Großalarm nach Schießerei in Lüttich


Lüttich (rd.de) – Die Schießerei am Dienstagmittag in der Innenstadt Lüttichs (Belgien) hat zu einem Großeinsatz für die Rettungskräfte geführt. Sowohl aus Belgien als auch aus den benachbarten Niederlanden kamen Einheiten zum Einsatz. Deutsche Kräfte standen in Bereitschaft.

Nachdem der Anschlag auf dem Weihnachtmarkt am Platz Saint-Lambert bekannt geworden war, löste die Rettungsleitstelle Großalarm aus: Allein das Belgische Rote Kreuz entsandte 15 Krankenwagen, fünf Rettungswagen sowie 30 Rettungskräfte, die vier Unfallhilfsstellen mit einer erweiterten Ausstattung zur Versorgung Schwerverletzter in Betrieb nahmen. Leichter verletzte Personen wurden im Hof des Justizpalastes versorgt. Ferner waren sechs Notfallseelsorger im Einsatz. Die mobile Einsatzleitung und ein Krisenzentrum wurden vor dem Regionalpalais errichtet.

Für den Abtransport und die sachgerechte Verteilung der Verletzten in Kliniken war Lüttich auf weitere Transportkapazitäten angewiesen. Rettungsfahrzeuge aus der gesamten Region wurden alarmiert und kamen unter anderem aus der Region Namur (60 Kilometer entfernt), aber auch aus der niederländischen Region Limburg hinzu. So wurde um 14.14 Uhr der Hilfszug Limburg-Süd um Nachbarschaftshilfe gebeten. Die Niederländer setzten drei Ambulanzfahrzeuge aus Maastricht (35 Kilometer entfernt) in Marsch. Mehrere Personen mit Schrapnellverletzungen wurden anschließend ins Akademische Krankenhaus nach Maastricht transportiert. In der Stadt Aachen standen Kräfte in Bereitschaft, kamen aber nicht zum Einsatz.

Die vorläufige Bilanz des Einsatzes: sechs Tote, 123 Verletzte, davon schweben fünf Personen noch in Lebensgefahr.  Zuletzt starb in der Nacht zu Mittwoch ein 17 Monate altes Kleinkind an den Folgen seiner Verletzungen.

(14.12.2011)

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