Irritationen um Handy-Ortung


Bonn (rd.de) – Von Mobiltelefonen abgesetzte Notrufe sind heute alltäglich. Nicht immer aber kann der Anrufer dem Leitstellenmitarbeiter die exakte Einsatzstelle nennen. Für solche Fälle gibt es die Handy-Ortung. Besonders die Björn-Steiger-Stiftung Service GmbH hat sich hiermit einen Namen gemacht. Jetzt aber gibt es im Zusammenhang mit dem System Irritationen.

Wie das Onlineportal Telepolis berichtet, ist die Björn-Steiger-Stiftung Service GmbH, inklusive des Handy-Ortungssystem „LifeService 112“, mehrheitlich an den Allianz Versicherungskonzern verkauft worden. Finanzielle Gründe seien hierfür ausschlaggebend gewesen, wie Telepolis schreibt. Gemunkelt wird, dass ein Steuerrechtsstreit, angezettelt durch einen Medizingerätehersteller, zu einer gewissen Schieflage bei der Service GmbH geführt habe.

Wie Telepolis weiter berichtet, sei die Allianz Versicherungsgruppe bereits im Jahre 2007 bei der Service GmbH eingestiegen. Die Kooperationspartner des als „LifeService 112“ bekannten Systems seien hiervon allerdings nicht ausreichend unterrichtet worden

Auf Nachfrage von rettungsdienst.de war die Björn-Steiger-Stiftung Service GmbH zu einer Stellungnahme nicht bereit. Es war lediglich zu erfahren, dass die Betreuung der Rettungsleitstellen, die den Notfall-Ortungsdienst unterstützen, jetzt wieder im eigenen Hause liege.

Die Allianz in München stellte gegenüber rettungsdienst.de klar, dass die Funktionsfähigkeit des „LifeService 112“ Mobiltelefon-Ortungsdienstes nicht in Frage gestellt sei. Der Telepolis-Bericht sei in weiten Teilen unrichtig. „Die Allianz-Beteiligung an der Björn-Steiger-Stiftung Service GmbH hat keinen Einfluss auf den Datenschutz. Die aus der Handy-Ortung gewonnen Daten standen und stehen ausschließlich den Disponenten der Rettungsleitstellen zur Verfügung. Weder die Steiger-Stiftung Service GmbH noch die Allianz haben Zugriff auf solche Daten“, erklärt Allianz-Pressereferentin Claudia Herrmann.

Dennoch scheint das Verhalten für Ärger gesorgt zu haben. So ist beispielsweise die Rettungsleitstelle des DRK im Zollernalbkreis „seit zwei oder drei Monaten“ aus der telefonischen Betreuung der Leitstellenkunden ausgestiegen, wie Leitstellenleiter Alwin Koch auf Nachfrage bestätigte. Zu den Gründen, die zu diesem Schritt geführt haben, äußerte sich Koch nicht.

Mehr Information:
Björn-Steiger-Stiftung Service GmbH

Artikel auf Telepolis

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