Halbjahresbilanz der DRF Luftrettung in Deutschland


Filderstadt (DRF) – Die DRF Luftrettung hat ihre Zahlen für das erste Halbjahr 2012 veröffentlicht. Demnach wurden die Hubschrauber zu insgesamt 18.139 Einsätzen gerufen, davon waren 13.537 Notfälle. 4.602-mal hoben die Hubschrauber ab, um Patienten zu lebensrettenden Operationen oder Spezialtherapien zwischen Kliniken zu transportieren. Insgesamt wurden die rot-weißen Maschinen damit 507-mal mehr als im Vorjahreszeitraum alarmiert.

Eine typische Einsatzsituation beschreibt folgender Bericht zu einem schweren Verkehrsunfall in Brandenburg. Dabei übersieht der Fahrer eines Kleintransporters eine 17-jährige Kleinkraftradfahrerin und kann nicht mehr bremsen. Das Mädchen prallt gegen die Windschutzscheibe des Fahrzeugs und bleibt schwerverletzt auf der Straße liegen. Alarmiert über die Leitstelle Oderland erreicht der Bad Saarower Rettungshubschrauber der DRF Luftrettung nur sechs Minuten später den Einsatzort. Notarzt und Rettungsassistent versorgen die junge Patientin mit Schmerzmitteln und untersuchen sie unter anderem mit einem mobilen Ultraschallgerät auf innere Blutungen. Wenig später ist der Rettungshubschrauber wieder in der Luft und nimmt Kurs in das rund 30 km entfernte Unfallkrankenhaus Berlin. Nur zwölf Minuten später wird das Mädchen schon den Klinikärzten zur weiteren Behandlung übergeben.

„Einsätze wie dieser zeigen, dass der Hubschrauber in dünn besiedelten Gebieten häufig das schnellste Rettungsmittel ist. Er ist auch konkurrenzlos schnell, um Patienten über weite Distanzen in die nächste geeignete Klinik zu transportieren. Aufgrund bundesweiter Klinikspezialisierungen ist jeder dritte Notfallpatient der DRF Luftrettung auf das Transportmittel Hubschrauber angewiesen“, erläutert Steffen Lutz, Vorstand der DRF Luftrettung.

Doch in Zeiten knapper Kassen bewegt sich die DRF Luftrettung in einem schwierigen Umfeld: Höhere Einsatzzahlen bedeuten auch mehr Kerosinverbrauch und höhere Wartungsaufwendungen. Die Kostenerstattungen der Krankenkassen decken nur eine Grundversorgung. Für Mehrkosten wie moderne Hubschrauber und medizintechnische Ausstattungen sowie regelmäßige Fortbildungen der Ärzte und Rettungsassistenten muss die DRF Luftrettung selbst aufkommen. Deshalb ist die gemeinnützige Organisation auf die Unterstützung von Förderern und Spendern angewiesen.

Hintergrundinformationen zur DRF Luftrettung

Bundesweit setzt die DRF Luftrettung an 28 Stationen Hubschrauber für die Notfallrettung und für dringende Transporte von Intensivpatienten zwischen Kliniken ein, an acht Stationen 24 Stunden am Tag. Dazu kommen zwei Stationen in Österreich und eine in Dänemark. Über die Hubschrauberrettung hinaus führt die DRF Luftrettung weltweite Patiententransporte mit eigenen Ambulanzflugzeugen durch.

Rund 660 Notärzte, 320 Rettungsassistenten, 160 Piloten und 80 Techniker sind für die DRF Luftrettung im Einsatz. 2011 wurde die DRF Luftrettung zu insgesamt 38.366 Einsätze gerufen.

 (Foto: DRF Luftrettung)

2 Responses to “Halbjahresbilanz der DRF Luftrettung in Deutschland”

  1. Jörn on Juli 23rd, 2012 11:31

    Interessantes Verhältnis zwischen den einzelnen HCM-Gruppen: Doppelt so viele RettAss wie Piloten und über 4-fach so viele Ärzte! Dabei fliegen bei der DRFL manche Stationen mit 2 Piloten – aber alle Stationen nur mit 1 Notarzt und 1 Rettungsassistenten. ;)

    Sommerlich-sonnige Grüße aus dem Südwesten in den Süd(west)en

  2. Gerd Aus Hall via Facebook on Juli 23rd, 2012 14:11

    Macht weiter so. Die Qualität und der Service ist 1000% – besonders die Crew’s der Luftretter. Ich hatte schon mehrfach mit euch zu tun. Dank an Christoph-18, Christoph- 41 und Christoph-51!

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