Johanniter gewinnen Förderpreis der Bundesregierung


Berlin (JUH) – Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat am 5. Dezember 2009, dem internationalen Tag des Ehrenamts, bei einer Festveranstaltung im Berliner Roten Rathaus ein Projekt der Johanniter-Unfall-Hilfe mit dem Förderpreis „Ehrenamt im Bevölkerungsschutz“ ausgezeichnet.

Der erstmalig verliehene Preis würdigt zukunftsweisende Konzepte, die eine ehrenamtliche Tätigkeit im Bevölkerungsschutz attraktiver machen sollen.

„Viele Ärzte würden sich ehrenamtlich bei einer der Hilfsorganisationen im Bereich des Katastrophenschutzes engagieren, finden aber oft keine geeigneten Strukturen vor“, beobachtete Preisträger Dr. Gerald Ripberger. Eine Gruppe Würzburger Mediziner unter seiner Leitung entwickelte deshalb das Konzept der „Mobilen Arztgruppe“, bei dem sich ausgebildete Notfallmediziner bei der Johanniter-Unfall-Hilfe in einen attraktiven, speziell auf ihre Qualifikationen zugeschnittenen Aufgabenbereich einbringen können.

„Im Katastrophenfall, etwa nach einem Terroranschlag oder einer Naturkatastrophe, können ehrenamtliche Kräfte das System der Hilfeleistung wirkungsvoll unterstützen. Die ‚Mobile Arztgruppe‘ bildet hierfür einen idealen Rahmen“, so Ripberger.

Die Mobile Arztgruppe besteht derzeit aus 52 Ärzten, die sowohl für Katastrophenschutzübungen als auch für arztbegleitete Krankenrückholungen zur Verfügung stehen. Zudem stehen die Mediziner als Medical Task Force und als Notarztreserve für den Rettungsdienst bereit. Einige der Ärzte haben sogar eine G-26.3-Untersuchung und eine Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger absolviert und können somit bei CBRN-Gefahrenlagen eingesetzt werden.

In seiner Rede würdigte de Maizière den Einsatz der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer: „Täglich setzen Sie sich für andere Menschen ein, ohne Aufhebens zu machen um das, was Sie tun. Sie helfen, wenn ihre Hilfe gebraucht wird. Sie stellen Zeit, Arbeitskraft, Engagement und persönlichen Beistand zur Verfügung und beweisen täglich in den unterschiedlichsten Einsätzen ihr Können.“

Durch die Auszeichnung bekommt das Johanniter-Konzept der Mobilen Arztgruppe nun bundesweiten Modellcharakter.

Einen ausführlichen Beitrag über die Mobile Artzgruppe aus Würzburg lesen Sie in der kommenden Ausgabe des Rettungsmagazin.

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