Herzbericht: Infarktsterblichkeit regional unterschiedlich


AOK wiederbelebung1_gFrankfurt/Main (DHS) – Der Bedarf an Ausbau und Verbesserung der Versorgung von Herzpatienten ist ungebrochen, trotz einer weiterhin rückläufigen Infarktsterblichkeit in Deutschland. Das ist das Fazit des aktuellen Herzberichts, den die Deutschen Herzstiftung erstmals herausgegeben hat. Zwar habe sich die Sterblichkeit des akuten Herzinfarkts von 2000 bis 2010 von 81,8 auf 67,9 Verstorbene pro 100.000 Einwohner reduziert. Auch die Zahl der Sterbefälle sei innerhalb der letzten 30 Jahre von 92.801 (1980) auf 55.541 (2010) gesunken. Jedoch seien dafür andere Herzkrankheiten wie Herzrhythmusstörungen deutlich angestiegen.

Unerwartet große Unterschiede zeigen offenbar die Sterbeziffern der Frauen infolge von Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen in allen Bundesländern im Vergleich mit denen der Männer. Um diese Situation zu verbessern, bedürfe es einer flächendeckend gleichmäßigen herzmedizinischen Versorgung, fordert die Deutsche Herzstiftung.
 
Versorgung von Herzpatienten nicht überall gleich gut

Von einer gleichmäßigen Versorgungslandschaft für Herzpatienten mit ischämischen Herzkrankheiten, Herzinsuffizienz, Herzklappenkrankheiten und Herzrhythmusstörungen könne nicht die Rede sein. „Die Versorgung für Patienten mit Herzerkrankungen ist in den verschiedenen Regionen nicht gleich gut“, kritisiert Professor Dr. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. So schwankte im Jahr 2010 die Herzinfarkt-Sterblichkeit pro 100.000 Einwohner zwischen den Bundesländern von 53 in Hamburg bis 111 in Sachsen-Anhalt.

Die Spannweiten bei der Höhe der Infarktsterblichkeit, das heißt, wie stark bzw. schwach ein Bundesland von der bundesdurchschnittlichen Sterbeziffer abweicht und diese Sterbeziffer über- oder unterschreitet, zeige sich an Schleswig-Holstein. Hier gab es mit -20,3% die größte Unterschreitung des Bundesdurchschnitts. Im Unterschied dazu fiel Sachsen-Anhalt mit einer Überschreitung von +43,0% und damit einer viel höheren Infarktsterblichkeit auf.

Die Ursachen für die länderspezifischen Unterschiede seien unklar. Unter anderem führt die Deutsche Herzstiftung als mögliche Gründe ausdrücklich ein „weniger effektives Notarztsystem“ und eine „längere Prähospitalzeit“ an.

(Foto: AOK Mediendienst)

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