen Menschen zur Seite stehen zu können.

Löwenstein ist seit 25 Jahren Mitglied des Malteserordens und hat sich selbst lange im Krankenhaus als ehrenamtlicher Mitarbeiter engagiert. Seine beruflichen Stationen führten ihn zunächst in die Produktion und das Produktmanagement eines Konsumgüterkonzerns, später in das Marketing eines Süßwarenunternehmens. Die Malteser in Deutschland sind eine der großen karitativen Organisationen: 40.000 ehrenamtliche Mitarbeiter in allen Werken und 12.100 Mitarbeiter im Hauptamt setzen sich an 700 Orten für Bedürftige ein, ‚…weil Nähe zählt.‘ Eine Million Förderer und Mitglieder unterstützen die Arbeit der Malteser bundesweit. Die Hilfe der Malteser erreicht jährlich mehr als zwölf Millionen Menschen weltweit auch durch die internationale Not- und Katastrophenhilfe.

8 Responses to “Karl Prinz zu Löwenstein rückt an die Spitze des Malteser Hilfsdienstes”

  1. Fuso on Januar 10th, 2011 13:37

    Sowas lesen zu müssen als Hauptamtlicher Malteser ist eine Schande. Die Entbehrungen die das Hauptamtliche Personal hat werden einfach verschmäht. Ehrenamt vor Hauptamt, dann können wir Grossflächig auf „Qualität rettet leben“ verzichten. Vielen Dank an dieser Stelle für soviel Rückhalt aus der Führungsebene.

  2. Mario Gongolsky on Januar 11th, 2011 09:28

    Als Ex-Malteser habe ich bei diesem Satz auch gezuckt.

  3. Klaus on Januar 13th, 2011 21:50

    Es ist schon etwas einseitig, wie man das Hauptamt in die 2. Reihe verbannt. Sicher sind alle Organisationen auf die ehrenamtlichen Helfer angewiesen und ihnen gebührt sehr großer Respekt, dass sie sich in ihrer Freizeit engagieren und diese Leistung ohne Bezahlung erbringen.

    Dennoch muss man auch sagen, dass die Hauptamtlichen auch ihren Teil an Idealismus und Engagement jeden Tag einbringen, denn wenn man ehrlich ist, geht es ohne dies nicht, angesichts der Bezahlung.

    Man sollte in einer solchen Position keine Polarisierung betreiben, sondern das Miteinander und die Gesamtleistung aller würdigen und respektieren, ohne Ansehen, ob Ehrenamt oder Hauptamt. Wer sich das als Beruf aussucht und sich nach 20 Jahren mit kaputtem Rücken beruflich häufig neu orientieren muss, sollte nicht derart bewertet werden.

  4. Tino1 on Januar 14th, 2011 19:50

    Also ich bin kein Freund von Herr Karl Prinz zu Löwenstein, allerdings bin ich seiner Meinung…

    Schließlich verdienen die Organisationen mit den Ehrenamtlichen ihr meistes Geld, allerdings will man das nicht so richtig zu geben.

    Ich denke da z.B. an Mitgliedsbeiträge, die ja wohl von den ehrenamtlichen gezahlt werden und leider zu oft nicht bei den ehrenamtlichen ankommen, sondern in Finanzierungen für Hauptamtliche zwecke.

    Ich selber bin Haupt- und ehrenamtlicher und vertrete diesen Standpunkt schon lange das die ehrenamtlichen in Deutschland viel zu kurz kommen.
    Aber für die Arbeit ehrenamtlicher brüsten sich ja wohl die Hauptamtlichen…

    Klar leisten wir Hauptamtlichen auch unseren Beitrag, aber die ehrenamtlichen um so mehr…( Helfer in Hintergrund ), den ohne die könnten manche Organisationen wohl kaum ihr geld verdienen.

  5. Not Arzt on Januar 20th, 2011 11:21

    Ich glaube, der Prinz zu Löwenstein hätte ein wenig differenzieren sollen:

    Die Hauptamtlichen sind (außer in der Verwaltung) zum überwiegenden Anteil im Rettungsdienst eingesetzt, sprich Assistenten und Sanitäter. Und da gehört kein Ehrenamt hin. Ich erwarte bei kritischen Einsätzen Profis, sowohl als Notarzt als auch als pot. Kunde. (Was steht da noch auf der Brust: Qualität rettet Leben?)
    Engagiert und betroffen reicht bei einem MANV oder VU eben nicht aus. Vor allem muss man auch einmal an die Ehrenamtlichen denken, die plötzlich mit Situationen konfrontiert werden, die sie meist nur vom Hörensagen kennen. Ein VU ist nur solange aufregend und spannend, bis man einen abarbeiten muss.
    Über die Bezahlung der Hauptamtlichen muss ich wohl nicht viele Worte verlieren… Eindeutig zu wenig …

  6. Chris on Januar 20th, 2011 17:30

    Zitat: Über die Bezahlung der Hauptamtlichen muss ich wohl nicht viele Worte verlieren… Eindeutig zu wenig …

    Woher nehmen und nicht stehlen?

  7. Assi5 on Januar 20th, 2011 18:22

    Tino ich geb dir da volkommen recht…..

    @Not Arzt:

    wir müssen uns leider die traurige Realität vor Augen halten das in den meisten RD Bereichen in Deutschland ehrenamtliche auf die jeweiligen Rettungsmittel eingesetzt werden, schließlich schreien die ja nicht nach bezahlung…
    Aber mir stellt sich eben so die Frage warum Zivis auf Rettungsmittel eingesetzt werden???Die Ehrenamtliche verfühgen da zumindestens in den meisten Fällen über eine im RD verlangte Ausbildung…

  8. schdaeff on Januar 21st, 2011 11:06

    @ Not Arzt:
    Du sprichst mir aus der Seele. Ich ziehe meine Hut vor ehrenamtlichem Engagement. Meiner Meinung nach hat der klassische Ehrenamtliche aber nichts ins einem professionalisierten Bereich wie dem Rettungsdienst zu suchen. Da gehören eben nur Profis hin. Auch wenn man nach einiger Suche doch mal einen Ehrenamtlichen findet, der auch unter nicht alltäglichen Bedingungen einen Guten Job macht, können die meisten prinzipbedingt eben diese Qualität nicht liefern.
    Auf unserer Wache fahren jedenfalls weder Ehrenamtliche noch Zivis / FSJ in der Notfallrettung. Selbst RettSan sind hier die absolute Ausnahme (meist haben die dann eine Zusatzqualifikation wie Krankenpfleger, Medizinstudent ,o.ä.). Bei uns besetzen u 80% RettAss/RettAss die RTW.

    @ Assi5
    Ich frage mich auch, was ein Zivi auf nem RTW verloren hat (wenn er nicht gerade als Praktikant mitfährt). Mal von dem Aspekt der Qualität ganz abgesehen, darf per Gesetz ein Zivi niemals anstatt eines hauptamtlichen Mitarbeiters eingesetzt werden, sondern nur unterstützend / ergänzend. In der Praxis sieht es ja leider oft anders aus.

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?