Jetzt geht’s um den Lehrplan


Bonn (rd.de) – In Bonn trafen sich am Mittwoch Fachleute verschiedener Institutionen, um über die Struktur der künftigen Ausbildung von Rettungsassistenten zu diskutieren. Das Fazit der meisten Teilnehmer nach dieser mehrstündigen Veranstaltung war durchweg positiv. Unter anderem wurde beschlossen, dass sich eine Kleingruppe mit den Inhalten des Lehrplans (Curriculum) befassen wird.

In diesem Vorgespräch wurden viele Punkte angerissen, die es bei den nächsten Treffen zu vertiefen gilt. So wurde unter anderem die Frage aufgeworfen, welche Qualifikation die Lehrkräfte an Rettungsdienstschulen künftig aufzuweisen haben. Die Tendenz scheint hierbei klar in Richtung auf eine akademische Ausbildung hinzudeuten. Die Zeiten, in denen „erfahrene“ Einsatzkräfte einzig aufgrund ihrer vermeintlichen Berufserfahrung dazu befähigt erschienen, angehende Rettungsassistenten zu unterrichten, dürften damit endgültig passé sein.

Gesprochen wurde unter anderem auch über die Frage, wie sich künftig der Ausbildungsanteil zwischen theoretischem und praktischem Anteil verteilen wird. Die Gesamtdauer – das scheint allgemeiner Konsens zu sein – soll mit Inkrafttreten eines novellierten Rettungsassistentengesetzes (RettAssG) drei Jahre bzw. 4500 Stunden betragen. Für die Theorie werden derzeit 1800 bis 2000 Stunden diskutiert, wobei die Hilfsorganisationen auf einen möglichst großen Praxisanteil drängen, den angehende Rettungsassistenten auf einer Lehrrettungswache zu absolvieren hätten.

Weiterhin unklar sind die wichtigen Fragen, wie die neue Ausbildung finanziert wird, welche Übergangsregelungen für bestehende Rettungsassistenten kommen werden und nicht zuletzt, welche Berufsbezeichnung diese Gruppe des Rettungsfachpersonals einmal tragen wird.

Anfang September dieses Jahres wird sich als nächsten Schritt eine Unterarbeitsgruppe – bestehend aus Vertretern der Ärzteschaft und der Rettungsdienstschulen – zusammensetzen, um den Inhalt eines neuen Curriculums zu erarbeiten. Für diese Aufgabe dürften mehrere Monate zu veranschlagen sein. Die Hoffnung mancher, doch noch vor der Bundestagswahl im September ein neues RettAssG verabschieden zu können, dürfte damit endgültig gestorben sein.

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