Kampf dem Herzinfarkt: Deutschland muss nachholen


Berlin (pm) – In Deutschland ist das Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben, immer noch höher als in vielen anderen europäischen Ländern. Auch wenn sich die Versorgung herzkranker Menschen in den vergangenen Jahrzehnten verbessert hat, gibt es unter anderem noch Defizite in der Notfallversorgung. Zu diesem Fazit kommen die Autoren des „Weißbuch Herz – Versorgung des Akuten Koronarsyndroms in Deutschland“, das am Mittwoch (28.08.2013) in Berlin vorgestellt wurde.

Das Weißbuch Herz ist eine in seiner Form erstmalige Bestandsaufnahme der Versorgung lebensbedrohlich kranker Menschen mit Akutem Koronarsyndrom (ACS), zu dem auch der Herzinfarkt zählt. Wissenschaftler des IGES Instituts haben es in Zusammenarbeit mit namhaften Experten erstellt.

Der Herzinfarkt ist immer noch Todesursache Nummer 2 der Deutschen, auch wenn sich die Sterberate in den vergangenen zehn Jahren um rund 37 Prozent verringert hat. „Zielgerichtete Verbesserungen bei der Versorgung haben zu einem enormen Rückgang der Sterblichkeit an Herzinfarkt geführt. Bei dieser Entwicklung hinkt Deutschland im europäischen Vergleich allerdings stark hinterher“, sagt Prof. Bertram Häussler, Leiter des IGES Instituts.

Mehr Aufklärung über richtiges Notfallverhalten nötig

„Die Herzinfarkt-Sterblichkeit könnte noch weiter gesenkt werden, wenn die für das Überleben entscheidende Zeit zwischen Symptombeginn und der Akutbehandlung in einem geeigneten Krankenhaus verkürzt werden könnte“, sagt der Weißbuch-Autor und Leiter des Bereichs Versorgungsforschung am IGES Institut, Hans-Holger Bleß. „Mehr Aufklärung in der Bevölkerung über die Symptome eines Herzinfarktes und das sofortige Alarmieren eines Rettungswagens sind nötig.“

Fortschritte hat es in der akuten Behandlung des ACS gegeben. Goldstandard ist eine Herzkatheteruntersuchung mit daran gekoppelter Behandlung, die immer mehr Herzinfarkt-Patienten erhalten: Bei Patienten mit einem ST-Streckenhebungsinfarkt (STEMI) liegt die Quote inzwischen bei über 90 Prozent.

„Die Daten zeigen, dass die Behandlung des akuten Herzinfarkts zunehmend leitliniengerecht erfolgt“, sagt Prof. Uwe Zeymer, Leitender Oberarzt am Klinikum der Stadt Ludwigshafen und Weißbuch-Experte.

Von denjenigen Herzinfarkt-Patienten, die die Zeit des Krankenhausaufenthaltes überleben, stirbt indes statistisch jeder Fünfte innerhalb von fünf Jahren.

(Foto: Markus Brändli/rd.de)

One Response to “Kampf dem Herzinfarkt: Deutschland muss nachholen”

  1. Oliver on August 29th, 2013 13:55

    Was hilft die uns obige Erkenntnis, wenn nach dem Absetzen eines Notrufs ein verbeamteter RTW eintrifft, dessen Besatzung der Meinung ist , Dienst auf einem MTW zu haben?

    Das Ergebnis lautet : Gar nichts !
    Begründung der zuständigen StA (sinngemäss): Wenn das eingesetzte Personal nicht über die ausreichende Erfahrung/Fachkenntnis verfügt und daher untätig oder ungenügend tätig ist , so kann man dies dem Einsatzpersonal nicht vorwerfen .

    Anmerkung: auf ein Organisationsverschulden wurde gar nicht eingegangen.

    Dies gilt im beschriebenen RD Bereich NICHT für HiOrgs und Private und auch nicht für das Personal der HiOrgs und Privaten!

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