Johanniter erkennen Gasvergiftung jetzt sofort



Mainz (JUH) – Der Rettungsdienst der Johanniter kann jetzt in Verdachtsfällen sofort feststellen, ob
ein Verletzter durch eine Rauchgasvergiftung gefährdet ist. Mittels eines neuen, nur 17 Zentimeter großen Gerätes können die Sanitäter in Sekundenschnelle den Kohlenmonoxid-Gehalt im Blut messen – dank einer Verlosung der Herstellerfirma Masimo, die jetzt die neue Technik an die Johanniter Rheinhessen übergab.

„Das Erkennen einer Kohlenmonoxid-Vergiftung ist für den Rettungsdienst oftmals schwierig“, erklärt Regionalverbandsarzt Dr. Ludwig Hofmann die Bedeutung dieser neuen Diagnosemethode, „denn die Patienten sehen rosig aus und wirken deshalb fit. Innerlich jedoch ersticken sie.“
Kohlenmonoxid ist geschmacklos, farblos, geruchsneutral und oft tödlich. Bei kaputten Heizungen oder Bränden gelangt das Gas über das Einatmen in den Blutkreislauf und verhindert dort die Aufnahme des lebenswichtigen Sauerstoffs. „Drastische Schätzungen gehen von bis zu 2000 Todesfällen jährlich in Deutschland aus, die auf das Konto einer solchen Gasvergiftung gehen“, berichtet Johanniter-Regionalvorstand Manfred Herholz. Zum Vergleich: Rund 5000 Menschen sterben jährlich an den Folgen eines Verkehrsunfalls.
Bisher musste bei einem Verdacht auf eine Kohlenmonoxidvergiftung ein Bluttest in der Klinik abgewartet werden. Das neue Gerät der Firma Masimo liefert nun allein durch das Anlegen eines Fingersensors in 10 bis 15 Sekunden alle wichtigen Daten. „So kann schon im Rettungswagen die Vergiftung erkannt, richtig reagiert und eine geeignete Klinik angefahren werden kann“, so Hofmann. Auch die Gefahr von unerkannten Langzeitschäden an Herz oder Gehirn könne mit der neuen Methode deutlich verringert werden.
Doch nicht nur Patienten kommt das neue Messgerät, dessen Technik weltweit einzigartig ist, zugute. Bei Brandunfällen können dank der neuen Methode ab sofort auch die Kohlenmonoxid-Werte der Feuerwehr-Einsatzkräfte schnell und unkompliziert gemessen werden, was wiederum deren Sicherheit erhöht. Klar, dass Johanniter-Regionalvorstand Manfred Herholz und Rettungsdienstleiter Stefan Jörg sich über das kleine Technikwunder freuen, das Marcus Michel von der Herstellerfirma Masimo jetzt übergab.

„Das neue Messegerät ist eine echte Innovation, die bisher im gesamten Rettungsgebiet in Rheinland-Pfalz noch nicht im Einsatz ist“, sagte Herholz. Mindestens ebenso viel Freude bereitet der Hilfsorganisation, dass für die Anschaffung des Messgerätes keine eigenen Mittel eingesetzt werden müssen: Das über 4000 Euro teure Gerät „RAD 57“ kommt den Johannitern Rheinhessen dank einer Verlosung zugute. Bei der
Fachmesse „RETTmobil“ stellte Masimo insgesamt vier Geräte als Preise bei einem Wissensquiz zur Verfügung – bei dem Rettungsdienstleiter Stefan Jörg richtig miträtselte und für „seinen“ Rettungswagen die neue Technik gewann. „Ein Glücksfall für uns“, stellte Regionalvorstand Herholz bei der Übergabe fest, „denn das Gerät ist zwar klein, aber die Bedeutung der Spende für den Rettungsdienst und unsere Patienten sehr groß.“

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