Internationaler Höhenrettungslehrgang erfolgreich


Wetzlar/Gießen (openPR) – Immer dann, wenn Menschen in großen Höhen oder Tiefen in Not geraten und die üblichen Instrumente der Gefahrenabwehr wie Leitern oder Hubrettungsgeräte nicht funktionieren, ist die Höhenrettung gefragt. Hessische Spezialisten bilden international Fachkräfte für diese anspruchsvolle Aufgabe aus.

Einsätze auf Baukränen, Sendeanlagen, Industriebauten, Brücken und in Steinbrüchen, aber auch in Silos, Brunnen- oder Aufzugsschächten gehören zu den Aufgaben der Höhenretter. Zudem führt ein geändertes Freizeitverhalten der Menschen in der Natur zum steigenden Bedarf an Spezialrettern.

Seit 2001 hat sich eine aktive Gruppe von Höhenrettern formiert, die sich mit anderen Einheiten austauscht und aus der auch wissenschaftliche Forschung hervorgeht, zuletzt das wissenschaftliche Forschungsprojekt EUmedSR, das sich mit Notfallmedizin in der Höhenrettung beschäftigte.

Nun wurde in Gießen und Wetzlar ein erster internationaler Höhenrettungslehrgang durchgeführt, der mit Teilnehmern aus Deutschland und angrenzenden europäischen Staaten besetzt war.

Der Lehrgang, der an vier Wochenenden stattfindet, wird ausgerichtet von SpezialistenKurse.de, einem Bildungsnetzwerk, das sich aus leitenden Fach- und Führungskräften von Feuerwehr, Medizin, Polizei, Universitäten und Industrie zusammensetzt. Ziel ist es, anspruchsvolle Nischenqualifikationen in der Blaulichtszene anzubieten – neben Lehrgangsangeboten rund um Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit und Ehrenamtsmanagement eben auch technische Spezialrettungslehrgänge. Hierzu gehört der erwähnte Höhenrettungslehrgang.

Geleitet wurde der Lehrgang von Martin Lutz, vermutlich dienstältester Höhenretter in Mittelhessen und einer von nur drei Spezialausbildern für diese Materie in der Region. „Ziel der Ausbildung ist die sichere Vermittlung von sechs Grundvarianten, mit denen jeder Höhenrettungseinsatz beherrschbar ist“,
erklärt Lutz. Ausgebildet wurde an Strommasten, Baukränen, in engen Treppenhäusern, Industrieplattformen und in einem Steinbruch.

René Purgay (48), Paramedic und Rettungsdiensttrainer aus Amsterdam (Niederlande), der an dem Lehrgang teilnimmt, um das Thema Höhenrettung in den Niederlanden voranzutreiben, ist sichtlich begeistert. „Bei dem Kurs geht es nicht um Quantität der Lehrinhalte, sondern um die Qualität. Durch die anspruchsvolle Methodik der Kursleitung lernt man nicht nur Handgriffe und Techniken, sondern weiß am Ende auch, wie man sich repräsentieren muss“, so der niederländische Rettungsspezialist.

Heiko Münzing, Rettungsassistent und Luftretter aus Baden-Württemberg, kam mit Vorkenntnissen nach Gießen, um hier den letzten Schliff zu bekommen. „Es ist erstaunlich, wie sehr bei diesen speziellen Rettungsaktionen der Teufel und die Lebensgefahr im Detail stecken – das wurde hier perfekt aufbereitet, ich bin beeindruckt. Zudem bietet keine andere Bildungseinrichtung diese enge Verknüpfung von Rettungstechnik und anspruchsvoller Notfallmedizin in ihrem Höhenrettungslehrgängen. Ich lerne hier sehr viel.“

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