Japanisches Rotes Kreuz im Dauereinsatz


Luftbild der völlig zerstörten Hafenstadt Sendai (Foto: U.S. Navy)Berlin (DRK) – Das Japanische Rote Kreuz ist mit 86 Notfallteams im Dauereinsatz, um die Opfer des Erdbebens und der Flutwelle vom Freitag zu versorgen. Die Einsatzkräfte berichten von Verletzten, die beinahe ertrunken sind. Zudem haben viele Menschen Brandverletzungen oder Rauchvergiftungen durch die zahlreichen Brände. Am schlimmsten betroffen sind drei Präfekturen im Nordosten des Landes.

Japan gehört weltweit zu den am besten ausgestatteten Ländern im Katastrophenschutz. Bei der dichten Bebauung Japans und den Millionenstädten mit ihren Hochhäusern haben diese Vorsorgemaßnahmen und die funktionierenden Katastrophenpläne vielen Menschen bisher das Leben gerettet.

Das Japanische Rote Kreuz ist tatsächlich eine der stärksten nationalen Rotkreuzgesellschaften der Welt. Im gesamten Land verfügt die Gesellschaft über 488 Notfallteams. Zurzeit sind 86 von ihnen im ständigen Einsatz im Katastrophengebiet zur Bergung von Verschütteten und zur Versorgung von Verletzten. Diese 600 medizinischen Fachkräfte werden regelmäßig durch frische Teams ausgetauscht.

Die Rotkreuzhelfer Japans betreuen Evakuierte in Notlagern und Sammelstellen. Allein in der besonders verwüsteten Hafenstadt Sendai (siehe Foto) sind es 200 Notunterkünfte, in denen Betroffene Schlafplätze, Verpflegung und psychosoziale Betreuung erhalten. Wie der Nuklearunfall am Atomkraftwerk Fukushima die Situation verändern wird, ist noch unklar. Das Japanische Rote Kreuz hat ein medizinisches Team zur Versorgung von Strahlenopfern in Nagasaki in Bereitschaft.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz hat seine Family Links-Website geschaltet. Angehörige, die Personen in Japan aufgrund des Erdbebens vermissen, können sich unter der IKRK-Website eintragen, ebenso diejenigen, die ihre Familien weltweit über ihren Aufenthaltsort informieren möchten.

Bilder der Einsätzes des Japanischen Roten Kreuz findet man auf „Flickr“ als Diashow.

3 Responses to “Japanisches Rotes Kreuz im Dauereinsatz”

  1. Jörn Fries on März 15th, 2011 09:31

    Laut einer dpa-Meldung vom 14. März 2011 entsendet das Deutsche Rote Kreuz KEINE Helferinnen und Helfer in das Krisengebiet. Die offizielle Begründung lautet: Das Japanische Rote Kreuz habe bislang nicht um Hilfe gebeten. Man mag es (kaum) glauben!

    Sonnige Grüße aus dem nicht-kommunalen Südwesten

  2. Chris on März 15th, 2011 10:45

    Nun ja ich denke mal es werden auch im Moment keine in das Kriesengebiet geschickt, weil einfach die Gefahr die von dem AKW ausgeht zu groß ist.

  3. Kai Rothert on März 15th, 2011 12:39

    Na das ist doch immer so, es werden Hilfs-Angebote gemacht und nicht einfach so Teams entsandt. Man kann Nationale Kriesenkonzepte nicht einfach so durcheinander bringen, indem jedes Land, jede Nat. Rotkreuzgemeinschaft, meint, eigene kräfte hinschicken zu müssen.

    Man muss in diesem Fall langfristig arbeiten und nicht kompensiert alle verfügbaren Kräfte auf einmal schicken.
    Das ist bei den Streitkräften der USA, China und Russland auch nichts anderes, die haben ihre Hilfe angeboten und warten nun auf die japanische Reaktion um eingreifen zu können.
    Zudem währe ich in der momentanen Situation mit den Atomkraftwerken auch sehr vorsichtig

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?