Herztote in Deutschland – Herzinfarkt ist Männersache


Hamburg (idw) – „Die Sterblichkeit an den am weitesten verbreiteten Herz-Kreislauf-Krankheiten ist in Deutschland stark rückläufig, berichtete Professor Dr. Georg Ertl, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik Würzburg, anlässlich der Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Hamburg. Außerdem nehme der Anteil tödlicher Herzkrankheiten an allen Krankheiten laufend ab.

„Zwischen Ende der 1990er-Jahre und 2010 ist in Deutschland die Sterblichkeit bei akutem Herzinfarkt und den ischämischen Herzkrankheiten, also Krankheiten als Folge schlechter Durchblutung, um rund 20 Prozent gesunken“, so Profesor Dr. Ertl.

Im Detail: An chronischen ischämischen Herzkrankheiten starben 1998 in Deutschland 95.000 Menschen (11,1 Prozent aller Todesfälle), zuletzt waren es 72.700 (8,5 Prozent). Am akuten Herzinfarkt verstarben 1998 noch 76.000 Menschen (8,9 Prozent), heute sind es 55.500 (6,5 Prozent).

Es gibt allerdinge eine Reihe von Differenzierungen: Männer sterben in Deutschland wesentlich häufiger an akutem Herzinfarkt: 30.650 (7,5 Prozent) jährlich, gegenüber 25.000 (5,5 Prozent) Frauen. Bei der Herzinsuffizienz ist das Verhältnis umgekehrt: Daran starben jährlich 32.500 Frauen (7,2 Prozent) und 15.800 (3,9 Prozent) Männer.

„Die Sterblichkeit bei Herz-Kreislauf-Krankheiten schwankt stark je nach Region“, bilanziert der Ertl. Sie beträgt zum Beispiel – gemessen an allen Todesfälle – in Baden-Württemberg bei chronisch ischämischen Herzkrankheiten 7,2 Prozent und bei akutem Herzinfarkt 6,5 Prozent, in Sachsen-Anhalt hingegen 11,3 Prozent bzw. 8,5 Prozent. (2010)

(Foto: Techniker Krankenkasse)

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